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18.01.2005

09:21 Uhr

Europas größter Möbelhersteller steigert Umsatz

Schieder-Gruppe sucht Chancen in Fernost

Die Herforder Schieder- Gruppe, der größte Möbelhersteller Europas, will das Auslandsgeschäft weiter forcieren. Dies sagte Samir Jajjawi, Sprecher der Schieder-Geschäftsführung gestern auf der Möbelmesse in Köln. Priorität beim Auslandsengagement hätten für Schieder die Märkte in Großbritannien, Skandinavien, Benelux sowie Mitteleuropa, unterstrich Jajjawi.

ire HB KÖLN. Allein in Großbritannien legte der ostwestfälische Möbelkonzern in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres, das am 31. März endet, beim Umsatz 32 Prozent zu. Mit jährlichen Erlösen von rund 50 Mill. Euro hat das Vereinigte Königreich jetzt für Schieder umsatzmäßig die gleiche Bedeutung wie Polen. Der Anteil des Auslandsgeschäftes insgesamt stieg gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozentpunkte auf jetzt 41 Prozent.

Im In- und Ausland wird Schieder im laufenden Geschäftsjahr 1,03 Mrd Euro erlösen und damit zwei bis drei Prozent mehr als im Vorjahr. Dies ist besser als der Branchendurchschnitt, der nach Angaben des Verbands der Deutschen Möbelindustrie (VDM) bei rund 1,5 Prozent pro Jahr liegt und auch im Jahr 2005 angepeilt wird. Insgesamt setzt die deutsche Möbelindustrie rund 20 Mrd. Euro pro Jahr um.

Die Schieder-Gruppe macht sich bei ihrem Auslandsengagement vor allem die Lohnkostenvorteile in den östlichen EU-Beitrittsländern zunutze. Aber auch Rumänien bleibt für den Möbelhersteller interessant, denn die Lohnkosten erreichen dort nur knapp die Hälfte der durchschnittlichen Bezüge eines polnischen Arbeiters.

Auch der Ferne Osten lockt die Westfalen. Im laufenden Geschäftsjahr schloss die Schieder-Gruppe ein Joint-Venture mit einem chinesischen Möbelhändler: Der Partner Red Star Furniture Group plant mit 400 000 Quadratmetern Ausstellungsfläche in Shanghai das größte Möbelshopping-Center der Welt. Bis Ende 2005 will die Schieder-Gruppe in China außerdem eine Polstermöbelfabrik fertig stellen, die dann rund 30 Mill. Jahresumsatz erwirtschaften soll. Vom Reich der Mitte aus will Schieder beispielsweise auch die Märkte der Golf-Region bearbeiten.

Ein erstes Standbein hat sich der Konzern in Dubai verschafft. Geplant ist außerdem eine Kooperation zwischen mehreren deutschen Möbelherstellern, die gemeinsam den chinesischen Markt bearbeiten wollen, Jajjawi stellt sich eine „Star Alliance“ nach dem Vorbild der Lufthansa vor: Mit ersten Ergebnissen ist hier allerdings erst im nächsten Frühjahr zu rechnen.

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