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02.09.2011

14:54 Uhr

Europaverkehr

Die Lufthansa sucht eine neue Strategie

VonJens Koenen

Nur Sparen wird nicht reichen, damit Lufthansa den defizitären Europaverkehr in den Griff bekommt. Nun denkt die Fluggesellschaft über andere Szenarien nach. Spekuliert wird etwa über eine neue, große Billig-Tochter.

Ein Airbus A380 der Deutschen Fluggesellschaft Lufthansa wird in einem Hangar auf dem Flughafen in Frankfurt am Main gewaschen. dpa

Ein Airbus A380 der Deutschen Fluggesellschaft Lufthansa wird in einem Hangar auf dem Flughafen in Frankfurt am Main gewaschen.

FrankfurtTabus gibt es für Christoph Franz, den Vorstandsvorsitzenden der Lufthansa, nicht - schon aus Prinzip. Das gilt auch für den Europaverkehr der Fluggesellschaft, der chronisch rote Zahlen schreibt. "Es ist die Pflicht eines Vorstands, sich neben den reinen Kosten auch alle anderen Szenarien, die möglich sind, anzuschauen", sagte Franz jüngst vor dem Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten. Ein Aussage, die Raum für Spekulationen lässt.

Franz selbst lässt Fragen nach Details unbeantwortet. Nur so viel lässt er sich entlocken: "Das kann auch größere Schritte bedeuten." Schritte wie etwa den Aufbau eines neuen, großen Billig-Anbieters, in dem bestehende Töchter wie Germanwings oder Austrian Airlines (AUA) aufgehen?

Mutmaßungen in dieser Richtung machen seit kurzem die Runde. "Mich würde es wundern, wenn der Vorstand von Lufthansa sich nicht darüber Gedanken macht, was er mit den drei Gesellschaften im Billigsegment anstellen kann", sagte zum Beispiel ein Berater.

Lufthansa und ihre Töchter

Darauf angesprochen, bleibt Franz zurückhaltend: "Wir prüfen viele Szenarien, ob auch das dabei ist, weiß ich nicht", sagte er. Stefan Lauer, Lufthansa-Vorstand und zuständig für die Tochtergesellschaften, wies Mitte der Woche Spekulationen zurück, nach denen Lufthansa rund um die Billigtochter Germanwings mit British Midland (BMI) und der österreichischen AUA einen neuen, größeren Billiganbieter formen könnte, um Ryanair oder Easyjet auf Abstand zu halten. Es gebe solche Pläne nicht.

Klar ist aber, dass der seit Januar amtierende Lufthansa-Chef weitere "rote" Jahre auf der Europastrecke nicht mehr akzeptiert. Auf einen dreistelligen Millionenbetrag beziffern Branchenkenner die jährlichen Verluste. Lufthansa selbst äußert sich nicht dazu.

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