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05.06.2013

16:48 Uhr

Europaweit

Bahn erwartet weitere Rückgänge im Güterverkehr

„Im Güterverkehr verdient kaum noch jemand Geld“: Alexander Hedderich muss es wissen, er ist Chef der Güterbahn-Sparte der DB. Für das laufende Jahr erwartet er einen weiteren Rückgang in der Branche.

Für den Güterverkehr sieht auch die Prognose für 2013 nicht gut aus. dpa

Für den Güterverkehr sieht auch die Prognose für 2013 nicht gut aus.

MünchenWegen der Dauerkrise in Europa rechnet die Deutsche Bahn 2013 mit erneuten Rückgängen im Güterverkehr. „Wir sehen auch dieses Jahr weiter rückläufige Verkehrsmengen in Europa und in Deutschland“, sagte Güterbahn-Chef Alexander Hedderich am Mittwoch in München. Lichtblicke konnte er nicht ausmachen. DB Schenker Rail hänge stärker an der - rückläufigen - Industrieproduktion als am - recht stabilen - privaten Konsum. In der Stahl-, Auto-, Papier- oder Chemiebranche sei die Entwicklung weiter schwach. „Wir haben uns in diesem Jahr zum Ziel gesetzt, uns trotz Gegenwind nicht zurückwerfen zu lassen“, sagte Hedderich weiter und verwies auf stärkere Kostenkontrolle. Berichte über geplante Kurzarbeit wies er zurück.

Die Deutsche Bahn hatte vor Kurzem ihre Gewinnprognose zurückgenommen. Die weltweite Konjunkturschwäche trifft in erster Linie den Güterverkehr, sowohl auf der Schiene als auch die internationale Logistik der Tochter Schenker (Lkw, Flugzeug, Schiff). Wie die gesamte Branche hatte DB Schenker Rail 2012 einen kräftigen Rückgang eingefahren. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern betrug 87 Millionen Euro. Wenn 2013 das Ergebnis schwächer ausfalle, werde weniger investiert, kündigte Hedderich an. In den ersten Monaten des Jahres sei die Leistung zurückgegangen, sagte der Spartenchef, ohne Details nennen zu wollen. Auch das Hochwasser habe zu Einschränkungen in Deutschland, Österreich und Tschechien geführt, derzeit entspanne sich aber die Situation.

So viel kosten die Tickets bei der Bahn

Letzter Preisanstieg im Dezember

Seit dem 9. Dezember 2012 ist Zugfahren teurer - im Durchschnitt stiegen die Preise um 2,8 Prozent. Je nach Strecke fiel die Erhöhung unterschiedlich stark aus.

ICE Preisbeispiel I

Beispiele für die einfache Fahrt im Fernverkehr mit ICE, ohne Ermäßigungen, zweite Klasse:

Frankfurt/Main-Mannheim: bisher 27 Euro, jetzt 28 Euro (+ 3,7 Prozent)

ICE Preisbeispiel II

Stuttgart-München: bisher 54 Euro, jetzt 55 Euro (+ 1,9 Prozent)

ICE Preisbeispiel III

Hamburg-München oder Berlin-Freiburg: bisher 135 Euro, jetzt 139 Euro (+ 3,0 Prozent)

Regionalverkehr Preisbeispiel I

Beispiele für die einfache Fahrt im Regionalverkehr:

Schweinfurt-Haßfurt (24 Kilometer): bisher 5,50 Euro, jetzt 5,70 Euro (+ 3,6 Prozent)

Regionalverkehr Preisbeispiel II

Heilbronn-Stuttgart (53 Kilometer): bisher 11,10 Euro, jetzt 11,40 Euro (+ 2,7 Prozent)

Regionalverkehr Preisbeispiel III

Stuttgart-Ulm (94 Kilometer): bisher 18,10 Euro, jetzt 18,60 Euro (+ 2,8 Prozent)

Regionalverkehr Preisbeispiel IV

Hildesheim-Magdeburg (127 Kilometer): bisher 23,30 Euro, jetzt 24,00 Euro (+ 3,0 Prozent)

Hedderich führte aus, im europäischen Güterverkehr verdiene „kaum jemand Geld“. Dennoch glaube sein Unternehmen „an den Wachstumsmarkt Schienengüterverkehr“. Dieser entwickle sich aber nicht stetig, „sondern in Wellenbewegungen“ nach oben. Wenn man auf die Stammbelegschaft setze statt auf Zeitarbeiter, müsse diese „mitatmen“. So gebe es beispielsweise Arbeitszeitkonten oder die Möglichkeit, die Zahl der Wochenstunden anzupassen oder Mitarbeiter zeitweise zu versetzen. Kurzarbeit sei derzeit kein Thema, betonte der Spartenchef. "Im Moment habe ich keinerlei Anhaltspunkte, dass diese Instrumente nicht ausreichen."

Von

rtr

Kommentare (1)

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Karsten

05.06.2013, 18:02 Uhr

Wir stecken längst in der Rezession! Wie lange wird das Märchen vom Wachstum und natürlich der Fachkräftemangel noch weiter erzählt?

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