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25.10.2016

13:27 Uhr

Eurowings

Gespräche mit Flugbegleitern gehen weiter

Eurowings sucht im Gespräch mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo weiter nach einer Tariflösung, die drohende Streiks abwenden kann. Nach dem Spitzentreffen vom Montag wird weiter verhandelt.

Die Fluggesellschaft hofft im Tarifstreit mit den Flugbegleitern weiterhin auf eine Lösung ohne Streik. dpa

Eurowings

Die Fluggesellschaft hofft im Tarifstreit mit den Flugbegleitern weiterhin auf eine Lösung ohne Streik.

FrankfurtDie Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo und die Spitze von Eurowings ringen angesichts des drohenden Streiks bei der Lufthansa -Billigtochter weiter um einen Tarifkompromiss. Nach einem Spitzentreffen mit der Eurowings-Geschäftsführung am Montag sei nun eine weitere Verhandlungsrunde am Frankfurter Flughafen angesetzt, sagte Ufo-Tarifvorstand Nicoley Baublies am Dienstag. „Ob es eine belastbare Lösungen gibt, wird sich zeigen.“ Ein Sprecher von Eurowings wollte sich nicht zu den Gesprächen äußern.

Die Gewerkschaft hatte mit Streiks ab Montag dieser Woche gedroht, dann aber am Wochenende wegen eines neuen Tarifangebots von Eurowings Verhandlungen zugestimmt. Nach Aussagen eines Eurowings-Sprecher lag Ufo die Offerte seit mehreren Wochen vor. Im Kern beinhaltet das Angebot neben einer Pensionskasse ein Lohnplus von sieben Prozent über 39 Monate.

Der Konflikt zwischen Ufo und Eurowings köchelt bereits seit drei Jahren. Im Kern geht es um die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung der Flugbegleiter. Ufo wirft dem Management der Fluggesellschaft vor, sich nicht an vorherige Zusagen aus der Schlichtung bei der Konzernmutter Lufthansa gehalten zu haben. Zudem ärgert die Gewerkschafter, dass die geplante große Expansion von Eurowings nur noch über ausländische Günstigtöchter stattfinden soll.

Was tun bei Streik?

Streikgefahr bei Eurowings

Bei der Lufthansa-Tochter Eurowings wollen in den kommenden zwei Wochen die Flugbegleiter streiken. Das hat die Gewerkschaft Ufo angekündigt. Ab Montag sind demnach jederzeit Arbeitsniederlegungen möglich. Noch ist unklar, welche Flüge betroffen sein werden.

Quelle: AFP

Informationen

Erster Ansprechpartner für Flugreisende ist immer die Fluggesellschaft, bei Pauschalreisen der Reiseveranstalter. Auch der jeweilige Flughafen bietet auf seiner Internetseite ausführliche Informationen über die aktuellen Abflug- und Ankunftszeiten. Bei Informationen aus dem Internet ist es sinnvoll, sich diese auszudrucken, um später einen Beleg zu haben.

Stornieren, Umbuchen oder Umsteigen

Einen streikbedingt gestrichenen Flug kann der Kunde stornieren, er bekommt dann sein Geld zurück. Wer trotzdem fliegen will, hat Anspruch auf einen späteren Flug. Das kann aber dauern, bis der Streik vorbei ist - und auch länger, da ein Rückstau entstehen kann. Bei langen Ausständen muss die Fluggesellschaft eine Ersatzbeförderung organisieren, zum Beispiel mit der Bahn oder Bussen.

Verspätung

Verspätet sich der Flug wegen des Streiks, stehen Betroffenen bestimmte Leistungen zu. Bei einer kürzeren Flugstrecke von maximal 1500 Kilometern haben die Passagiere ab einer Verspätung von zwei Stunden Anspruch auf Betreuungsleistungen, also Telefonate, Getränke und Mahlzeiten. Ist der Flug zwischen 1500 und 3500 Kilometer lang, greift die Vorschrift ab einer Verspätung von drei Stunden, bei Langstreckenflügen von 3500 und mehr Kilometern liegt die Grenze bei vier Stunden. Gegebenenfalls muss auch eine Übernachtung im Hotel bezahlt werden

Auch bei einer großen absehbaren Verspätung sollten Passagiere immer zur ursprünglichen Abflugzeit am Flughafen sein. Es besteht sonst die Gefahr, dass die Fluggesellschaft doch früher einen Ersatzflug anbieten kann - und der Reisende ihn dann verpasst.

Entschädigung

Bei Annullierung, Überbuchung oder Verspätung ab drei Stunden haben Passagiere zwar laut EU-Verordnung Anspruch auf eine Entschädigung von bis zu 600 Euro - aber nur, wenn kein „außergewöhnlicher“ Umstand daran schuld ist. Die Fluggesellschaften werten Streiks – wie zum Beispiel auch miserables Wetter – als außergewöhnlichen Umstand. Entschädigung gibt es daher nicht.

Offiziell gescheitert sind die Tarifverhandlungen seit Ende September. Unübersichtlicher wird die Situation dadurch, dass neben Ufo auch die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi bei den rund 400 Flugbegleitern von Eurowings Deutschland vertreten ist.

Die Airline steuert mit 23 Flugzeugen von Düsseldorf und Hamburg Ziele in Europa an. Daneben fliegen auch Germanwings und eine Langstrecken-Fluggesellschaft unter der Marke Eurowings. Insgesamt umfasst die Flotte damit 90 Flugzeuge.

Von

rtr

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