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22.09.2016

11:36 Uhr

Eurowings-Kabinenpersonal

Warnstreik lässt Flüge in Düsseldorf ausfallen

Der Streik des Eurowings-Kabinenpersonals in Düsseldorf ist beendet. Mit dem Warnstreik sollte der Druck auf den Arbeitgeber Lufthansa erhöht werden. Doch die Auswirkungen waren geringer als erwartet.

Die Gewerkschaft Verdi fordert unter anderem Lohnerhöhungen. dpa

Eurowings-Kabinenpersonal

Die Gewerkschaft Verdi fordert unter anderem Lohnerhöhungen.

DüsseldorfDer Verdi-Streik des Eurowings-Kabinenpersonals in Düsseldorf hat den Flugplan der Lufthansa -Billigtochter kaum beeinträchtigt. Von 184 am Donnerstag in der Rheinmetropole geplanten Flügen hätten nur 16 gestrichen werden müssen, sagte ein Eurowings-Sprecher. Davon seien etwa 1100 Passagiere betroffen gewesen. Größere Auswirkungen habe der Ausstand nicht, da nur etwa 20 Flugbegleiter die Arbeit niedergelegt hätten, sagte der Firmensprecher. Verdi rief ursprünglich 250 bis 300 Stewards und Stewardessen der Frühschicht ab 5 Uhr zum Warnstreik auf. Verdi-Streikleiterin Hülya Grünefeld nennt den Ausstand dennoch einen Erfolg. „Viele Kollegen haben zum ersten Mal an einem Arbeitskampf teilgenommen.” Zur Zahl der Teilnehmer könne sie nichts Genaues sagen, aber zu einer Kundgebung in Düsseldorf seien 30 bis 40 Leute erschienen.

Verdi fordert in dem Tarifclinch für die 460 Kabinenmitarbeiter von Eurowings unter anderem eine Anhebung der Gehälter und eine Erhöhung der Funktionszulagen um jeweils sieben Prozent sowie 500 Euro Zulage für die Kabinenleitung. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen. „Die Flugbegleiter bei Eurowings haben seit acht Jahren keine Lohnerhöhung mehr erhalten”, sagte Grünefeld.

Der Umbau von Germanwings zu Eurowings

Germanwings

Germanwings war mit seiner Basis am Flughafen Köln/Bonn einst die drittgrößte Fluggesellschaft Deutschlands.

Quelle: dpa

Umbau

Auf Sicht wird die Marke allerdings in den kommenden Jahren von den Rollfeldern verschwinden, weil der Lufthansa-Konzern sein komplettes Billigflugangebot mittlerweile über die Plattform Eurowings organisiert.

Konkurrenzkampf

So will sich der Konzern im Kampf gegen Konkurrenten wie Easyjet und Ryanair behaupten.

Kein Markenauftritt

Die Marke Germanwings, die 2002 gegründet und 2013 neu gestaltet wurde, hat seinen eigenständigen Markenauftritt bereits ebenso verloren wie seine Präsenz im Internet und im Vertrieb.

Jets

Die Germanwings-Jets werden in den kommenden Jahren umgestaltet.

Germanwings-Absturz

Der Name Germanwings wird noch lange mit dem wohl vom Co-Piloten herbeigeführten Absturz des Flugs 4U9525 verbunden werden, bei dem im März 2015 alle 150 Menschen im Flugzeug ums Leben kamen.

Verzögerter Markenwechsel

Der Markenwechsel hin zu Eurowings war aus unternehmensstrategischen Gründen aber schon vor der Katastrophe beschlossene Sache - die Tragödie hat den Umbau eher verzögert als beschleunigt.

Die Tarifverhandlungen für das Kabinenpersonal von Eurowings werden am nächsten Montag in Düsseldorf fortgesetzt. Dabei kommt es zu einem Novum: Die Eurowings-Führung muss nicht nur mit Verdi sprechen, sondern auch mit der Flugbegleitervertretung Ufo. Beide Gewerkschaften konkurrieren bei der Fluglinie darum, wer mehr Mitglieder hat und damit die Arbeitnehmer vertreten darf. In den Jahren zuvor hatte Ufo dort alleine das Sagen. „Wir wollen mit beiden Arbeitnehmervertretungen den gleichen Tarifvertrag aushandeln”, sagte der Eurowings-Sprecher zur Position der Airline. Auf hohe Lohnforderungen kann sich der Ryanair -Rivale Eurowings nicht einlassen, da sein schneller Ausbau für Lufthansa-Chef Carsten Spohr strategische Bedeutung hat.

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