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22.11.2016

15:10 Uhr

Eurowings-Streik

Gähnende Leere, Resignation, Gleichgültigkeit

VonAndreas Neuhaus

Durch den Streik des Eurowings-Bordpersonals fallen in Düsseldorf 50 von 88 Flügen aus. Für Empörung unter den Fluggästen sorgt das schon längst nicht mehr. Doch das Verständnis für die Streiks lässt nach.

Viele Fluggäste informierten sich frühzeitig im Internet, ob ihr Flug ausfällt. Die verbliebenden Eurowingspassagiere sparten dadurch beim Check-In viel Zeit. Handelsblatt Andreas Neuhaus

Gähnende Leere in Düsseldorf

Viele Fluggäste informierten sich frühzeitig im Internet, ob ihr Flug ausfällt. Die verbliebenden Eurowingspassagiere sparten dadurch beim Check-In viel Zeit.

DüsseldorfGuido Duschanik lacht erleichtert, nimmt seine Frau in den Arm und sagt: „Wir sind total entspannt – unser Flug geht ja.“ Das Ehepaar fliegt in gut eineinhalb Stunden in den Urlaub nach Fuerteventura. Dass das Flugzeug wirklich vom Düsseldorfer Flughaben abhebt, ist keine Selbstverständlichkeit. Denn Familie Duschanik will mit Eurowings in den Süden. Doch bei der Billigtochter der Lufthansa streikt an diesem Dienstag, den 22. November, das Bordpersonal. Ganztägig, von 5 bis 20 Uhr. In Düsseldorf fallen deshalb 50 von 88 Flügen aus.

Vor dem Flughafen stehen noch ein Dutzend Eurowings-Mitarbeiter – die meisten sind wegen der kühlen Temperaturen wieder nach Hause geschickt worden. An der Wand hängen Zettel mit der Aufschrift „Auf Wiedersehen Weihnachtsgeld! Tschüss Urlaubsgeld!“ oder „Schatz ich möchte Kinder! – Schatz das können wir uns nicht leisten. Ich arbeite bei Eurowings“. Der ein oder andere tippt im Takt von einem Bein auf das andere, aus dem mobilen Lautsprecher dröhnt das Lied „Lampenfieber“ von Gitta Haenning. Doch von Aufregung ist am Düsseldorfer Flughafen nichts zu sehen oder spüren.

Cockpit vs. Lufthansa

„Andere Gewerkschaften werden nie vor Gericht gezogen, bei uns ist das normal.“

Cockpit vs. Lufthansa: „Andere Gewerkschaften werden nie vor Gericht gezogen, bei uns ist das normal.“

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Mehr oder minder gleichgültig ziehen die Fluggäste ihre Trolleys am Verdi-Stand vorbei. „Heute früh haben wir aber viele positive Reaktionen bekommen. Einige, die im Auto vorbeigefahren sind, haben gehupt und den Daumen nach oben gezeigt“, sagt Anja Schlosser von Verdi. Außerdem berichtet sie von langen Schlangen am Eurowings-Schalter, wo verzweifelte Passagiere ihre Flüge umbuchen wollten – das sei aber gegen sieben Uhr morgens gewesen.

Gegen zehn Uhr herrscht am Check-In-Schalter von Eurowings gähnende Leere. Nur an drei der acht Schalter stehen Fluggäste. Warten muss hier niemand. „Die Leute gucken im Internet und buchen rechtzeitig um – oder bleiben zuhause. Es ist ja nicht der erste Streik“, sagt eine Eurowings-Mitarbeiterin.

Piloten-Streik: Lufthansa will Streik noch abwenden

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Nach dem Streik des Kabinenpersonals der Billigairline Eurowings am Dienstag wollen die Lufthansa-Piloten am Mittwoch streiken. Die Fluggesellschaft strich bereits über 800 Flüge, will den Streik aber noch abwenden.

Bereits im Oktober war es bei der Lufthansa-Tochter zum Streik gekommen. Da allerdings organisiert vom Verdi-Konkurrenten Ufo. Die beiden Gewerkschaften konkurrieren um die Vertretung der Kabinenbeschäftigten. Jetzt zog Verdi nach. Im Raum steht eine Forderung eine Anhebung der Gehälter und Funktionszulagen von sieben Prozent, 500 Euro Zulage für die Kabinenleitung und weitere Verbesserungen für die 460 Kabinenmitarbeiter von Eurowings. Die letzten Verhandlungen am 11. November endeten ergebnislos, ein neuer Termin wurde nicht vereinbart.

Die Reaktionen der Fluggäste pendeln oft zwischen Verständnis und Resignation. Doch gerade Vielflieger sind genervt. Ein Passagier sagt: „Ich muss beruflich oft nach London und fliege mit Easyjet. Da gibt es komischerweise nie Probleme. Was mir auffällt. Wir reden in Deutschland immer über dieselben Fluglinien.“

Kommentare (6)

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Herr Percy Stuart

22.11.2016, 16:02 Uhr

Niederschlag, egal ob Regen, Hagel oder Schnee ist immens wichtig für das Leben auf der Erde. Pflanzen und Tiere würden ohne Wasser nicht überleben. Darüber hinaus reinigt Niederschlag die Luft. Regentropfen wie auch Schneeflocken entstehen durch so genannte Kondensationskeime, an die sich Wasser heften kann. Diese Keime sind kleine Partikel, die in der Luft umherschwirren. Das kann Salz sein, das kann aber auch Reifenabrieb oder Vulkanasche sein.
Vulkanasche reinigt die Atmosphäre, Flugzeugabgase aber nicht, diese schädigen diese, dass ist der große Unterschied!
"Eine einzige Flugreise von Europa nach New York belastet die Erdatmosphäre so stark wie ein Jahr Autofahren!" Irgendwann aber landen die Rückstände, der "Dreck" der Abgase auf der Erde und richten dort weiteren, d.h. zusätzlichen Schaden in der unteren Atmosphäre und schließlich auf dem Boden und im Erdreich an.

Herr Percy Stuart

22.11.2016, 16:02 Uhr

90 Prozent aller Luftfrachtgüter sind nicht verderblich, könnten also zum Großteil per Bahn, Schiff oder LKW transportiert werden mit entsprechend wesentlich geringerer Belastung für die Umwelt und wesentlich geringeren Transportkosten. Doch die großen Fluggesell-schaften haben sich vorgenommen, immer mehr Fracht für ihre ständig sich erweiternde Flugzeugflotte zu requirieren. Dabei geht es zum Teil ziemlich absurd zu. So wird ein Teil der Luftfracht nicht immer direkt auf kürzestem Weg vom Abflughafen zum Zielflughafen transportiert, es werden, wie man sagt, aus Rationalisierungsgründen lange Umwege geflogen. Transporte aus Toulouse in Frankreich zum nahe gelegenen Marseille werden zuweilen zuerst nach Köln oder Brüssel geflogen und noch in der selben Nacht in eine Maschine nach Marseille oder zu anderen Flughäfen in Frankreich umgeladen, also eine zehn- bis dreißigfache Flugverlängerung mit entsprechend zusätzlicher Belastung für die Umwelt. Für den Frachtdienst werden oftmals längst ausrangierte ältere Passagier-maschinen, die wahre Spritfresser sind, eingesetzt, damit nicht neue teure Maschinen für diesen Extraservice angeschafft werden müssen. Vergleicht man den Verbrauch an Energie zwischen einem schnellen Container-Frachtschiff der modernen Generation mit einem Frachtflugzeug, so verbrennt das Flugzeug, zudem in den für das Klima sehr ungünstigen Höhen der Atmosphäre, vergleichsweise mindestens zehn Mal mehr Treibstoff als das Schiff für die gleiche Strecke. Umweltschützer beklagen außerdem, dass beispielsweise Erdbeeren aus Südafrika und Neuseeland und verschieden andere Früchte, Obst und Gemüse in den Wintermonaten sowie auch Schnittblumen über Zehntausende von Kilometern zu den Konsumenten nach Europa oder Amerika geflogen werden, wodurch die Umwelt unnötig belastet wird. Man erkennt: Aufklärung tut not!

Herr Otto Lehmann

22.11.2016, 16:19 Uhr

das schlaue gut organisierte Flugpersonal hat wieder volle Streikkassen.

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