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18.05.2016

14:00 Uhr

Eurowings und BVB

Borussen fliegen künftig billig

VonJens Koenen

Eurowings braucht Aufmerksamkeit: Die Billigtochter der Lufthansa fliegt deshalb künftig Borussia Dortmund. Eurowings will sein digitales Image aufpolieren. Wie die Airline dabei vom BVB profitieren will.

Die Lufthansa-Billigtochter wird Champion-Partner des Top-Vereins aus dem Oberhaus des deutschen Fußballs. PR

Eurowings-Flieger im BVB-Look

Die Lufthansa-Billigtochter wird Champion-Partner des Top-Vereins aus dem Oberhaus des deutschen Fußballs.

FrankfurtDie Kicker von Borussia Dortmund werden ab der kommenden Saison zu den internationalen Spielen und Veranstaltungen mit der Lufthansa-Tochter Eurowings fliegen. Die neue Billigtochter der größten europäischen Fluggesellschaft wird Sponsor und sogenannter Champion-Partner des Top-Vereins aus dem Oberhaus des deutschen Fußballs. Die Zusammenarbeit wurde am Mittwochmittag in Dortmund offiziell besiegelt.

Bislang jetteten die Borussen mit der stark expandierenden Turkish Airlines durch die Welt. Der Lufthansa-Rivale, der allerdings auch Partner des deutschen Branchenprimus in der Luftfahrt-Allianz Star Alliance ist, war 2013 als Airline-Sponsor eingestiegen. Der auf drei Jahre angelegte Vertrag läuft mit dieser Saison aus.

Der Umbau von Germanwings zu Eurowings

Germanwings

Germanwings war mit seiner Basis am Flughafen Köln/Bonn einst die drittgrößte Fluggesellschaft Deutschlands.

Quelle: dpa

Umbau

Auf Sicht wird die Marke allerdings in den kommenden Jahren von den Rollfeldern verschwinden, weil der Lufthansa-Konzern sein komplettes Billigflugangebot mittlerweile über die Plattform Eurowings organisiert.

Konkurrenzkampf

So will sich der Konzern im Kampf gegen Konkurrenten wie Easyjet und Ryanair behaupten.

Kein Markenauftritt

Die Marke Germanwings, die 2002 gegründet und 2013 neu gestaltet wurde, hat seinen eigenständigen Markenauftritt bereits ebenso verloren wie seine Präsenz im Internet und im Vertrieb.

Jets

Die Germanwings-Jets werden in den kommenden Jahren umgestaltet.

Germanwings-Absturz

Der Name Germanwings wird noch lange mit dem wohl vom Co-Piloten herbeigeführten Absturz des Flugs 4U9525 verbunden werden, bei dem im März 2015 alle 150 Menschen im Flugzeug ums Leben kamen.

Verzögerter Markenwechsel

Der Markenwechsel hin zu Eurowings war aus unternehmensstrategischen Gründen aber schon vor der Katastrophe beschlossene Sache - die Tragödie hat den Umbau eher verzögert als beschleunigt.

Zu den finanziellen Details des neuen Deals schweigen Eurowings wie Borussia Dortmund. Turkish soll gut drei Millionen Euro pro Jahr gezahlt haben. Die Champion-Partner – auch Turkish war ein solcher – zählen nicht zu den Hauptsponsoren des Vereins. Deshalb taucht der Name des Unternehmens auch nicht auf den Trikots der Spieler auf.

Hauptsponsor Evonik zahlt zum Beispiel 18 Millionen Euro pro Jahr und ist zudem am Verein beteiligt. Hinzu kommen beim Airline-Partner allerdings die Sachleistungen – also vor allem die Flüge. Borussia Dortmund wird in der kommenden Saison wieder in der Champions League antreten.

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Die Lufthansa kämpft gegen Probleme. Was den notwendigen Umbau des Konzerns betrifft, gilt die britisch dominierte Flugallianz IAG als Vorbild. Wie die beiden Konkurrenten der Lüfte im Vergleich dastehen.

Turkish hatte dafür den hinteren Teil eines Flugzeugs in Schwarz-gelb lackiert Eurowings geht nun einen Schritt weiter. Die Airline präsentierte am Mittwoch einen vollständig in den Vereinsfarben getauchten Airbus 320, den neuen „Mannschaftsairbus“ in Ergänzung zum „Mannschaftsbus“.

Lufthansa will Eurowings zu den drei größten europäischen Billig-Anbietern in der Luftfahrt machen. Die neue Billigplattform hat von der Lufthansa-Tochter Germanwings die Kurz- und Mittelstrecken jenseits der Drehkreuze Frankfurt und München übernommen. Zudem fliegt die Airline seit Herbst vergangenen Jahres Langstrecke zu touristischen Zielen etwa auf Kuba.

Der Lufthansa-Ableger braucht deshalb große Aufmerksamkeit. Dazu nutzt man bereits umfangreiche Anzeigen- und TV-Spots. Die Kooperation mit Borussia Dortmund bietet nun neue Möglichkeiten. Sie umfasst zum Beispiel Bandenwerbung, gemeinsame Veranstaltungen und Promotion-Aktionen. Eine eigene Lounge wird Eurowings dagegen im Dortmunder Stadion nicht haben – anders als Turkish. Das passe nicht zum Image der Billig-Airline, heißt es im Unternehmen.

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