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18.11.2014

18:11 Uhr

EVG erhöht Druck auf GDL

Bahngewerkschaften vor großem Spitzentreffen

Bei der Bahn geht das Bangen erst einmal weiter. Kommen sich die beiden Gewerkschaften näher? Scheitert ein Spitzengespräch über gemeinsame Tarifverhandlungen von EVD und GDL mit dem Konzern, drohen neue Streiks.

Der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Alexander Kirchner (l), und sein Stellvertreter, Klaus-Dieter Hommel. Die EVG trifft sich gemeinsam mit der kleineren Gewerkschaft GDL und der Deutschen Bahn zu Krisengesprächen. dpa

Der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Alexander Kirchner (l), und sein Stellvertreter, Klaus-Dieter Hommel. Die EVG trifft sich gemeinsam mit der kleineren Gewerkschaft GDL und der Deutschen Bahn zu Krisengesprächen.

Berlin/FrankfurtVor einem Spitzengespräch über den Tarifkonflikt bei der Bahn hat die größere Gewerkschaft EVG den Druck auf die kleinere Lokführergewerkschaft GDL erhöht. „Gemeinsame Verhandlungen machen nur dann Sinn, wenn damit auch die gleichen Ziele verfolgt werden“, sagte der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Alexander Kircher, am Dienstag.

Ergebnisse des Treffens mit Kirchner, GDL-Chef Claus Weselsky und Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber wurden frühestens am Dienstagabend erwartet. Keiner der drei Beteiligten wollte Ort und Zeit des Treffens nennen.

Kirchner bekräftigte das Ziel der EVG: „Wir wollen keine Spaltung der Belegschaft und halten deshalb daran fest, dass für alle Berufsgruppen am Ende gleichlautende Tarifverträge gelten.“ Vorbild dafür seien etwa die gemeinsamen Verhandlungen von Verdi und dem Beamtenbund DBB. Diese schlössen als konkurrierende Gewerkschaften stets gleichlautende Tarifverträge ab.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat bislang eine andere Auffassung vertreten. Sie will eigene Tarifverträge für ihre Mitglieder beim gesamten Zugpersonal durchsetzen - etwa für Zugbegleiter oder für Lokrangierführer. Für die Lokführer hat die GDL das bereits vor Jahren erreicht.

Wer fordert was im Bahn-Tarifkonflikt?

GDL

Die Lokführergewerkschaft fordert unter anderem fünf Prozent mehr Geld für das Zugpersonal für zwölf Monate und eine von 39 auf 37 Stunden reduzierte Wochenarbeitszeit ab Januar 2015. Der Knackpunkt: Die GDL will für ihre Mitglieder beim gesamten Zugpersonal verhandeln, nicht nur für die Lokführer unter ihnen. Die Zugbegleiter werden aber auch von der EVG vertreten, die bislang in diesem Bereich alleine die Tarifverträge ausgehandelt hat.

EVG

Die Eisenbahn-und Verkehrsgewerkschaft fordert für ihre 100.000 Mitglieder bei der Bahn sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 150 Euro mehr im Monat. Die EVG pocht darauf, dass es keine konkurrierenden Tarifregelungen für eine Berufsgruppe gibt.

Deutsche Bahn

Sie bietet den Lokführer 2,1 Prozent mehr Geld ab 1. Dezember 2014, dann 1,5 Prozent im Juli 2015 und 1,4 Prozent im Juli 2016. Außerdem soll es für die fünf Monate nach Auslaufen des bisherigen Tarifvertrags im Juni 2014 einen Einmalbetrag von 325 Euro geben. Der EVG hat sie bislang kein Angebot unterbreitet. Die Bahn will ebenfalls verschiedene Regelungen für eine Berufsgruppe vermeiden.

Das Spitzengespräch vom Dienstag sollte den Weg zu gemeinsamen Tarifverhandlungen ebnen. Diese würden dann an diesem Freitag in Frankfurt beginnen. Zu diesem Termin hatten sich Bahn und EVG zu ihrer dritten Tarifrunde verabredet.

Kirchner sagte im WDR, der Appell zu gemeinsamen Verhandlungen sei als Angebot an die GDL zu verstehen, auch für die Berufsgruppen, für die sie nicht die Mehrheit habe, gemeinsam mit der EVG zu verhandeln. Am Ende müsse jedoch die Mehrheit der Beschäftigten über ihre Zukunft entscheiden.

Von

dpa

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