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02.06.2014

16:30 Uhr

Ex-Arcandor-Chef Middelhoff

Mit Hubschrauber und Jet den Stau vermieden

Davon träumen viele Arbeitnehmer: Einfach über den Stau im morgendlichen Berufsverkehr hinwegfliegen. Der frühere Arcandor-Chef hatte die Chance dazu. Jetzt beschäftigen seine Flüge das Essener Landgericht.

Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff. Die Staatsanwaltschaft Bochum wirft dem ehemaligen Topmanager vor, den Karstadt-Mutterkonzern Arcandor zu Unrecht mit betriebsfremden Kosten in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro belastet zu haben. dpa

Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff. Die Staatsanwaltschaft Bochum wirft dem ehemaligen Topmanager vor, den Karstadt-Mutterkonzern Arcandor zu Unrecht mit betriebsfremden Kosten in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro belastet zu haben.

EssenDer frühere Chef des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor, Thomas Middelhoff, hat seine Flüge auf Firmenkosten vom Wohnsitz in Bielefeld zur Firmenzentrale in Essen verteidigt. Der 61-jährige Manager sagte am Montag im Untreue-Prozess vor dem Essener Landgericht, er sei damals am Wochenanfang mehrfach drei bis vier Stunden zu spät ins Büro gekommen, weil er wegen Bauarbeiten am Kamener Kreuz mit dem Auto im Stau gestanden habe. Dies sei in der damaligen Finanzkrise für das Unternehmen aber nicht tragbar gewesen.

Der Umstieg vom Dienstwagen auf Privatjets und Hubschrauber sei deshalb im Interesse der Firma gewesen. Ausschlaggebend sei für ihn dabei der Gedanke gewesen: „Der Chef muss an Deck sein und in stürmischer See das Ruder in der Hand halten.“ Middelhoff betonte, seine Verspätungen seien Stress für alle Beteiligten gewesen. Sein Pressesprecher habe dann den Vorschlag gemacht, den Stau einfach zu überfliegen. „Ich habe es getestet und fand es Klasse“, sagte Middelhoff. „Wie durch Zauberhand kam ich plötzlich pünktlich an.“

Welche Nation ist Reiseweltmeister?

Platz 10

Italien: Die Italiener, selbst mit einem wunderschönen Land gesegnet, gaben im Jahr 2012 über 20 Milliarden US-Dollar für Reisen ins Ausland aus.

(Quelle: UNWTO, Commerzbank Research)

Platz 9

Australien: Die Australier sind reisesüchtig. Man trifft sie an allen touristischen Hotspots der Welt. Entsprechend hoch sind ihre Ausgaben für Reisen ins Ausland - 2012 betrugen diese über 25 Milliarden US-Dollar.

Platz 8

Japan: Die Bewohner des Inselstaates gaben im vergangenen Jahr knapp unter 30 Milliarden US-Dollar bei Auslandsreisen aus. Sie bevorzugen Ziele in China, Südkorea oder den USA.

Platz 7

Kanada: Auch die Kanadier sind reisefreudig. Sie gaben im Jahr 2012 geschätzte 33 Milliarden US-Dollar dafür aus. Sie mögen besonders gerne europäische Städte: Paris und London zum Beispiel.

Platz 6

Russland: Die Russen gaben im vergangenen Jahr knapp 40 Milliarden US-Dollar bei ihren Reisen ins Ausland aus. Ein besonders beliebtes Reiseziel für betuchte Gäste aus Sankt Petersburg und Moskau: Die Mittelmeerinsel Zypern.

Platz 5

Die Franzosen gaben im Jahr 2012 knapp 40 Milliarden US-Dollar für Reisen aus.

Platz 4

England: Die Touristen aus den britischen Inseln reisen gerne nach Südeuropa - dahin, wo die Sonne den ganzen Tag scheint und das Essen schmeckt. Für ihre Reiseaufenthalte gaben die Briten im Jahr 2012 über 50 Milliarden US-Dollar aus.

Platz 3

BRD: Deutschland, lange Jahre der Reiseweltmeister, rutscht vom Thron auf Platz drei ab. Die Ausgaben betrugen das Jahr 2012 geschätzt 82 Milliarden US-Dollar.

Platz 2

Amerika: Die US-Amerikaner bleiben freudige Fernreisende. Egal, ob in der Welt oder im eigenen Land, wo sie auf faszinierende Ziele wie den Grand Canyon treffen. Ihre Ausgaben für Tourismus & Co lagen im Jahr 2012 bei über 85 Milliarden US-Dollar.

Platz 1

China: Die Touristen aus dem Reich der Mitte haben nicht nur die Deutschen vom Thron der Vielreisenden geschubst, sondern sie geben auch das meiste Geld bei ihren Reisen aus. Schätzungen zufolge betrugen die Urlaubsausgaben der Chinesen im Jahr 2012 über 90 Milliarden US-Dollar. Die Ausgaben nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent zu. Die Chinesen sind damit Reiseweltmeister.

Die Unternehmen, die unmittelbar mit chinesischen Touristen zu tun haben, stellen sich auf den Ansturm aus Asien ein. Zum Beispiel am Frankfurter Flughafen: Dort sprechen einzelne Mitarbeiter in Duty-Free-Shops mittlerweile Mandarin.

Die Staatsanwaltschaft Bochum wirft Middelhoff vor, den inzwischen pleitegegangenen Handelskonzern mit betriebsfremden Kosten in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro belastet zu haben. Darunter sind auch 28 Flüge zwischen seinem Wohnsitz in Bielefeld und der Firmenzentrale in Essen mit Gesamtkosten von mehr als 80 000 Euro. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Kosten für den Weg zum Arbeitsplatz grundsätzlich vom Arbeitnehmer selbst zu tragen sind. Dies gelte auch für Middelhoff.

Dem widersprach der Manager. Als Vorstand eines Multi-Milliarden-Konzerns sei er in der Lage gewesen, sich für das effizienteste Verkehrsmittel zu entscheiden. Er habe auch keine Zweifel gehabt, dass die Nutzung des Fluggeräts durch seinen Arbeitsvertrag gedeckt sei.

Von

dpa

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