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05.04.2015

11:36 Uhr

Ex-Chef des Hauptstadtflughafens

Mehdorn bezieht weiter Geld vom BER

Hartmut Mehdorn ist nicht mehr verantwortlich für den Berliner Hauptstadtflughafen, bezieht aber immer noch Geld: Der Ex-BER-Chef erhielt laut eines Medienberichts noch vor wenigen Wochen eine sechsstellige Summe.

Nicht mehr Chef des Hauptstadtflughafen, aber trotzdem noch auf dessen Gehaltsliste: Hartmut Mehdorn bekommt immer noch Geld vom BER. dpa

Ex-BER-Chef Hartmut Mehdorn bekommt noch Geld

Nicht mehr Chef des Hauptstadtflughafen, aber trotzdem noch auf dessen Gehaltsliste: Hartmut Mehdorn bekommt immer noch Geld vom BER.

DüsseldorfObwohl er nicht mehr Chef des noch in Arbeit befindenden Hauptstadt-Flughafen BER ist, bezieht Hartmut Mehdorn offenbar weiterhin Geld von seinem früheren Arbeitgeber. Noch vor drei Wochen soll der Manager 300.000 Euro von dem Flughafen bekommen haben, wie die „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf Aufsichtsratskreise berichtet.

Demnach erhält Mehdorn den vollen Bonus von 150.000 Euro für das abgelaufene Jahr sowie bis Ende Juni drei Monatsgehälter in Höhe von 50.000 Euro. Mehdorn, früher Manager der Deutschen Bahn, war seit 2013 Chef des BER, im Dezember kündigte er seinen Rücktritt an. Sein Nachfolger heißt Karsten Mühlenfeld. Er soll dafür Sorgen, dass der Pannenflughafen 2017 eröffnet werden kann.

Das sind die größten Probleme des BER

Dauerbaustelle

Bis zu 400 Bauarbeiter sind derzeit im Terminal des neuen Hauptstadtflughafens im Einsatz. Woran sie nach Angaben der Betreiber arbeiten und was darüber hinaus zu tun ist.

Brandschutz

Weil die Anlage nicht funktionierte, platzte die Eröffnung 2012. Zwei Jahre später glauben die Betreiber, die Lösung zu kennen. Sie teilen die Anlage im kritischen Bereich in drei Abschnitte, das soll die Steuerung einfacher machen.

Kabeltrassen

Weil die Firmen zeitweise bauen konnten wie sie wollten, sind viele Kabelbrücken über- oder fehlbelegt. Nun werden Kabel kilometerweise neu gezogen. Zudem ist ein Teil der 4000 Räume im Flughafen falsch nummeriert, was zu Chaos führen könnte, weil die Lüftungsklappen den Nummern folgen. Auch hier wird nachgearbeitet.

Restarbeiten

Von der gerissenen Kachel bis zu handfestem Baupfusch haben die Betreiber 150.000 Mängel gefunden. Hier arbeiten Firmen nach.

Schallschutz

Die Großbaustelle jenseits der Baustelle: Lange bekamen die Anwohner zu schwachen Schallschutz. Ein Gericht schritt 2013 ein, die Arbeit begann weitgehend von vorn. Es geht um Fenster, Dämmungen und Lüfter für bis zu 25.500 Wohnungen.

Sanierung Nordbahn

Der Neubau übernimmt die Piste vom benachbarten Altflughafen Schönefeld. Sie muss saniert werden, doch die Behörden verlangen zunächst den Schallschutz für die Anwohner. Geplanter Baubeginn: März 2015.

Korruptionsaffäre

Wegen des Bestechlichkeitsvorwurfs gegen den bisherigen Technikchef Jochen Großmann werden nun alle Vergabeverfahren überprüft, mit denen dieser zu tun hatte. Unterlegene Bewerber könnten auf Schadenersatz klagen.

Finanzierung

4,3 Milliarden Euro sind bislang bewilligt, doch das Geld geht im Frühjahr aus. Mehdorn fordert mehr als 1,1 Milliarde Euro zusätzlich. Die Flughafeneigentümer Berlin, Brandenburg und der Bund dürfen aber nur Geld nachschießen, wenn die EU-Kommission das genehmigt. Dafür wird die Zeit langsam knapp.

Von

lih

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

07.04.2015, 13:34 Uhr

Na und? Politiker kassieren auch ohne Arbeit, da sie versagten, Gelder.! Wo ist der Unterschied? Keiner muss für seine Fehler aufkommen! Wieso erhalten die Politiker bzw. nehmen sich Gelder nach Beendigung ihrer "politischen Arbeit" widerrechtlich Geld?

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