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02.11.2011

15:28 Uhr

Ex-Porschechef

Wiedeking führt Gespräche über Kaufhof-Übernahme

VonKirsten Ludowig, Christoph Schlautmann

Überraschende Personalie im Übernahmekampf um Kaufhof: Der ehemalige Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hat im Auftrag des griechischen Investors die Verhandlungen mit der Metro eingefädelt.

Der ehemalige Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. ap

Der ehemalige Porsche-Chef Wendelin Wiedeking.

DüsseldorfIm Poker um den Verkauf der Metro-Warenhaustochter Kaufhof ist ein prominenter Name aufgetaucht: Wendelin Wiedeking. Der Ex-Porsche-Chef ist „seit geraumer Zeit Mitaktionär bei Signa“, sagte René Benko, Geschäftsführer und Gründer der Signa-Gruppe, im Interview mit dem Handelsblatt. „Er war von Anfang an einbezogen in die Gespräche mit der Metro.“

Wie das Handelsblatt berichtete, hat die österreichische Immobilienfirma Signa ein Angebot für Kaufhof vorgelegt. Seit Wochen durchleuchten die Investoren die Geschäftszahlen der Tochter des Düsseldorfer Dax-Konzerns Metro. Heute wurde zudem bekannt, dass auch Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen ein Angebot vorgelegt hat.

Wie das Handelsblatt aus Kreisen von Deutschlands größtem Handelskonzern erfuhr, war es Wiedeking, der vor ein paar Wochen mit (Noch-)Metro-Chef Eckhard Cordes über das Interesse der österreichischen Immobilienfirma an Kaufhof sprach. Die beiden Manager kennen sich schon länger. Laut Benko ist Wiedeking bei Signa in dem Geschäftsbereich engagiert, der die Immobilien der Gruppe in Innenstadt-Lagen – zum Beispiel in Wien, aber auch in München und Düsseldorf – besitzt. „Herr Wiedeking zieht gerade auch in den Beirat unserer Holding und in die Aufsichtsräte verschiedener Signa-Beteiligungen ein“, sagte Benko.

Der geplante Verkauf der Metro-Tochter Kaufhof wird damit zu einem Bieterkampf. Metro bestätigte der Nachrichtenagentur dpa das Interesse von Berggruen. Für das operative Geschäft habe Berggruen alleine und für die Immobilien mit anderen Investoren Offerten abgegeben, hieß es aus Unternehmenskreisen. Jeder zweiter Standort des Warenhauses, das seit 1996 zum Metro-Konzern gehört und seit Anfang 2008 auf der Verkaufsliste steht, befindet sich im eigenen Besitz. Mit einer Trennung von Immobilien und operativem Geschäft sei Metro immer sehr vorsichtig gewesen und es sei fraglich, ob sie sinnvoll sei, hieß es weiter.

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Berggruens Ziel sei es, Karstadt und Kaufhof unter einem Dach zu vereinen. Damit würde die Vision einer „Deutschen Warenhaus AG“, über die seit Jahren spekuliert wird, einen Schritt näher rücken.

Die Investitionen des Nicolas Berggruen

Üppiges Kapitalpolster

Die 1984 gegründete Berggruen Holdings verfügt nach eigenen Angaben über ein Eigenkapital von mehr als zwei Milliarden Dollar. Investiert ist das Geld in eine Vielzahl von Projekten in Europa, Asien und Amerika.

Investitionen

Zu den Beteiligungen von Berggruen gehören Immobilien in Berlin, eine indische Hotelkette, Windparks in der Türkei und Medienengagements in Spanien und Portugal.

Karstadt

Im Juni 2010 hatte Berggruen die insolvente Warenhauskette Karstadt übernommen. Seit dieser Zeit gibt es Spekulationen über eine mögliche Fusion mit Kaufhof.

Deutsches Engagement

Berggruens erstes größeres Investment in ein deutsches Unternehmen war der Kauf eines Großteils des insolventen Möbelproduzenten Schieder im Oktober 2007.

Mit Bergruen und Signa sind zwei ernstzunehmende Bieter im Rennen. Zuletzt hatte das Handelsblatt übereinstimmend aus Kreisen der Bieter und Verkäufer erfahren, dass die 134 Warenhäuser schon in wenigen Wochen an Signa weitergereicht werden könnten. "Dies ist der erste ernstzunehmende Versuch, den Kaufhof zu übernehmen", hieß es aufseiten der Kaufinteressenten. Eine endgültige Entscheidung solle in jedem Fall vor Weihnachten fallen.

Kommentare (5)

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steve

02.11.2011, 16:44 Uhr

Das wäre doch mal eine gute Gelegenheit, dem "Griechen" auf die Finger zu schauen, wie viel Steuern er denn in der Heimat gezahlt hat! Hier dick die Übernahmen finazieren wollen und daheim ist Chaos. Ich bin sehr stark an einem transparenten Wirtschaftssystem interessiert, damit wir endlich mehr über die Hintergründe von solchen Deals lernen können. Als Basis meiner Überlegungen dient das Buch "Spielgeld - ein neues Wirtschaftssytem". Danke dem Auotren für seine Ideen

Rapid

02.11.2011, 16:57 Uhr

Auch wieder ein etwas merkwürgiger Artikel. Im Kopf ist von einem griechischen Investor die Rede, im Artikel dann von der österreichischen Signa-Gruppe, und irgendein "Grieche" wird nicht weiter erwähnt. Aber vielleicht ist ja Griechenland inzwischen überall und wir haben es nur nicht mitbekommen.

Spesenritter

02.11.2011, 19:03 Uhr

Wie man eine Übernahme an die Wand fährt und sich trotzdem die Taschen vollmacht, das hat Wiedeking ja bei Porsche eindrucksvoll demonstriert. Als die Rechnung für Porsche kam, hatte sich der Mann schon aus dem Staub gemacht. Es verwundert auch nicht , daß in den Zeiten (zu) billigen Geldes wieder die üblichen Verdächtigen aus den Löchern kriechen, um wieder einmal einen Immobiliemarkt ins Irrationale zu schieben.

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