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22.01.2010

14:28 Uhr

Expansion

Die deutschen Messen streben stärker ins Ausland

VonRegine Palm

Der deutsche Messemarkt gilt als gesättigt und bietet den Betreibern nur noch wenig Wachstumspotential. Darum suchen etliche deutsche Messegesellschaften ihr Glück im Ausland. Große Chancen versprechen sich die Veranstalter vor allem in China und Indien.

China gilt als auch für Messen als Wachstumsmarkt. ap

China gilt als auch für Messen als Wachstumsmarkt.

DÜSSELDORF. "Es zeichnet sich ab, dass China aufgrund seiner Wirtschaftskraft eine strategische Führerschaft auf dem asiatischen Messemarkt entwickelt, die mit der zentralen Position Deutschlands innerhalb Europas vergleichbar ist", sagte Michael von Zitzewitz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt. Vor diesem Hintergrund sei die Messe Frankfurt mit fünf Tochtergesellschaften als größter deutscher Messeveranstalter in Asien - und speziell auch in China - sehr gut aufgestellt. Die Frankfurter sind in über 150 Ländern präsent und haben in diesem Jahr mit 90 Mio. Euro rund ein Viertel des Konzernumsatzes im Ausland erwirtschaftet.

Die Bedeutung Chinas ist in den vergangenen Jahren gewachsen. In einem Joint Venture hatten sich die Messen von Düsseldorf, Hannover, München und der LEC Shanghai vereint und das schon 2001 eröffnete Shanghai New International Expo Centre gebaut.

"China bietet für viele Messethemen ein großes Potenzial", heißt es auch in Hannover. Die Deutsche Messe AG ist "in den wesentlichen Regionen der Welt aktiv", konzentriert sich aber besonders auf die BRIC-Staaten - Brasilien, Russland, Indien und China - und will hier weiter wachsen. Erklärtes Ziel ist es, statt zwei neuer Messen künftig pro Jahr zwischen fünf und sieben Messen im Ausland zu veranstalten.

Bisher werden zehn bis 14 Prozent des Umsatzes mit ausländischen Messen generiert. Um eine "deutliche Steigerung" des im Auslandsumsatzes zu erreichen, verfolgen die Hannoveraner eine mehrgleisige Strategie: Zum einen exportieren sie Themen ins Ausland. Ein Beispiel dafür ist die Cemat, die etwa in Schanghai, Russland und Indien stattfindet. Alternativ werden ganz neue Themen im Ausland etabliert. "Gut funktioniert" hat nach Aussagen eine Unternehmenssprechers etwa die Aluexpo als erste Fachmesse für die Aluminiumindustrie in der Türkei. Darüber hinaus erschließt sich die Messe über Partnergeschäfte neue Standorte.

Weltweit planen deutsche Veranstalter laut Auma (Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft) für dieses Jahr 240 Messen in 28 Ländern. Die Wirtschaftskrise habe 2009 nur einen kleinen Rückgang von 220 Messen in 2008 auf 214 verursacht.

Die Messe Nürnberg kann sich Wachstum auch durch Zukäufe im Ausland vorstellen. "In den kommenden zehn Jahren wollen wir bis zu 150 Mio. Euro für weitere Zukäufe investieren", sagte Bernd Diederichs, der Geschäftsführer der Messe. Die größten Chancen bestünden in Brasilien, Russland, Indien und China sowie in Nordamerika.

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