Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.01.2010

19:28 Uhr

Expansion

Metro will Milliarden in China investieren

VonChristoph Schlautmann

Die Expansion von Media-Markt in China wird für den Düsseldorfer Mutterkonzern Metro zum voraussichtlich größten Investitionsprojekt der kommenden fünf Jahre. 100 Filialen sollen in dieser Zeit eröffnet werden. Nach Berechnungen von Einzelhandelsexperten würde dies den Konzern bis zu 1,5 Mrd. Euro kosten.

Bis Mitte der Dekade will Metro 100 Media-Markt-Filialen in China eröffnen. Quelle: dpa

Bis Mitte der Dekade will Metro 100 Media-Markt-Filialen in China eröffnen.

DÜSSELDORF. Wie Metro am Montag mitteilte, haben die Aufsichtsgremien von Media-Saturn und Metro dem Plan zugestimmt, bis zur Mitte des Jahrzehnts 100 Elektronikfilialen im Reich der Mitte zur eröffnen. Nach Berechnungen von Einzelhandelsexperten würde dies den Konzern bis zu 1,5 Mrd. Euro kosten. Dem gesamten Metro-Konzern, zu dem Media-Saturn nicht einmal ein Drittel des Umsatzes beisteuert, standen 2009 gerade zwei Mrd. Euro für Investitionen zur Verfügung. Auch mit der Expansion der Cash-&-Carry-Märkte ließ sich Metro in China deutlich mehr Zeit. Nur 42 Märkte öffneten dort in den letzten 14 Jahren.

Schon Ende März 2009 hatte Metro-Chef Eckhard Cordes angekündigt, ab 2010 mit Media-Markt von Schanghai aus zu expandieren. Gleichzeitig versprach er, die konzerneigene Kette zum „größten Elektronikhändler der Welt“ auszubauen. Damals schien aber fraglich, ob seine Mitgesellschafter bei Media-Saturn – die Familien Stiefel und Kellerhals halten 24,9 Prozent der Geschäftsanteile und umfangreiche Sonderstimmrechte – bei der Expansion mitziehen würden. In einem Brief sollen sie sich zunächst über Cordes' forsches Vorgehen beschwert haben, berichteten damals Firmeninsider. Streitpunkte seien lediglich der Umfang und die Geschwindigkeit des Engagements gewesen, heißt es nun bei Metro.

„Metro hätte diesen Entschluss besser schon früher fassen sollen“, sagt Jan Stenger, Consumer-Electronics-Experte der Beratungsfirma A.T. Kearney. Inzwischen sei der Wettbewerb vor allem beim Verkauf von Unterhaltungselektronik sehr scharf, zumal auch Amazon und andere Online-Versender den chinesischen Markt entdeckt haben.

Vor vier Jahren schon griff der Weltmarktführer, die US-Elektronikkette Best Buy, nach dem einheimischen Wettbewerber Jiangsu Five Star Appliance und baute ihn mit derzeit rund 160 Filialen zur Nummer vier des Landes aus. Zudem bereitet sich die japanische Kette Yamada Denki, weltweit die Nummer drei, auf ihren Einstieg ins China-Geschäft vor, hat ihn wegen der Wirtschaftskrise nun aber auf 2011 verschoben. Längst treffen die Ausländer auf eine schlagkräftige heimische Konkurrenz, die mit den Konzernen Gome, Suning und Sanlian bereits jetzt die ersten drei Plätze belegt.

Doch der Markt ist zersplittert. Mit einem Umsatz von umgerechnet zehn Mrd. Euro beherrscht Chinas Lokalmatador Gome gerade einmal 5,7 Prozent des Marktes, 84 Prozent kommen immer noch von kleinen und mittelgroßen Unternehmen.

„Hier bietet sich für Media-Markt eine klare Chance“, urteilt Berater Stenger. Insbesondere mit dem 25-Prozent-Partner, dem taiwanesischen Elektronikhersteller Foxconn, hat die Metro-Tochter nach Ansicht des Kearney-Fachmanns deutliche Wettbewerbsvorteile. Foxconn fertigt im Auftrag von Sony beispielsweise die Playstation und für Apple den iPod und das Mac-Book. „Das eröffnet für die Ingolstädter ganz neue Möglichkeiten, günstig in China fertigen zu lassen.“

Dass Cordes ausgerechnet Media-Saturn einen strengen Expansionskurs verordnet, verwundert nicht. In den ersten Monaten des Jahres 2009 erwies sich die Tochter als das mit Abstand stärkste Zugpferd im Stall. Während die Konzerntöchter Real und Kaufhof saisonbedingt im Minus blieben, lieferte Media-Saturn mit 234 Mio. Euro fast die Hälfte des operativen Konzernertrags (Ebit). Nur Metros Cash-&-Carry-Märkte verdienten etwas mehr, benötigten dazu aber fast doppelt so viel Umsatz.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

aruba

05.01.2010, 08:36 Uhr

Guten Tag,.... Ja, Richtig so; fuettert die Saecke damit sie Gross und Kraeftig werden. Sie werden es euch reichlich danken. Wartet nur. besten Dank

W. Fischer

05.01.2010, 11:08 Uhr

Metro will Milliarden in China investieren woher kommen sie? Wenn dies aber heißen soll, Arbeitsplatz abbau in der bundesrepublik Deutschland, muß die Regierung überlegen, ob Metro nicht mit einer Sondersteuer belegt werden muß, für abwandernde Arbeitsplätze. ich denke es geht in erster Linie darum, in China billig zu Produziren, und die Wahren auf dem Deutschen / Europäischen Märkten sowie Rest der Welt teuer zu verkaufen. Man umgeht Umweltauflagen, man wird niedriglöhne bezahlen so wie geringere Steuern. Diese Art zu wirtschaften ist kurzsichtig dumm und ein Skandal.

Danke

Mitarbeiter2010

26.01.2010, 18:55 Uhr

Metro C & C Deutschland ist Pleite,darum CHiNA!

Super Cordes weiterso bekommst ein bUNDESVERDiENSTKREUZ FÜR VERNiCHTUNG DER ARbEiTSPLÄTZE!!!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×