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22.10.2012

19:06 Uhr

Facebook-Panne

Alitalia blamiert sich mit Ticket-Rabattaktion

Misslungene Werbeaktion auf Facebook: Dank eines Fehlers im Buchungssystems konnten Tausende Kunden von Alitalia kostenlose Flüge buchen. Nun hat die Airline die Flüge storniert - und die Kunden machen ihrer Wut Luft.

Tausende Alitalia-Gratistickets wurden wegen des Fehlers storniert. dpa

Tausende Alitalia-Gratistickets wurden wegen des Fehlers storniert.

Rom„Das ist doch absurd! Warum habt ihr meine Tickets gecancelled?“ empört sich eine Facebook-Nutzerin auf der Seite von Alitalia. Wie ihr geht es tausenden Kunden der italienischen Fluggesellschaft. Auf der Fanpage von Alitalia ist ein regelrechter Shitstorm losgebrochen. Dabei hatte es eine weltweite, erfolgreiche Werbeaktion im Internet werden sollen. 25 Prozent Rabatt auf alle internationalen Flüge versprach die Airline den Passagieren, etwa von Bologna über Abu Dhabi nach London-Heathrow. Wer buchte, musste seine E-Mail-Adresse angeben. Alitalia wollte so in den Sozialen Netzwerken präsenter sein und mehr Tickets verkaufen.

Doch ein Fehler durchkreuzte die Pläne: In der japanischen Facebook-Version konnten tausende Facebook-Benutzer die Tickets quasi ganz umsonst buchen. 25.000 Yen Ermäßigung gab es für die Japaner. Ungeschickt nur: Diesen Rabatt durften auch Europäer nutzen und bekamen dadurch Freiflüge. Denn umgerechnet entspricht der Betrag etwa einer Ermäßigung von 240 Euro. So wurden viele Flüge vollkommen kostenlos,

Schnell sprach sich das in der Online-Community herum, wie die Zeitung „La Repubblica“ berichtete. Noch während der Buchungen habe Alitalia jedoch das „Eigentor“ offenbar erkannt, den Fehler behoben und alle bestellten Gratistickets annulliert. Die Fluglinie beruft sich in ihren Stornierungs-Mails darauf, die Buchungen seien mit Kreditkarten durchgeführt worden, die nicht für Japan vorgesehen seien, berichtet das Onlineportal Meedia. Außerdem sei nicht von einer japanischen IP-Adresse aus bestellt worden. Allerdings hatten etliche Kunden schon Buchungsbestätigungen erhalten, einige von ihnen sogar schon ihre E-Tickets.

Mit der Aktion sorgte das Unternehmen für einen Sturm der Entrüstung. „Das ist die unfairste und schlechteste Airline der Welt“, schimpft ein Facebook-Mitglied. Andere schreiben, sie hätten inzwischen Hotels gebucht und bezahlt. Immer wieder verweisen die Kunden darauf, dass zum Zeitpunkt der Buchungen keinerlei Beschränkungen gegolten hätten. Im Rahmen der europäischen Passagierrechte könnten sie damit sogar durchkommen.

Alitalia geht online nicht auf die Beschwerden ein - auf Facebook beantwortet die Fluggesellschaft nur sonstige Kundenanfragen. „In dem ihr uns ignoriert, macht ihr es nur noch schlimmer“, beschwert sich einer der Passagiere.

Auch sonst äußerte sich Alitalia bisher nicht zu der Software-Panne, die genaue Zahl der „verschenkten“ Tickets ist noch unbekannt. Der WDR geht in einem Bericht von einer fünfstelligen Zahl an ermäßigten Buchungen aus. Insgesamt hätten sich laut Facebook-Seite über 180.000 Personen für das Angebot interessiert. Ob es zu Entschädigungen oder gar gerichtlichen Auseinandersetzungen kommen wird, ist noch unklar.

Von

dpa

Kommentare (15)

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johannes12345

22.10.2012, 19:46 Uhr

Das ist nicht korrekt. Da durch das Einseten des Promo-Codes der Flug gratis war, wurden erst gar nicht Kreditkarteninformationen abgefragt! Ich war bisher treuer Alitalia-Kunde, da der Service eigentlich recht gut ist. Meine Flüge (2x in der Woche ab München nach Rom) werde ich in Zukunft mit der Lufthansa absolvieren! Soviel zum Thema Kundenfreundlichkeit!

Konk-av-Komplex

22.10.2012, 20:10 Uhr

Soviel zum thema katholische Päpste kommen nicht in den Himmel - Kuerche of the flying Spaghettis!

http://in-echt.nicht-getraeumt-mit-dem-papst-gevoegelt.urlto.name

Account gelöscht!

22.10.2012, 20:14 Uhr

Vielleicht etwas mehr Feingefühl bei der "Stornierung" aber im Ergebnis eine absolut verständliche und nachvollziehbare Reaktion des Unternehmens. Auch wenn viele Verbraucherlein das anders sehen (wollen) wäre dies auch nach deutschem Recht wohl vollkommen in Ordnung...http://www.handelsblatt.com/unternehmen/management/strategie/bgh-anfechtungsrecht-bei-softwarefehlern/2477330.html

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