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17.01.2005

08:42 Uhr

Fachmesse profitiert vom Geschäft der Freizeitmarken

Sportboom beschert Ispo neuen Ausstellerrekord

VonJoachim Hofer

Der Sportindustrie geht es glänzend, die Gewinne und Umsätze steigen rasant. Das honoriert die Börse: Im vergangenen Jahr kletterten die Kurse der größten börsennotierten Sportartikelanbieter weltweit im Schnitt um knapp ein Drittel. Der Boom zeigt sich jetzt auch auf der Münchener Sportmesse Ispo, die mit 1800 Ausstellern einen neuen Rekord verbucht.

HB MÜNCHEN. „Der Sportmarkt läuft sensationell gut“, freut sich Peter Knoll. Der Ispo-Chef rechnet deshalb für die am 6. Februar startende Messe mit über 100 Ausstellern mehr als vergangenes Jahr. Dabei profitiert der Branchentreff vor allem davon, dass die Hersteller im Ausland gut verdienen. Knoll: „Wir haben uns von der unerfreulichen Entwicklung in Deutschland abgekoppelt.“ Hier zu Lande klagen die Sporthändler seit Jahren über eine Flaute an den Kassen.

Weltweit gehört die Sportindustrie zu den derzeit erfolgreichsten Branchen überhaupt. Das Fachblatt „Sporting Goods Intelligence“ hat ausgerechnet, dass die Aktienkurse der 95 größten Sportfirmen vergangenes Jahr deutlich stärker gestiegen sind als der Rest des Marktes. So kommen die Sportartikelanbieter im Durchschnitt auf ein Plus von 31,5 Prozent, während der Dow Jones Index magere 3,3 Prozent erzielte. Einzelne Sportkonzerne konnten geradezu traumhafte Zuwächse verbuchen: Der Sportmode- Hersteller Quiksilver legte auf dem Parkett um 232 Prozent zu. Auch die Bilanzen stimmen: So verspricht der deutsche Sportkonzern Puma ein Gewinnplus für 2004 von 35 bis 40 Prozent und einen Umsatzanstieg von 20 Prozent.

Den Münchener Messeorganisatoren macht der jüngste Erfolg in der Heimat Mut: Jetzt soll die Ausstellung selbst zum Exportschlager werden. Mitte März veranstaltet die Ispo die erste Veranstaltung in Schanghai. Im Herbst folgt eine Sportmesse in Moskau. Ab 2006 sollen beide Messen zwei Mal jährlich stattfinden. Der Ispo ging es nicht immer so gut. Vor allem Modemessen wie die „Bread & Butter“ in Berlin haben den Bayern zu schaffen gemacht. Renommierte Anbieter wie Puma blieben der Ispo fern, weil sie verstärkt auf Mode setzten. Zudem verlagerte die Outdoor-Branche ihren Schwerpunkt auf eine Spezialmesse nach Friedrichshafen.

Noch immer hat die Sommer- Ispo, die dieses Jahr Anfang Juli stattfindet, deutlich weniger Aussteller als die Winter-Messe. Während es zur Wintersportschau kaum Alternativen gibt, vermischen sich im Sommer Mode und Sport viel stärker; auf diesem Gebiet ist die Konkurrenz der Messen härter.

Wichtigstes Wachstumsfeld auf der bevorstehenden Winter-Ispo ist die Sicherheit auf den Pisten. „Früher hatten nur Kinder und Rennfahrer Helme auf. Inzwischen ist das ein Thema für jeden Skifahrer“, sagt Ispo-Manager Tobias Gröber. Längst schützen sich Sportler auch durch Protektoren an Knien, Armen und Rücken. Zudem werden die Helme modischer und sind immer besser ausgestattet: Eingebaute MP3-Player und Mobiltelefonanschlüsse stehen bei Snowboardern hoch im Kurs.

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