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18.09.2012

13:01 Uhr

Fährgesellschaft

Investoren wollen Scandlines verkaufen

Kreisen zufolge wollen Allianz Capital Partners und 3i mit dem Verkauf der Fährgesellschaft 1,4 Milliarden Euro erlösen - weniger als die ursprüngliche Kaufsumme. Im kommenden Jahr könnte das Geschäft laufen.

Das Fährschiff „Mecklenburg-Vorpommern“ der deutsch-dänischen Reederei Scandlines steuert die Zufahrt zum Seehafen Rostock an. dpa

Das Fährschiff „Mecklenburg-Vorpommern“ der deutsch-dänischen Reederei Scandlines steuert die Zufahrt zum Seehafen Rostock an.

London/FrankfurtDie Finanzinvestoren Allianz Capital Partners und 3i bereiten Kreisen zufolge den Verkauf der Fährgesellschaft Scandlines vor. Die Private-Equity-Häuser hofften dabei auf bis zu 1,4 Milliarden Euro, sagten mehrere mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Derzeit suchten die Eigentümer, die jeweils die Hälfte halten, Investmentbanken für den Verkaufsprozess. Die Private-Equity-Tochter der Allianz und 3i hatten 2007 vor der Krise gemeinsam mit dem damaligen Minderheitsinvestor Deutsche Seereederei noch 1,5 Milliarden Euro für Scandlines bezahlt, deren Ostsee-Fähren pro Jahr mehr als zwölf Millionen Passagiere befördern. Ein Verkauf könnte 2013 über die Bühne gehen.

Das Rostocker Unternehmen setzte 2011 mehr als 600 Millionen Euro um bei einem Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von 167 Millionen Euro. „Die langfristigen Aussichten sind eher unsicher“, sagt ein Insider. Vor allem der geplante Tunnel zwischen Deutschland und Dänemark gebe Anlass zur Sorge. Ab 2020 sollen den Plänen zufolge Autos und Züge durch einen Tunnel im Fehmarnbelt zwischen Dänemark und Deutschland verkehren, was die Fährbetreiber empfindlich treffen würde. Daher sei es voraussichtlich schwierig, die angepeilten 1,4 Milliarden Euro zu erzielen, betonte einer der involvierten Personen.

Als potenzielle Interessenten gelten andere Finanzinvestoren wie Triton oder EQT. Der schwedische Rivale Stena Line hatte unlängst fünf Frachtrouten von Scandlines übernommen. Als Käufer für das gesamte Unternehmen kämen die Schweden aber wohl nicht in Frage, heißt es in Finanzkreisen. Die Allianz zieht sich seit einiger Zeit aus dem klassischen Private-Equity-Geschäft zurück, wickelt nur noch Altbestände ab und investiert neu vor allem in Infrastruktur-Projekte. Allianz Capital Partners gehörte auch der Druckmaschinenbauer Manroland, der vor einem Jahr Insolvenz anmelden musste. Für 3i ist Scandlines eine der größten Beteiligungen. Der Investor konzentriert sich eher auf mittelständische Deals unterhalb der Milliardenschwelle. Keiner der Beteiligten äußerte sich zu den Überlegungen.

Von

rtr

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