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18.08.2014

19:24 Uhr

Fahrdienst-App

Uber darf in Berlin zunächst weitermachen

VonDana Heide

Aufschub für Uber: Das Start-up darf seine Fahrdienst-App vorerst weiter in Berlin anbieten. Die Stadt hat die Anwendung verboten, will aber erstmal ein Gerichtsurteil abwarten. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

Per Smartphone zum Fahrer: Die Uber-Taxi-App stößt in Deutschland auf behördlichen Widerstand. Reuters

Per Smartphone zum Fahrer: Die Uber-Taxi-App stößt in Deutschland auf behördlichen Widerstand.

DüsseldorfTrotz eines behördlichen Verbots darf Uber seine Fahrdienst-Apps zunächst weiter in Berlin anbieten. Das Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten hat zugesichert, vor einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts von Vollstreckungsmaßnahmen abzusehen. Uber hatte am Donnerstag Widerspruch gegen die Entscheidung des Berliner Senats eingelegt. Derartige Zusicherungen sind üblich.

Für Uber ist es also nur ein Etappensieg, bis ein endgültiges Urteil gefällt wird. Trotzdem freute sich das Unternehmen über die Entscheidung des Gerichts. „Wir setzen auf einen konstruktiven Dialog mit allen Beteiligten und befürworten die Diskussion um Regeln, die für neue Technologiedienste gebraucht werden“, sagte Fabien Nestmann, Sprecher von Uber Deutschland. An die Untersagungsverfügung gehalten hatte sich das Unternehmen ohnehin nicht. Auch nach der Entscheidung des Senats am Mittwoch fuhren weiter Uber-Fahrer durch Berlin.

Bisher ist das Unternehmen weltweit in mehr als 160 Städten vertreten – in Deutschland in Hamburg, Berlin, München, Düsseldorf und Frankfurt am Main. Weitere Städte sollen bald folgen. Uber expandiert aggressiv – und macht sich damit selten Freunde.

Ähnlich wie in Berlin ergeht es dem Unternehmen zum Beispiel gerade in Hamburg. In der Hansestadt hatte die Verkehrsbehörde eine Unterlassungsverfügung erlassen. Das Hamburger Verwaltungsgericht kippte diese Ende Juli allerdings. Bis zu einer endgültigen Entscheidung des Gerichts kann Uber daher auch dort erst einmal weitermachen. Ein Verbot ist aber immer noch möglich – wie auch im Berliner Fall.

Kampf um die Fahrgäste

Taxigewerbe unter Druck

Für das Taxigewerbe war die Konkurrenz lange überschaubar – die Firmen konkurrierten nur untereinander. Doch derzeit geraten viele Unternehmen unter Druck. Neue Konkurrenz aus dem Internet reißt immer mehr Lücken in das klassische Geschäftsmodell. Ein Überblick.

MyTaxi schaltet Zentrale aus

Mit Apps wie MyTaxi können sich Passagiere ein Taxi finden, ohne dass ein Anruf in der Zentrale nötig wäre. Den Fahrern geht also kein Geschäft verloren, aber den Vermittlern. Die Taxizentralen versuchen mit einer eigenen App, sich die Konkurrenz vom Leib zu halten.

Uber buhlt direkt um die Gäste

Dienste wie Uber konkurrieren direkt mit den Taxiunternehmen um die Gäste. Das Start-up, das mit Google einen potenten Investor hat, betreibt selbst keine Wagen, sondern agiert als Vermittler, der eigenständigen Fahrern eine technische Plattform bietet. Damit wälzt es die Verantwortung ab: Für die Einhaltung der Bestimmungen sind die Fahrer zuständig. Viele Städte halten dieses Modell für unzulässig.

RideWith verbindet Fahrer und Mitfahrer

RideWith ist eine App des Google-Dienstes Waze und startet in Israel: Die Applikation soll Fahrer auf dem Weg zur Arbeit und zurück mit Mitfahrern verbinden. Waze erstellt Routen-Anweisungen auf Grundlage von Informationen der Nutzer über den Verkehrsfluss.

Carsharing als Alternative

Wer nach einem Kneipenabend nach Hause fahren will, kann natürlich nicht selbst fahren. In anderen Fällen sind Carsharing-Dienste aber durchaus eine Alternative. In den Großstädten wird das Netz an Fahrzeugen immer dichter, so dass Nutzer es nicht weit haben. Gerade an Bahnhöfen ist das Angebot groß.

Der Berliner Senat hatte das Verbot der Uber-App am Mittwoch mit „dem Schutz des Fahrgastes“ begründet. Die Fahrer seien nicht offiziell überprüft und Fahrgäste im Schadensfall nicht versichert. Auch die Fahrer hätten keinen ausreichenden Haftpflichtschutz.

Im Interview mit Handelsblatt Online hatte der Westeuropa-Chef des Unternehmens, Pierre-Dimitri Gore-Coty, dem allerdings widersprochen: „In Europa sind alle Fahrten neben der Haftpflichtversicherung der Fahrer zusätzlich über Uber versichert. Das heißt, wenn es einen Unfall mit einem Uber-Fahrer gibt, sind alle versichert – Fahrer, Passagiere und dritte beteiligte Personen“.

Der große ADAC-Taxitest

In welcher Stadt fährt man am besten Taxi?

Der große ADAC-Taxitest: In welcher Stadt fährt man am besten Taxi?

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