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30.09.2015

16:01 Uhr

Fahrdienst

Razzia in Uber-Zentrale in den Niederlanden

Der umstrittene Fahrdienst Uber hat in den Niederlanden und Frankreich weiter Ärger mit der Justiz. Das in beiden Ländern verbotene Angebot Uber Pop steht im Mittelpunkt von Durchsuchungen – und einer Anklage.

Die Uber-Manager Thibaud Simphal (l.) und Pierre Dimitri Gore-Coty stehen in Frankreich vor Gericht. Reuters

Ärger wegen Uber Pop

Die Uber-Manager Thibaud Simphal (l.) und Pierre Dimitri Gore-Coty stehen in Frankreich vor Gericht.

Amsterdam/ParisUber hat in den Niederlanden und Frankreich neuen juristischen Ärger. So hat die niederländische Staatsanwaltschaft die Zentrale des umstrittenen Fahrdienst-Vermittlers in Amsterdam durchsucht. Das Unternehmen werde verdächtigt, mit seinem Service Uber Pop systematisch die Regeln zu verletzen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Ermittler hätten bei der Durchsuchung am Vortag Unterlagen beschlagnahmt.

Bei Uber Pop werden Fahrgäste an Privatleute ohne Taxischein vermittelt. Der Dienst ist in den meisten europäischen Städten bereits untersagt und von Uber aufgegeben worden. In den Niederlanden bot das Start-up aus San Francisco bisher Uper Pop-Fahrten in Amsterdam, Den Haag, Rotterdam und Utrecht an. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden gegen Uber bereits Geldstrafen in Höhe von 450.000 Euro verhängt. Dennoch bestehe der Verdacht, dass das Unternehmen den als illegal eingestuften Dienst weiter anbiete.

Uber wies die Vorwürfe zurück: Über den rechtlichen Status von Uber Pop werde noch vor Gericht verhandelt und das entsprechende Gesetz überprüft. Man kooperiere mit den niederländischen Behörden weiterhin bei den laufenden Ermittlungen zu Uber Pop. Unterdessen startete Uber - wie auch in Deutschland - den Service Uber X mit konzessionierten Mietwagenunternehmen, der die aktuellen rechtlichen Anforderungen erfüllt.

Kampf um die Fahrgäste

Taxigewerbe unter Druck

Für das Taxigewerbe war die Konkurrenz lange überschaubar – die Firmen konkurrierten nur untereinander. Doch derzeit geraten viele Unternehmen unter Druck. Neue Konkurrenz aus dem Internet reißt immer mehr Lücken in das klassische Geschäftsmodell. Ein Überblick.

MyTaxi schaltet Zentrale aus

Mit Apps wie MyTaxi können sich Passagiere ein Taxi finden, ohne dass ein Anruf in der Zentrale nötig wäre. Den Fahrern geht also kein Geschäft verloren, aber den Vermittlern. Die Taxizentralen versuchen mit einer eigenen App, sich die Konkurrenz vom Leib zu halten.

Uber buhlt direkt um die Gäste

Dienste wie Uber konkurrieren direkt mit den Taxiunternehmen um die Gäste. Das Start-up, das mit Google einen potenten Investor hat, betreibt selbst keine Wagen, sondern agiert als Vermittler, der eigenständigen Fahrern eine technische Plattform bietet. Damit wälzt es die Verantwortung ab: Für die Einhaltung der Bestimmungen sind die Fahrer zuständig. Viele Städte halten dieses Modell für unzulässig.

RideWith verbindet Fahrer und Mitfahrer

RideWith ist eine App des Google-Dienstes Waze und startet in Israel: Die Applikation soll Fahrer auf dem Weg zur Arbeit und zurück mit Mitfahrern verbinden. Waze erstellt Routen-Anweisungen auf Grundlage von Informationen der Nutzer über den Verkehrsfluss.

Carsharing als Alternative

Wer nach einem Kneipenabend nach Hause fahren will, kann natürlich nicht selbst fahren. In anderen Fällen sind Carsharing-Dienste aber durchaus eine Alternative. In den Großstädten wird das Netz an Fahrzeugen immer dichter, so dass Nutzer es nicht weit haben. Gerade an Bahnhöfen ist das Angebot groß.

Uber Pop beschäftigt auch die französische Justiz: In Paris stehen seit Mittwoch zwei Uber-Manger vor Gericht. Dem Frankreich-Chef Thibault Simphal und dem für Westeuropa zuständigen Pierre Dimitri Gore-Coty werden in Zusammenhang mit Uber Pop diverse Gesetzesverstöße vorgeworfen. Dazu gehören Beihilfe zum Betrieb illegaler Taxi-Dienste und gesetzwidrige Speicherung persönlicher Daten.

In Frankreich setzte Uber den Dienst im Juli, kurz nach der Festnahme der beiden Manager, aus. Uber Pop war in dem Land mit einem Gesetz verboten worden, das jüngst vom Verfassungsrat bestätigt wurde. Nach dem Gesetz drohen für illegale Taxi-Dienste Strafen von bis zu 300.000 Euro und bis zu zwei Jahre Haft.

Von

dpa

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