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12.06.2015

10:38 Uhr

Fahrdienst-Vermittler

Uber investiert eine Milliarde Dollar in China

Wenn es um den chinesischen Markt geht, scheut Uber keine Kosten – eine Milliarde Dollar will das Unternehmen in den Markt investieren. Enormes Wachstum winkt, aber die Konkurrenz hat starke Partner.

China gehört für den Fahrdienst-Vermittler zu den wichtigsten Märkten. dpa

Uber auf dem Smartphone

China gehört für den Fahrdienst-Vermittler zu den wichtigsten Märkten.

San FranciscoDer umstrittene Fahrdienst-Vermittler Uber will allein in diesem Jahr eine Milliarde Dollar in sein Geschäft in China investieren. Der riesige Markt gehöre zu den Prioritäten von Uber, schrieb Mitgründer und Chef Travis Kalanick in einem Brief an Investoren, aus dem die „Financial Times“ zitierte. Pro Tag würden in China bereits nahezu eine Million Fahrten gebucht. Das Geschäft habe sich im vergangenen Monat verdoppelt.

Im Dezember nannte Uber noch die Zahl von einer Million Fahrten täglich für sein gesamtes weltweites Geschäft.

China sei jetzt der zweitgrößte Markt von Uber nach den USA, schrieb Kalanick. Bis Ende kommenden Jahres wolle Uber in 50 der 80 chinesischen Städte mit mehr als fünf Millionen Einwohnern aktiv sein.

Der Streit um Uber

Vermittlung gegen Provision

Uber vermittelt über seine Smartphone-App Uber Pop zwischen Fahrern und Gästen – dafür kassiert das Unternehmen eine Provision, die in der Regel 20 Prozent des Fahrpreises beträgt.

Konkurrenz für Taxifahrer

Der Fahrdienst macht der Taxi-Branche Konkurrenz. Er expandiert aggressiv, in Deutschland bedient er große Städte wie Berlin, Frankfurt, Hamburg und Düsseldorf. Das Unternehmen hat seit der Gründung 2009 rund 3,9 Milliarden Dollar Kapital erhalten, unter anderem von Google und Goldman Sachs.

Streit um offizielle Papiere

Streit gibt es vor allem um den Dienst Uber Pop, über den private Autobesitzer Fahrdienste anbieten (über Uber Black bekommen Nutzer Mietwagen mit Fahrer). In Deutschland haben mehrere Gerichte das Angebot zwischenzeitlich verboten. Viele Chauffeure haben keinen Personenbeförderungsschein – den brauchen sie aber, um auf gewerblicher Basis Fahrgäste befördern zu dürfen.

Nur eine Mitfahrzentrale?

Uber stuft die Fahrten als Mitfahrgelegenheiten ein: Wer als privater Fahrer andere mitnimmt und dafür Spritgeld nimmt, benötigt auch keinen Personenbeförderungsschein. Allerdings empfiehlt das Unternehmen einen Preis, der über den Betriebskosten liegen dürfte – damit bewertet das Personenbeförderungsgesetz die Fahrt als gewerblich.

„Rahmenbedingungen anpassen“

Uber ist sich der gesetzlichen Beschränkungen offenbar bewusst – das Unternehmen fordert immer wieder, die rechtlichen Rahmenbedingungen an neue Fahrdienste anzupassen.

Uber steht in China das lokale Schwergewicht Didi Kuaidi gegenüber. Die Firma entstand aus der Fusion der beiden führenden Taxi-Apps des Landes und wird von den Internet-Riesen Alibaba und Tencent unterstützt. Uber ging eine Kooperation mit der größten chinesischen Suchmaschine Baidu ein.

Im vergangenen Monat waren Uber-Büros in der Stadt Guangzhou durchsucht worden, weil die Behörden Verstöße gegen Beförderungsregeln vermuteten. Der Fahrdienst-Vermittler liegt auch anderswo auf der Welt im Clinch mit Behörden und der Taxi-Branche.

Von

dpa

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