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09.06.2015

08:20 Uhr

Fahrdienst-Vermittler

Uber will China erobern

Mit einem massiven Finanzaufwand forciert der US-amerikanische Fahrdienst-Vermittler Uber seine Expansion in China. Das Unternehmen bietet laut Insidern schon jetzt rund 100.000 Fahrten pro Tag in China an.

Vor fünf Jahren wurde Uber in San Francisco gegründet. Mittlerweile ist es in vielen Ländern weltweit aktiv. dpa

Fahrdienstvermittler Uber

Vor fünf Jahren wurde Uber in San Francisco gegründet. Mittlerweile ist es in vielen Ländern weltweit aktiv.

New York/HongkongDer US-Fahrdienst-Vermittler Uber forciert laut einem Zeitungsbericht mit massivem Finanzaufwand seine Expansion in China. Um den umkämpften Markt zu erobern, zahle das kalifornische Unternehmen Fahrern in „halsbrecherischem Tempo“ Boni, die sogar den Fahrpreis überstiegen, berichtete die „New York Times“ am Montag unter Berufung auf eingeweihte Kreise.

Uber biete laut Insidern mittlerweile mehr als 100.000 Fahrten pro Tag in China an. Ende Mai habe das Unternehmen angegeben, im vergangenen Monat mehr als 60 000 Jobs dort geschaffen zu haben.

Der Streit um Uber

Vermittlung gegen Provision

Uber vermittelt über seine Smartphone-App Uber Pop zwischen Fahrern und Gästen – dafür kassiert das Unternehmen eine Provision, die in der Regel 20 Prozent des Fahrpreises beträgt.

Konkurrenz für Taxifahrer

Der Fahrdienst macht der Taxi-Branche Konkurrenz. Er expandiert aggressiv, in Deutschland bedient er große Städte wie Berlin, Frankfurt, Hamburg und Düsseldorf. Das Unternehmen hat seit der Gründung 2009 rund 3,9 Milliarden Dollar Kapital erhalten, unter anderem von Google und Goldman Sachs.

Streit um offizielle Papiere

Streit gibt es vor allem um den Dienst Uber Pop, über den private Autobesitzer Fahrdienste anbieten (über Uber Black bekommen Nutzer Mietwagen mit Fahrer). In Deutschland haben mehrere Gerichte das Angebot zwischenzeitlich verboten. Viele Chauffeure haben keinen Personenbeförderungsschein – den brauchen sie aber, um auf gewerblicher Basis Fahrgäste befördern zu dürfen.

Nur eine Mitfahrzentrale?

Uber stuft die Fahrten als Mitfahrgelegenheiten ein: Wer als privater Fahrer andere mitnimmt und dafür Spritgeld nimmt, benötigt auch keinen Personenbeförderungsschein. Allerdings empfiehlt das Unternehmen einen Preis, der über den Betriebskosten liegen dürfte – damit bewertet das Personenbeförderungsgesetz die Fahrt als gewerblich.

„Rahmenbedingungen anpassen“

Uber ist sich der gesetzlichen Beschränkungen offenbar bewusst – das Unternehmen fordert immer wieder, die rechtlichen Rahmenbedingungen an neue Fahrdienste anzupassen.

Uber, gegründet vor fünf Jahren in San Francisco, vermittelt Autofahrten über eine Smartphone-App. Die Firma ist mittlerweile in 310 Städten und 58 Ländern weltweit vertreten und wurde von Investoren zuletzt mit etwa 41 Milliarden Dollar bewertet.

Uber eckt immer wieder an. Die aggressive Expansion ist der Taxi-Branche ein Dorn im Auge. Regulierer betrachten das Unternehmen mit Argwohn.

Von

dpa

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