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22.07.2012

13:36 Uhr

Fahrgastrekord

Bahn glänzt mit Halbjahreszahlen

Im ersten Halbjahr sind einem Zeitungsbericht zufolge so viele Menschen mit der Bahn gereist wie noch nie. Der Konzern habe 40 Millionen Fahrgäste mehr befördert als im Vorjahreszeitraum.

Rekordergebnis bei der Bahn: Gut 1,4 Milliarden Reisende waren im ersten Halbjahr mit der Bahn oder ihren Bustöchtern unterwegs. dpa

Rekordergebnis bei der Bahn: Gut 1,4 Milliarden Reisende waren im ersten Halbjahr mit der Bahn oder ihren Bustöchtern unterwegs.

BerlinMit der Deutschen Bahn sind einem Zeitungsbericht zufolge zwischen Januar und Juni so viele Menschen gereist wie noch nie in diesem Zeitraum. Insgesamt habe der Konzern hier 40 Millionen mehr Fahrgäste registriert als 2011, berichtete die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf Aufsichtsratskreise.

Damit waren gut 1,4 Milliarden Reisende mit der Bahn oder ihren Bustöchtern unterwegs. Trotz Besserungen bei Kundenzufriedenheit und Pünktlichkeit kam von den Fernzügen auch im ersten Halbjahr wieder fast jeder fünfte IC oder ICE verspätet an.

Auch wenn Gewinn und Umsatz auf Rekordwerte gestiegen seien, habe der Güterverkehr seine Transportziele nicht erreicht, erklärte Verkehrsminister Peter Ramsauer im Magazin "Focus". Die Güterbahn hatte bereits im vergangenen Jahr erhebliche Probleme und war weit hinter den eigenen Zielen zurückgeblieben. In diesem Jahr soll sie in Deutschland wieder aus den roten Zahlen kommen. Private Konkurrenten nehmen der Staatsbahn im Güterverkehr weiter Marktanteile ab.

Die Deutsche Bahn wollte die Angaben nicht kommentieren und verwies auf die Halbjahres-Pressekonferenz am Donnerstag.

Nach Angaben von Ramsauer hat die Bahn ihre Pünktlichkeit vor allem durch Beseitigung von nur langsam befahrbaren Gleisabschnitten erhöht. Die Zahl der Langsamfahrstellen im Hauptnetz habe sich auf 1.100 stark reduziert. "2009 waren es noch rund 1.700", sagte der CSU-Politiker. Die Tendenz sei weiter fallend.

Wo Metalldiebe zuschlagen

Rohstoffraub trifft oft die Bahn

Metalldiebe haben im vergangenen Jahr allein bei den Infrastrukturbetreibern Bahn, Telekom und RWE einen Schaden von fast 20 Millionen Euro verursacht, fast doppelt so viel wie im Jahr zuvor. Am meisten betroffen war die Bahn. Mehrfach legten die Täter den Zugverkehr stundenlang lahm.

26. Juni 2012

Metalldiebe stehlen in Niedersachsen etwa 80 Erdungskabel von Strommasten und Signalanlagen. Sie legen damit die Bahnstrecke Hannover-Hamburg für rund acht Stunden lahm. Bereits am 8. und am 14. März sowie am 6. April war die Strecke nach Kabeldiebstählen blockiert.

12. Juni 2012

Kabeldiebe verursachen eine fast zweistündige Sperrung der linksrheinischen Bahnstrecke zwischen Köln und Koblenz. Fernzüge wurden umgeleitet und Nahverkehrszüge durch Busse ersetzt. Die Täter hatten in der Nähe von Andernach Erdungsleitungen gestohlen.

10. Juni 2012

Ein Kabeldieb wird in Köln von einer S-Bahn überfahren und getötet. Neben der Leiche finden Bundespolizisten rund zwei Meter Kupferkabel, in der Nähe weitere 40 Meter, die schon zum Abtransport vorbereitet waren.

3. Mai 2012

Die Polizei fasst in Hamburg drei Buntmetalldiebe. Die Männer haben mehr als 100 Meter abmontiertes Kupferkabel dabei. Einer der Festgenommenen war bereits im Monat zuvor wegen Kupferdiebstahls ins Visier der Polizei geraten. Beim Versuch, Kabel an einem Oberleitungsmast abzumontieren, erlitt er einen Stromschlag und musste im Krankenhaus behandelt werden. Die Oberleitungen führen eine Spannung von 15 000 Volt.

8. August 2011

Zwei Kabeldiebe legen den Bahnverkehr in Leipzig stellenweise lahm. Sechs Stunden fahren zwischen den Stadtteilen Leutzsch und Plagwitz keine Züge. Die festgenommenen Männer hatten rund 200 Meter Kabel abmontiert.

21. Juni 2011

Metalldiebe durchtrennen vier Kabel und blockieren damit das Stellwerk Overath bei Köln. Stundenlang fahren keine Züge vom Kölner Hauptbahnhof nach Gummersbach und zum Flughafen Köln/Bonn. Wenige Wochen zuvor hatten Kupferdiebe in Leverkusen zugeschlagen und den Bahnverkehr zwischen Köln und Wuppertal behindert.

31. Juli 2010

Buntmetalldiebe legen einen halben Tag lang den Bahnverkehr auf mehreren Strecken in Sachsen-Anhalt lahm. Ursache waren durchtrennte oder entwendete Kabel an Bahnanlagen. Auch zwei Stellwerke waren stundenlang blockiert.

21. Juni 2007

Ein mutmaßlicher Kabeldieb wird an einer Bahnstrecke in Berlin-Blankenburg tot aufgefunden. Der Mann hatte offenbar versucht, mit einem Bolzenschneider Kabel abzuschneiden und zu stehlen. Dabei erlitt er einen tödlichen Stromschlag.

Der Verkehrsminister kündigte im "Focus" zudem weitere Mittel für die Modernisierung des Bahnnetzes an. "Bis 2025 finanziert der Bund 29 Neubauvorhaben im Schienennetz für insgesamt 26 Milliarden Euro", sagte er. Wenn diese Bedarfsplanprojekte umgesetzt seien, spare das allein im Güterverkehr jährlich 1,3 Milliarden Lkw-Kilometer. Weitere hundert Millionen Euro würden dieses und kommendes Jahr in die Sanierung von Bahnhöfen investiert. Von den rund 5.700 Personenbahnhöfen in Deutschland seien bereits rund 2.100 mit Konjunkturmitteln saniert.

Sorgen bereiten der Bahn im ersten Halbjahr vermehrte Diebstähle von Kabeln und anderen Edelmetallen aus den Gleisanlagen. Die dadurch bedingten Streckensperrungen führten zu Umleitungen, Zugausfällen, Verspätungen und hohen Kosten. "Die Metalldiebstähle haben stark zugenommen", sagte der Bahnsprecher. Von überführten Metalldieben fordere man in Zivilprozessen Schadenersatz nicht nur für entwendetes Metall, sondern auch für Verspätungen und Zugausfälle, die auf die jeweiligen Diebstähle zurückgingen.

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