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21.01.2005

10:25 Uhr

Fahrholz soll vermitteln

Politik schaltet sich bei Walter Bau ein

Der angeschlagene Augsburger Baukonzern Walter Bau ringt weiter um ein Sanierungskonzept. Kreisen zufolge soll nun der ehemalige Dresdner-Bank-Chef Fahrholz vermitteln. Und auch die Bundesregierung schaltet sich zunehmend in die Gespräche um ein Finanzierungspaket ein.

Das Logo der Firma Walter Bau vor dem Hauptsitz des Unternehmens in Augsburg. Foto: dpa

Das Logo der Firma Walter Bau vor dem Hauptsitz des Unternehmens in Augsburg. Foto: dpa

HB MÜNCHEN. Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) sagte dem Berliner „Tagesspiegel“ (Freitagausgabe) zufolge, in den Verhandlungen habe sich etwas Entscheidendes getan, und dies werde noch am Freitag verkündet. In Finanzkreisen wird hingegen davon ausgegangen, dass die Verhandlungen mit den Gläubigerbanken und Kreditversicherern, die dem bisherigen Rettungskonzept noch ablehnend gegenüberstehen, noch einige Tage dauern könnten. An diesem Freitag werde es sehr wichtige Gespräche geben, aber ein endgültiges Ergebnis werde noch nicht erwartet, hieß es. Auch die Bundesregierung schaltet sich nach Angaben aus Regierungskreisen als Vermittler ein. In der Regierung werde die Chance gesehen, in den nächsten Tagen zu einer Einigung mit dem Ziel der Rettung von Walter Bau zu kommen.

Bei der ohnehin unter schwachen Erträgen leidenden Walter Bau hatte sich die Lage nach dem vorläufigen Scheitern der Fusion mit dem Stuttgarter Konkurrenten Züblin im Dezember offenbar verschlechtert. Mehrheitseigner und Aufsichtsratschef Ignaz Walter hatte zuletzt von einem Liquiditätsengpass gesprochen. Mit ihren Banken verhandelt Walter Bau derzeit über ein Spar- und Finanzierungskonzept, das unter anderem Kostensenkungen um jährlich 60 Mill. € vorsieht.

Nach Angaben aus Finanzkreisen sind zudem frische Mittel von etwa 150 Mill. € als Zwischenfinanzierung geplant, bis erwartete Einnahmen aus geplanten Verkäufen von Unternehmensbereichen kommen. Nach wie vor lehnen aber mehrere Banken und Kreditversicherer das Konzept noch ab, während andere Banken ihre Billigung von einer Zustimmung aller Banken abhängig machen. Poolführer ist die Deutsche Bank. Zu den weiteren Hauptbanken zählen die BayernLB, die HVB (Hypo-Vereinsbank) und die Commerzbank. Eine Schlüsselrolle wird in Finanzkreisen der Bankgesellschaft Berlin zugemessen, die das größte Volumen des Bürgschaftsrahmens der bisher noch ablehnend eingestellten Finanzhäuser vertrete.

Wiesheu äußerte sich nach dem Bericht des „Tagesspiegel“ zuversichtlich für einen Fortbestand von Walter Bau. „Die werden weiter bauen“, sagte er. In Berliner Regierungskreisen hieß es, die Bundesregierung bemühe sich um eine Vermittlung bei den Verhandlungen. Geld oder Bürgschaften werde es aber nicht geben. „Es ist sehr schwierig, aber nicht chancenlos“, hieß es. Die Bundesregierung stehe auch in engem Kontakt mit der bayerischen Landesregierung.

In Finanzkreisen hieß es, Bayerns Wirtschaftsminister Wiesheu kämpfe mit großen Einsatz um eine Lösung für Walter Bau und treffe sich mit Bankern. Inzwischen vermittle auch der frühere Chef der Dresdner Bank, Bernd Fahrholz, bei den Gesprächen. Fahrholz gehört einer Anwaltskanzlei an, die Walter Bau berät. Durch seine frühere Tätigkeit dürfte Fahrholz noch enge Kontakte zu anderen Bank-Vorständen haben. Der Rechtsanwalt Fahrholz ist seit Oktober Partner der Münchner Sozietät Nörr Stiefenhofer Lutz mit europaweit über 300 Anwälten, Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern.

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