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11.10.2013

16:07 Uhr

Fahrplanwechsel

Bahn reduziert Nachlässe für Firmenkunden

Die Bahn wechselt kurz vor Weihnachten ihre Fahrpläne. Dann steigen auch die Fahrpreise. Doch wer rechtzeitig bucht, kann noch eine Weile zum alten Preis Zug fahren. Auch Firmenkunden geht es an die Geldbörse.

Nahverkehrszüge im Berliner Hauptbahnhof: Für Firmenkunden plant die Deutsche Bahn künftig andere Angebote. obs

Nahverkehrszüge im Berliner Hauptbahnhof: Für Firmenkunden plant die Deutsche Bahn künftig andere Angebote.

BerlinMit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember führt die Deutsche Bahn im Fernverkehr neue Verbindungen ein. Der Mangel an Zügen zwingt das Unternehmen auch zum Verzicht: Bis Mitte April werden einige ICE zwischen Bremen und Hannover nicht fahren. Auf der Strecke von Emden nach Bremen können Reisende erstmals auch IC-Züge mit Nahverkehrsfahrscheinen nutzen, wie das Unternehmen am Freitag in Berlin mitteilte.

Im Durchschnitt werden die Fahrkarten am 15. Dezember im Nahverkehr um 2,9 Prozent teurer und im Fernverkehr um 1,3 Prozent. Im Januar senkt die Bahn zudem ihre Standardrabatte für Firmenkunden. Bahnfahrer können aber noch bis 14. Dezember Tickets zum alten Preis kaufen - für Reisen, die bis Mitte März angetreten werden. Die neuen Fahrpläne werden am 15. Oktober in die Auskunfts- und Buchungssysteme der Bahn aufgenommen.

Der maximale Preisnachlass für Firmenkunden beträgt künftig nur noch fünf Prozent statt bisher neun Prozent, sagte eine Bahnsprecherin. Diese Ermäßigung werde künftig erst ab einer Jahressumme von 200.000 Euro gewährt, bisher genügten 35.000 Euro. Ab 3000 Euro pro Jahr verlangt die Bahn für ihre Tickets drei Prozent weniger.

Antworten zu den neuen Bahnpreisen

Wann wird die Erhöhung wirksam?

Die neuen Preise gelten für alle Fahrten seit dem 15. Dezember 2013. Für etwa 80 Prozent aller Fahrten des Nahverkehrs gelten jedoch die Tarife eines Verkehrsverbundes. Nur für die übrigen 20 Prozent ist ein Bahn-Regionalticket zu lösen.

Wie viel müssen Bahnfahrer mehr zahlen?

Das kommt darauf an, auf welcher Strecke man unterwegs ist. Mit dem ICE kann es ein bis vier Prozent teurer werden, im Durchschnitt steigt der Normalpreis im Fernverkehr um 2,5 Prozent. Von Stuttgart nach München sind demnächst regulär 57 Euro zu zahlen, 2 Euro mehr als bisher (plus 3,6 Prozent). Im Nahverkehr beträgt die Anhebung für Standardtickets und Zeitkarten um 3,2 Prozent.

Welche Ausnahmen gibt es?

Im Fernverkehr sind etwa die Hälfte aller 360 Millionen jährlichen Fahrten nicht von der Preiserhöhung betroffen. Die Gründe: Zeitkarten werden nicht teurer, auch nicht die auf allen Strecken gültige Jahreskarte Bahncard 100, von der zurzeit rund 40 000 genutzt werden. Außerdem bleiben sämtliche Teilstrecken auf der Linie Düsseldorf-Berlin von einer Anhebung verschont. Das soll ein kleines Dankeschön sein für die vielen Verspätungen, die die Fahrgäste auf dieser Verbindung erdulden müssen. Ein Hochwasserschaden zwischen Hannover und Berlin macht seit Juni Umleitungen nötig. Das bleibt noch bis 4. November so.

Was ist mit den Bahncards und Reservierungsgebühr?

Teurer werden die Bahncard 25 (62 statt 61 Euro) und die Bahncard 50 (255 statt 249 Euro). Bei der Bahncard 100 und allen ermäßigten Bahncards bleibt der alte Preis. Für die Reservierung eines Sitzplatzes sind künftig 4,50 Euro statt 4 Euro zu zahlen. Begründung der Bahn: Sie will weniger „Luftbuchungen“ haben. Gerade Geschäftsreisende buchen gern für mehrere Züge hintereinander Plätze, weil sie nicht genau wissen, wann sie abfahren. Die Quote der Doppelbuchungen liegt bei mehr als 20 Prozent, so die Bahn.

Wie begründet die Bahn die Preiserhöhung?

Die Bahn begründet den Aufschlag vor allem mit höheren Personalkosten. Sie seien wegen der Tariferhöhungen im ersten Halbjahr um vier Prozent gestiegen. Auch der höhere Strompreis habe eine Rolle gespielt. Dabei sei die Bahn an langfristige Verträge gebunden und könne nicht von günstigeren Großmarktpreisen profitieren.

Was sagen die Kritiker?

Der Fahrgastverband Pro Bahn und der Verkehrsclub Deutschland gefällt die Erhöhung nicht. Noch sei die Leistung der Bahn angesichts vieler Verspätungen und anderer Schwächen nicht gut genug, um sie zu rechtfertigen.

Das Unternehmen strebt nach eigenen Angaben mehr individuelle Vereinbarungen mit Firmenkunden an. Diese sollen künftig mehrere Angebote der Bahn kombinieren können. So seien Preisabschläge von rund 20 Prozent erreichbar, sagte die Sprecherin.

Im Raum Leipzig/Halle verbinden künftig sechs neue S-Bahn-Linien die Zentren mit den Umland. Möglich wird dies durch den neuen City-Tunnel in Leipzig. Dank der neuen Nord-Süd-Achse verkürze sich die Gesamtfahrzeit auf einigen Strecken um bis zu 40 Minuten, kündigte die Bahn an.

Wegen umfangreicher Umbauten am Knotenpunkt Leipzig ändert sich auch die Linienführung im Fernverkehr zwischen Dresden und Frankfurt am Main. So fahren von Frankfurt-Flughafen über Frankfurt-Süd nach Leipzig und Dresden ab 15. Dezember im Zwei-Stunden-Takt ICE statt Intercitys. Die Städte Bad Hersfeld, Gotha, Weimar und Naumburg erhalten damit wieder regelmäßige ICE-Anschlüsse.

Von

dpa

Kommentare (1)

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m2.h-ak

12.10.2013, 15:16 Uhr

V O R S I C H T !
Nach Fahrplanwechsel ist der alte Bahn(card)Kunde, der gutgläubig rechtzeitig eine bestimmte Verbindung geplant, gebucht und bezahlt hat, um einen Termin zu erreichen, vor keiner Schikane sicher. Existiert die alte Verbindung nicht mehr, ist der geschlossene Vertrag laut Bahn plötzlich nichtig und es wird rigoros abkassiert- von weiteren Unannehmlichkeiten ganz zu schweigen.

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