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17.09.2014

14:26 Uhr

Fahrradhersteller

Mifa mit zweistelligem Millionenverlust

Der Fahrradhersteller Mifa hat im vergangenen Jahr einen hohen Verlust verbucht. Auch für das laufende Jahr rechnet das vor einer Umstrukturierung stehende Unternehmen mit einem negativen Ergebnis.

Monteure im Mifa-Werk: Der Fahrradhersteller steht vor einer massiven Umstrukturierung. ZB

Monteure im Mifa-Werk: Der Fahrradhersteller steht vor einer massiven Umstrukturierung.

SangerhausenDer in Schieflage geratene Fahrradhersteller Mifa hat im vergangenen Jahr einen Verlust von 13,2 Millionen Euro verbucht. Dies teilte das Unternehmen am Mittwoch mit, nachdem im Frühjahr Fehler in der Bilanzführung aufgetaucht waren. Für 2012 weist das Unternehmen jetzt einen Verlust von 9,9 Millionen Euro auf, zunächst war ein Verlust von rund einer Million Euro veröffentlicht worden. Auch für das laufende Jahr werde mit einem negativen Ergebnis und sinkenden Umsätzen gerechnet.

In den vergangenen Jahren hatte es Fehler in der Bewertung der Bestände im Bereich Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe gegeben. Die Vorlage von Geschäftszahlen für 2013 war deshalb verschoben worden. Der Umsatz lag nach den weiterhin vorläufigen Zahlen vergangenes Jahr bei 110,7 Millionen Euro, das sind 2,7 Prozent mehr als die berichtigten Zahlen vom Vorjahr nun ausweisen.

Wann ein Fahrrad zum Kleinkraftrad wird

Pedelec ohne Anfahrtshilfe

Ein Pedelec muss nach Maßgabe der EU-Richtlinie 2002/24/EG folgenden Voraussetzungen genügen: Die maximale Motorleistung liegt bei 250 Watt. Der Motor dient nur als Trethilfe, das heißt der Fahrer muss in die Pedale treten, um Motorunterstützung zu erhalten. Die Motorleistung muss mit steigender Geschwindigkeit progressiv abnehmen. Bei 25 km/h muss der Motor abschalten.

Für Pedelecs, die diesen Vorgaben entsprechen, gelten die gleichen Bedingungen wie für herkömmliche Fahrräder, insbesondere gibt es keine Helmpflicht, und die Fahrer benötigen keinen Führerschein. Das Rad ist über die private Haftpflichtpolice versichert.

Pedelecs mit Anfahr- oder Schiebehilfe bis 6 km/h

Pedelecs, die sich von selbst in Bewegung setzen können, unterfallen nicht mehr der Definition der EU-Richtlinie 2002/24/EG. Ihre Fahrer brauchen daher mindestens einen Mofaführerschein, wenn sie nach dem ersten April 1965 geboren sind. Die Mitversicherung über die private Haftpflichtversicherung hängt davon ab, wie die einzelne Police ausgestaltet ist. Eine Helmpflicht besteht nicht.

Speed-Pedelecs/E-Bikes

Speed-Pedelecs können, solange der Fahrer in die Pedale tritt, sie bis zu 45 Stundenkilometer schnell werden. Bei "E-Bikes“ handelt es sich um Elektroräder, die aus eigener Kraft eine Geschwindigkeit von bis zu 20 km/h erreichen. Inzwischen gibt es auch Mischformen, die beide Eigenschaften in sich vereinen.

Alle diese Elektroräder gelten nicht mehr als Fahr- sondern als Kleinkrafträder. Das heißt: Die private Haftpflichtversicherung greift nicht. Die Fahrer brauchen ein Versicherungskennzeichen und einen Führerschein. Nach § 36 Absatz 2 StVZO müssen die "Luftreifen von Kraftfahrzeugen" außerdem mit Profilrillen versehen

Das Unternehmen steht vor einer massiven Umstrukturierung, bei der Anleihegläubiger als auch Aktionäre auf Ansprüche verzichten sollen. Darunter befindet sich auch der Großaktionär und AWD-Gründer Carsten Maschmeyer. Künftig soll der indische Weltmarktführer Hero Cycles die Mehrheit am absatzstärksten deutschen Fahrradproduzenten übernehmen und frisches Geld investieren. Dafür müssen allerdings noch mehrere Gremien zustimmen. Das Unternehmen mit rund 800 Mitarbeitern ist eines der größten in der Region Sangerhausen.

Von

dpa

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