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08.07.2015

07:51 Uhr

Fashion Week Berlin

Wo sich Shaun Ross und Barbara Becker treffen

VonGeorg Weishaupt

Rund 200.000 Besucher werden zur Fashion Week in Berlin erwartet. An allen Ecken und Enden der Hauptstadt finden Messen statt. Doch vor allem Veranstaltungen abseits davon ziehen Partyvolk und Prominente an.

Halbnackte Demo

Tierschutz und Trends: Die Fashion-Week hat begonnen

Halbnackte Demo: Tierschutz und Trends: Die Fashion-Week hat begonnen

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BerlinDas Partyvolk unterhält sich laut und lästert. Es zeigt sich wenig beeindruckt vom Kamerateam, das sich gerade vor der Schauspielerin Christine Neubauer aufbaut. Die genießt es, posiert im knappen bunten Minirock und hohen silbernen Stilettos und redet und redet.

Eigentlich geht es an diesem warmen Sommertag in Berlin gar nicht um sie. Denn eigentlich steht ein anderer im Mittelpunkt der Mode- und Kunst-Ausstellung in Berlin-Mitte: Shaun Ross, das berühmte Albino-Mannequin. Der 24-jährige Amerikaner mit dem krausen hellen Haaren ist auf den Bildern des Künstlers Sven Ballenthin an den Wänden des ehemaligen ungarischen Konsulats zu sehen. Sein Konterfei dient auch der Designerin Nina Athenasiou als Inspiration für ihre Kleider, die an der Decke hängen. Ross sitzt während des Neubauer-Auftritts in der Garderobe und liest E-Mails.

Berlin Fashion Week: Zalando stürzt sich in den Modezirkus

Berlin Fashion Week

Zalando stürzt sich in den Modezirkus

Zalando will mehr sein als ein Online-Shop. Das Unternehmen spielt nun auch im ganz realen Modezirkus mit. Denn der einstige Vorreiter muss aufpassen, nicht von der nächsten Innovation überrollt zu werden.

Die Mode-Kunst-Installation ist typisch für Berlin. Es gibt viele Veranstaltungen jenseits der offiziellen Messen, die während der Fashion Week viel Partyvolk und Prominente anziehen. Wie das Fashion House, das Zalando in einem ehemaligen, leicht abgewrackten Kaufhaus in Berlin-Mitte veranstaltet. Dort lässt sich auch Barbara Becker sehen. Die Ex-Ehefrau des einstigen Tennisstars Boris Becker interessiert sich für die Jungdesigner.

Natürlich stehen die großen Messen Panorama, Premium und Bread & Butter im Mittelpunkt der etwa 200.000 Besucher, die der Berliner Senat wie im vergangenen Jahr insgesamt zur Modewoche erwartet. Die Besucher müssen allerdings viel reisen, wenn sie sich einen Überblick verschaffen wollen: Die Premium liegt am Gleisdreieck in Kreuzberg, die Panorama auf dem Messegelände in der Nähe des Funkturms und die Bread & Butter in den legendären Gebäuden des Flughafens Tempelhof, südlich der Innenstadt. Insgesamt werben 14 verschiedene Messen in Berlin um die Einkäufer des Handels.

„Sinnvoll wäre es, die drei großen Messen alle im Flughafen Tempelhof zu veranstalten“, sagt Tristan Bolwin, Manager der Mönchengladbacher Modemarke Cinque. Doch bislang ist der Konkurrenzkampf zwischen den Messemachern zu groß, um sich unter einem gemeinsamen Dach zu zeigen.

Berlin kämpft darum, im internationalen Wettbewerb mit den großen Modemetropolen Paris, London, Mailand und New York zu bestehen. Anfangs kamen bekannte internationale Marken wie Diesel auch zur Bread & Butter. Aber die Messe ist deutlich geschrumpft, von 500 auf nur noch 200 Aussteller in diesem Jahr. „Der Markt hat sich dramatisch verändert“, sagt der Gründer der Messe, Karl-Heinz Müller. Deshalb fehlen dieses Jahr große internationale Namen in den riesigen Hangars in Tempelhof. Alles ist gespannt, ob es dem neuen Eigentümer der Bread & Butter, der Online-Plattform Zalando, gelingt, die Veranstaltung ab nächstem Jahr wieder auf Erfolgskurs zu bringen.

Die Messemacher in Berlin sind deshalb froh, wenn sie international wieder punkten können. So freut sich Verena Malta, Chefin der Show & Order, über die Kooperation mit der Französin Sophie Guyot, die in einem eigenen Bereich internationale Labels zeigt.

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