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25.11.2014

14:12 Uhr

Fast-Food im Wandel

Die neuen Konkurrenten von Burger King

VonMarcel Bohnensteffen

Nicht nur der Hygiene-Skandal setzt Burger King zu: Die großen Fast-Food-Konzerne verlieren zunehmend Kunden an Konkurrenten mit neuen Angeboten. Wer den Burger-Imperien gefährlich werden kann.

Fettige Burger sind nicht mehr angesagt: Immer mehr Kunden bevorzugen alternative Fast-Food-Angebote dpa

Fettige Burger sind nicht mehr angesagt: Immer mehr Kunden bevorzugen alternative Fast-Food-Angebote

DüsseldorfEigentlich ist Burger King schon immer nur hinterher gelaufen. Seit Jahrzehnten hat es das Fast-Food-Unternehmen nicht aus dem Schatten von McDonald’s heraus geschafft. Seitdem es Subway, Starbucks und Co. gibt, ist die Burger-Kette weltweit nicht einmal mehr die Nummer zwei der Branche. Und in Deutschland hat Burger King derzeit gegen einen noch viel größeren Rivalen das Nachsehen: seine eigene Reputation. Die nämlich droht der Konzern gänzlich zu verspielen. Einblick in den Verfall einer Marke.

Als im April Berichte über eklatante Missstände in mehreren Filialen die Runde machten, hat das Burger King eine verheerende Image-Krise eingebrockt. Unter ihr leidet das Unternehmen bis heute. Auch weil die Hygiene-Mängel in mehreren Filialen weiterhin bestehen - auch sieben Monate nach den ersten Enthüllungen. Das zeigt eine neue RTL-Reportage der Journalisten um Günther Wallraff. Den dafür verantwortlichen Franchisenehmer hatte Burger King bereits in der vergangenen Woche vor die Tür gesetzt.

Die zehn größten Gastronomiebetriebe Deutschlands

Platz 10

Aral

Die Tankstellenkette erzielte laut Deutschem Fachverlag im Jahr 2012 einen Umsatz von 175,8 Millionen Euro mit seinen „Petit Bistro“-Verkaufsstellen in 1084 Tankstellen. Damit gab es Stagnation im Vergleich zum Vorjahr.

Platz 9

Ikea

Vom Skandal um Pferdefleisch in den beliebten Hackfleischbällchen „Köttbullar“ war im vergangenen Jahr noch nicht die Rede. Die Restaurants in den 46 Ikea-Möbelhäusern konnten 1012 einen Umsatz von 179 Millionen Euro verbuchen, ein Plus von etwa 2,5 Prozent.

Platz 8

SSP Deutschland

Der Betreiber von Restaurants und Geschäften in Bahnhöfen und Flughäfen musste einen leichten Umsatzrückgang um drei Millionen auf 182 Millionen Euro verkraften.

Platz 7

Subway

Die Zahl der Filialen der Sandwich-Kette ging zwar leicht um 12 auf 600 zurück im Jahr 2012. Doch der Umsatz konnte geschätzt um zehn auf 185 Millionen Euro zulegen.

Platz 6

Yum Restaurants

In China kämpft der Yum-Konzern mit Umsatzrückgängen bei seiner Marke Kentucky Fried Chicken, nachdem Nachrichten über minderwertiges Hühnerfleisch die Runde gemacht hatten. Auch die Pizza-Hut-Kette und Taco Bells gehören zum Unternehmen. In Deutschland baute Yum die Zahl der Filialen im Jahr 2012 um 16 auf 157 aus und steigerte den Umsatz um mehr als zehn Prozent auf 199 Millionen Euro. Das reichte für Rang 6 statt Rang 7 im Vorjahr.

Platz 5

Nordsee

Unter den größten fünf Unternehmen gab es keine Veränderung. Die Nordsee-Fischrestaurants machten 291 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2012 ein Rückgang um zehn Millionen Euro. Auch die Zahl der Filialen ging zurück auf 336 Restaurants (Vorjahr: 345).

Platz 4

Autobahn Tank & Rast

Insgesamt 392 Raststätten an Autobahnen betreibt das Unternehmen. Der Umsatz belief sich 2012 geschätzt auf 599 Millionen Euro. Damit gelang nur ein minimales Plus.

Platz 3

LSG Lufthansa Service

Der Caterer der Fluggesellschaft Lufthansa steigert den Umsatz um etwas mehr als zwei Prozent auf 730 Millionen Euro.

Platz 2

Burger King

Die Fast-Food-Kette hat 700 Restaurants (Vorjahr: 696) und legte 2012 geschätzt beim Umsatz um etwas mehr als fünf Prozent auf 833 Millionen Euro zu. Das reichte nicht, um sich näher an den Erzrivalen heranzupirschen …

Platz 1

McDonald’s

… der unangefochten auf Rang 1 liegt. Mit 1440 Restaurants setzt McDonald’s 3,25 Milliarden Euro um und wuchs prozentual zwar langsamer als Burger King. Doch absolut legte der Umsatz um 52 Millionen Euro zu. Allerdings sackte die Zahl der Gäste unter die 2011 noch geknackte Marke von eine Milliarde.

Doch nicht nur in Deutschland hat Burger King Probleme. Anfang des Monats veröffentlichte der Konzern weltweite Geschäftszahlen für das dritte Quartal. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg der Umsatz zwar um 1,4 Prozent auf 279 Millionen Dollar (223 Millionen Euro). Tatsächlich hat er sich damit aber lediglich stabilisiert, mehr nicht. Zum Vergleich: Im gesamten Geschäftsjahr 2013 war er um 58 Prozent auf 1,14 Milliarden Dollar (911 Millionen Euro) geschrumpft. Aus diesem Grund hatten Experten in diesem Quartal einen deutlich höheren Zuwachs erwartet.

Noch kritischer sieht die Lage beim Nettogewinn aus. Dort verbuchte Burger King in den vergangenen drei Monaten 23,5 Millionen Dollar (18,7 Millionen Euro) Verlust. Ein Minus von 134,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Als eine der Schwachstellen nannte das Unternehmen ausdrücklich den deutschen Markt.

Kommentare (1)

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Herr Joachim Buch

25.11.2014, 20:22 Uhr

In einem Kilometer Luftlinie von mir entfernt ist ein McDonalds. Dadurch, daß der direkt neben der Autobahn ist, ist die McDrive-Zeile fast immer voll. Aber sonst? Katastrophe. Ich war einmal drin - das Ambiente ist gefängnismäßig (mit Maschendrahtzaun als Abtrenner), das Licht ist kalt, das Publikum unterschichtig und fett. Da geh ich nie mehr rein. Was für ein Unterschied nachmittags beim Bäcker.

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