Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.06.2015

12:50 Uhr

Fast Food in Myanmar

Kentucky Fried Chicken statt Curry

VonMathias Peer

Nach jahrzehntelanger Abschottung feiert Myanmar einen Meilenstein: Die erste westliche Fast-Food-Filiale eröffnet in Rangun. Damit erschließen die US-Schnellrestaurants einen der letzten weißen Flecken im fernen Osten.

Die Hühnchenkette aus den USA eröffnet in Rangun demnächst seine erste Filiale. dpa

KFC vor der Eröffnung

Die Hühnchenkette aus den USA eröffnet in Rangun demnächst seine erste Filiale.

MandalayEine Autobahnraststätte in Myanmar ist für Besucher aus Europa bereits eine Sehenswürdigkeit für sich: An der neuen Schnellstraße zwischen Mandalay und der historischen Tempelstadt Bagan trägt eine junge Frau auf dem Kopf einen Korb mit frischen Früchten. Nebenan bekommt ein Mönch ein Currygericht samt Beilagen in zehn kleinen Schalen serviert. Eine Touristengruppe, die mit ihrem Reisebus Halt macht, will Cola kaufen – die gibt es in dem kleinen Kiosk aber nicht. Auch auf Schnellrestaurants wie McDonald's oder Burger King müssen sie verzichten: Bislang ist das 52 Millionen Einwohner große Land für die westliche Systemgastronomie ein weißer Fleck.

Das soll sich am Dienstag ändern: In der Metropole Rangun eröffnet der US-amerikanische Restaurantkonzern Yum Brands dann eine Filiale der Frittierte-Hähnchen-Franchisefirma KFC. Erstmals kommt so eine westliche Fast-Food-Kette in die ehemalige Militärdiktatur, die jahrzehntelang international weitgehend isoliert war. Die amerikanische Fast-Food-Industrie dehnt sich damit in Asien weiter aus. Nur in dem kleinen Königreich Bhutan, in Laos und in Nordkorea ist die Branche nicht vertreten.

In Rangun nehmen die Einwohner die Ankunft der US-Firma mit wohlwollender Neugier auf. Auf Twitter und Facebook veröffentlichen sie Fotos von den letzten Aufbauarbeiten. „Viele, die KFC bereits aus dem Ausland kennen, erwarten sehnsüchtig die Eröffnung“, sagt die deutsche Marktforscherin Marita Schimpl, die in Rangun für das Institut Myanmar Survey Research arbeitet. Sie glaubt zwar, dass sich der Großteil eine Mahlzeit bei der US-Kette nicht leisten wird können – Myanmar ist mit einem Pro-Kopfeinkommen von knapp 1000 Euro im Jahr eines der ärmsten Länder des Kontinents. „Die Filialen in Rangun werden dennoch erfolgreich sein“, ist sich Schimpl sicher.

Die wertvollsten Fast-Food-Marken

Methodik

Einmal jährlich berechnet das US-Marktforschungsinstitut Millward Brown den Markenwert der wertvollsten Fast-Food-Ketten der Welt. Handelsblatt Online zeigt, welche Marken besonders gut abschneiden. (Stand: Mai 2013)

Platz 10

Taco Bell - Markenwert: 1,99 Milliarden Dollar

Die berühmte Burrito-Kette verkauft ihre mexikanischen Spezialitäten vor allem in den USA. Zwei Millionen Kunden und 5800 Filialen machen die Möchtegern-Mexikaner zu dem Umsatztreibern des Fast-Food-Riesens Yum!-Brands.

Platz 9

Burger King - Markenwert: 2,44 Milliarden Dollar

Was die Größe betrifft sind die Erfinder des Whoppers der größte McDonalds-Konkurrent. Beim Markenwert spielt die Burgerkette trotz 12.700 Filialen in 73 Ländern weltweit aber in einer anderen Liga.

Platz 8

Panera - Markenwert: 3,03 Milliarden Dollar

Die Backshop-Kette ist neu in den Top 10. Dort gibt es Brötchen, aber auch kleine Speisen wie Suppen. Die Kette hat mehr als 1700 Filialen in den USA und Kanada.

Platz 7

Tim Hortons - Markenwert: 3,38 Milliarden Dollar

Durch rasantes Wachstum hat die kanadische Kette in ihrem Heimatland sogar McDonald's überholt. In den 3300 Filialen werden besonders Kaffee und Donuts verkauft.

Platz 6

Chipotle - Markenwert: 4,97 Milliarden Dollar

Burritos und Tacos sind die Klassiker bei der US-Kette, die mexikanisches Essen serviert. Das Unternehmen wurde vor 20 Jahren gegründet und gehörte zwischendurch ein paar Jahre zu McDonald's.

Platz 5

Pizza Hut - Markenwert: 6,01 Milliarden Dollar

Die 12.000 Filialen der weltgrößten Pizzakette gehören ebenfalls zum Yum!-Imperium. Statt mit der klassischen italienischen Pizza feiert die Kette vor allem mit Pan-Pizzen Erfolge, die in der Pfanne serviert werden.

Platz 4

Kentucky Fried Chicken (KFC) - Markenwert: 9,95 Milliarden Dollar

Noch heute lächelt KFC-Gründer Colonel Harland Sanders von jedem Eimer mit Hähnchenflügeln, der über die Ladentheke geht. Die Kette, die ebenfalls zu Yum! gehört, steht seit mehreren Jahren in der Kritik von Tierschützern.

Platz 3

Subway - Markenwert: 16,69 Milliarden Dollar

Während Subway in den USA als beliebter Franchisepartner gilt, gingen der Sandwich-Kette in Deutschland reihenweise die Franchisenehmer von der Stange. Im Markenwert werden die US-Brötchengeber aber nur von zwei Konzernen geschlagen.

Platz 2

Starbucks - Markenwert: 17,89 Milliarden Dollar

Die Zeit des rasanten Wachstums ist vorbei. Die US-Kaffeekette wächst, aber die Wirtschaftskrise hinterlässt ihre Spuren in der Bilanz. Im Markenwert ist trotzdem keine Kaffeekette besser – und Starbucks hat im Vorjahresvergleich stark zugelegt.

Platz 1

McDonald's - Markenwert: 90,26 Milliarden Dollar

Das goldene M, Heimat von Big Mac und Chicken McNuggets, ist beim Markenwert einsam an der Spitze. Mit 34.000 Filialen in 118 Ländern gibt es kaum einen Winkel der Welt, in dem der Fast-Food-Riese nicht aktiv ist.

Denn die vergleichsweise wohlhabende Mittel- und Oberschicht wächst: Seit dem im Jahr 2011 von der Militärregierung eingeleiteten Demokratisierungsprozess strömen Mitarbeiter ausländischer Organisationen und internationale Investoren ins Land. Das Ende westlicher Sanktionen lässt die Wirtschaft aktuell um mehr als acht Prozent im Jahr wachsen – eine der höchsten Raten weltweit.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×