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27.02.2013

15:17 Uhr

Fastfood-Kette

Deutsche verlieren die Lust auf McDonald's

Die Besucherzahlen beim Fastfood-Giganten McDonald's gehen zurück. Da nützt es auch nicht, dass das Unternehmen beteuert, vom Pferdefleisch-Skandal nicht betroffen zu sein. Eine deutsche Leibspeise soll es nun richten.

Ein Big Mac der Fastfood-Kette McDonald's. dpa

Ein Big Mac der Fastfood-Kette McDonald's.

MünchenDer Fastfood-Gigant McDonald's hat mit einer leicht rückläufigen Zahl von Kunden zu kämpfen. „Die Gästezahl haben wir nicht erhöht, das können wir nicht einfach hinnehmen“, sagte Deutschlandchef Bane Knezevic am Mittwoch in München. 2011 konnte das Unternehmen noch mehr als eine Milliarde Gäste in Deutschland feiern. 2012 dagegen waren es nach Angaben des Unternehmens pro Tag etwas mehr als 2,7 Millionen - auf das Jahr gerechnet wird die Milliarden-Marke nicht erreicht.

Zu schaffen mache McDonald's vor allem der generell rückläufige Trend in der Branche, so ein Sprecher. Die Konkurrenz der Pizzabäcker oder Gaststätten verliere seit Jahren Kunden - diese Entwicklung treffe auch den Fastfood-Bereich.

Den Umsatz hingegen konnte die Schnellrestaurant-Kette leicht erhöhen, was aber auch mit der Erhöhung der Preise in den Filialen zu tun hat. Auf mehr als 3,2 Milliarden Euro und 1,6 Prozent schraubte McDonald's den Erlös seiner Restaurants hoch. Zusätzlich eröffneten die Amerikaner im vergangenen Jahr 25 neue Filialen. In den insgesamt 1440 Burgerbratereien arbeiten mehr als 64 000 Menschen.

Die wertvollsten Fast-Food-Marken

Methodik

Einmal jährlich berechnet das US-Marktforschungsinstitut Millward Brown den Markenwert der wertvollsten Fast-Food-Ketten der Welt. Handelsblatt Online zeigt, welche Marken besonders gut abschneiden. (Stand: Mai 2013)

Platz 10

Taco Bell - Markenwert: 1,99 Milliarden Dollar

Die berühmte Burrito-Kette verkauft ihre mexikanischen Spezialitäten vor allem in den USA. Zwei Millionen Kunden und 5800 Filialen machen die Möchtegern-Mexikaner zu dem Umsatztreibern des Fast-Food-Riesens Yum!-Brands.

Platz 9

Burger King - Markenwert: 2,44 Milliarden Dollar

Was die Größe betrifft sind die Erfinder des Whoppers der größte McDonalds-Konkurrent. Beim Markenwert spielt die Burgerkette trotz 12.700 Filialen in 73 Ländern weltweit aber in einer anderen Liga.

Platz 8

Panera - Markenwert: 3,03 Milliarden Dollar

Die Backshop-Kette ist neu in den Top 10. Dort gibt es Brötchen, aber auch kleine Speisen wie Suppen. Die Kette hat mehr als 1700 Filialen in den USA und Kanada.

Platz 7

Tim Hortons - Markenwert: 3,38 Milliarden Dollar

Durch rasantes Wachstum hat die kanadische Kette in ihrem Heimatland sogar McDonald's überholt. In den 3300 Filialen werden besonders Kaffee und Donuts verkauft.

Platz 6

Chipotle - Markenwert: 4,97 Milliarden Dollar

Burritos und Tacos sind die Klassiker bei der US-Kette, die mexikanisches Essen serviert. Das Unternehmen wurde vor 20 Jahren gegründet und gehörte zwischendurch ein paar Jahre zu McDonald's.

Platz 5

Pizza Hut - Markenwert: 6,01 Milliarden Dollar

Die 12.000 Filialen der weltgrößten Pizzakette gehören ebenfalls zum Yum!-Imperium. Statt mit der klassischen italienischen Pizza feiert die Kette vor allem mit Pan-Pizzen Erfolge, die in der Pfanne serviert werden.

Platz 4

Kentucky Fried Chicken (KFC) - Markenwert: 9,95 Milliarden Dollar

Noch heute lächelt KFC-Gründer Colonel Harland Sanders von jedem Eimer mit Hähnchenflügeln, der über die Ladentheke geht. Die Kette, die ebenfalls zu Yum! gehört, steht seit mehreren Jahren in der Kritik von Tierschützern.

Platz 3

Subway - Markenwert: 16,69 Milliarden Dollar

Während Subway in den USA als beliebter Franchisepartner gilt, gingen der Sandwich-Kette in Deutschland reihenweise die Franchisenehmer von der Stange. Im Markenwert werden die US-Brötchengeber aber nur von zwei Konzernen geschlagen.

Platz 2

Starbucks - Markenwert: 17,89 Milliarden Dollar

Die Zeit des rasanten Wachstums ist vorbei. Die US-Kaffeekette wächst, aber die Wirtschaftskrise hinterlässt ihre Spuren in der Bilanz. Im Markenwert ist trotzdem keine Kaffeekette besser – und Starbucks hat im Vorjahresvergleich stark zugelegt.

Platz 1

McDonald's - Markenwert: 90,26 Milliarden Dollar

Das goldene M, Heimat von Big Mac und Chicken McNuggets, ist beim Markenwert einsam an der Spitze. Mit 34.000 Filialen in 118 Ländern gibt es kaum einen Winkel der Welt, in dem der Fast-Food-Riese nicht aktiv ist.

Im Hinblick auf den Pferdefleisch-Skandal gab Knezevic Entwarnung: Pferdefleisch habe „in unser System keinen Eingang gefunden“. Der McDonald's-Deutschlandchef verwies auf die Lebensmittelskandale der letzten Jahren, von denen das Unternehmen nie betroffen gewesen sei. Laut eines Sprechers hat McDonald's Vertrauen in die Schlachtereien, mit denen man schon viele Jahre zusammenarbeite. Die Herkunft des angelieferten Rindfleisches könne bei Bedarf lückenlos bis zum Tier zurückverfolgt werden. Trotz des Skandals seien die Kontrollen aber nicht erhöht worden.

Auch für 2013 erwartet Knezevic ein „Jahr der Herausforderungen“ mit bescheidener Perspektive. Um die Kunden zurück zu Big Mac oder Fritten zu bekommen, setzt McDonald's auf weiter lokale Angebote und Modernisierung: „Auch McDonald's muss sich wandeln“, sagte der Vorstandsvorsitzende. Es sei geplant, die Restaurants in Deutschland flächendeckend mit modernen Bezahlterminals auszustatten - mit der Umrüstung soll dieses Jahr begonnen werden. Sie sei „unabdingbar für den Erfolg“.

Die größten Franchise-Nehmer

463.000 Menschen verdienten ihr Geld Ende 2010 in der Franchise-Wirtschaft, 33,6 Prozent als zehn Jahre zuvor. Knapp die Hälfte arbeitet im Bereich Dienstleistung, mit 32 folgt der Handel, danach Gastronomie und das Handwerk.

Platz 1

Tui/First

Die meisten Reisebüros von Tui und First werden von Franchise-Nehmern geführt. In Deutschland waren es 2009 wie schon in den Vorjahren 1.405 Betriebe.

Platz 2

Der wohl bekannteste Franchise-Geber der Welt liegt in Deutschland nur auf Rang zwei: McDonalds betreibt 1.334 Betriebe in diesem System.

Platz 3

In Deutschland brauchen immer mehr Kinder Nachhilfe. Davon profitiert auch die Schülerhilfe: Mit 1.023 Betrieben Platz liegt das Unternehmen auf Rang drei .

Platz 4

Es folgt der Studienkreis mit 1.006 Betrieben auf Rang vier.

Platz 5

Man findet sie praktisch in jeder Stadt - die Bäckerei-Filialen von Kamps. 930 davon werden im Franchise-System betrieben.

Platz 6

Subway rangiert in Deutschland in Deutschland auf Platz sechs mit 755 Betrieben.

Platz 7

Alles für den Hund - und andere Haustiere: Fressnapf setzte von Beginn an auf Franchising - heute sind es in Deutschland 723 Läden.

Platz 8

Apollo Optik hat in den vergangenen Jahren kräftig zugekauft und setzt auch auf das Franchise-System: 670 Filialen hat die Optikerkette.

Platz 9

Auch die Fastfood-Kette Burger King schafft es in die Top Ten. 650 Betriebe werden von Franchisern geführt.

Platz 10

Eine bekannte Marke, die es trotz der Insolvenz der Mutter noch gibt: Foto Quelle führt 560 Betriebe in Franchise-System.

Platz 11

Dicht dahinter folgt der Ad-Auto Dienst mit 550 Betrieben.

Platz 12

Besonders spannend ist das Genre von Datac nicht: Buchhaltung, Lohnabrechnung und solche Dienstleistungen übernimmt das Unternehmen in 524 Betrieben.

Platz 13

Die Schuhverkäufer von Reno folgen auf Rang 13 mit 498 Läden in Deutschland.

Platz 14

Musikalisch geht es weiter. 475 Betriebe unterhält die Musikschule Fröhlich im Franchise-System.

Platz 15

Zwei Plätze hinter Reno folgt Konkurrent Quick Schuh mit 400 Filialen.

Platz 16

Früher waren Rastplatztoiletten oft ein Graus - Sanifair hat da einiges zum Besseren gewandelt. Auf 368 Betriebe kommt das Unternehmen.

Platz 17

Auf Rang 17 folgt Wohnkultur - das schreibt sich Topa Team zumindest auf die Fahne in 340 Betrieben.

Platz 18

Die Autovermieter von Avis haben es mit 338 Betrieben noch in die Top 20 geschafft.

Platz 19

Mit Holiday Land steht ein zweiter Reiseanbieter in den Top 20. Immerhin kommt das Unternehmen auf 335 Büros in Deutschland.

Platz 20

Obi übersteht den Preiskampf unter den Baumärkten derzeit recht gut. 333 Läden betreibt Obi in Deutschland im Franchise-System.

Vor allem Produkte speziell für den deutschen Markt - wie ein Burger mit Rostbratwürsten - haben sich in der Vergangenheit gut verkauft. Deswegen hat McDonald's auch die klassische deutsche Currywurst ins Sortiment aufgenommen - natürlich unter dem Namen „McCurrywurst“.

Deutschland ist der viertgrößte Markt für McDonald's. Nur in den USA, Japan und Frankreich verkauft der Konzern mehr Fastfood.

Von

dpa

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

27.02.2013, 17:20 Uhr

Ich bin seit 7 Jahren, nicht mehr beim McDonalds gewesen und habe es auch weiterhin nicht vor-ich habe genug Chemie in meinem eigenen Kühlschrank.

MacWuerg

27.02.2013, 17:34 Uhr

3,69 Euro für einen Big Mac, immerhin 7,22 DM.
Niemals hätte ich mir den kleinen FischMac für 7,02 DM (3,59 Euro) zu DM-Zeiten gekauft.
Die Preise sind echt der Wahnsinn!

Bequemlichkeit-Gesundheitsgefahr

27.02.2013, 17:42 Uhr

McDonlads ist für die gebotene Qualität sehr teuer, vor allem bei den Menüs.
Eine übersüsste Limonade, fette Pommes Frittes und ein fettiger BigMac oder Royal TS kostet ca. 6,99 €.
Eigentlich ist die gesamte Produkt-Palette von Fastfood-Läden überzuckert, übersalzen, zu fettig (Saußen, Fleisch), von schlechter Qualität (Chicken McNuggets), und zu kohlenhydratreich (Sesambrotchen wie Gummi und viel zu trocken). Dazu kommt noch, dass das Burgerfleisch scharf angebraten wird, auch dort entstehen zum Teil giftige Stoffe. Ich habe es in der Vergangenheit schon mehrmals erlebt, dass auf den Burgern einfach das Verbrannte mit unter den Burger gelegt wurde. Waren richtig schwarze fingernagelgroße verbrannte Fleischreste. So etwas ist nicht nur ekelhaft, sondern auch extrem giftig. Also ich rate jedem, der dort noch essen geht, immer erstmal zu schauen, ob der Belag im Burger einwandfrei aussieht. Ich gehe seit mindestens 3 Jahren nicht mehr in die Fastfoodläden, sondern koche selber. Erstens schmeckt es besser, ist günstiger, und vom Nährwert und den verarbeiteten Zutaten qualitativ besser. Für 7 € kann man sich hochwertig und gesund selbst bekochen. Die Fastfoodketten leben sehr gut von der Bequemlichkeit der Leute. Das Gleiche gilt für die Pizzaservice wie Lieferheld ofer Lieferando. Hier wie dort teures Fastfood in durchschnittlicher oder schlechter Qualität - nee muß ich persönlich nicht mehr haben.

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