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05.02.2017

13:34 Uhr

Fedex und UPS

Amazon greift die Paketdienste an

Amazon-Chef Jeff Bezos macht Ernst: Lieferwagen- und Boeing-Flotte sind schon am Start, der Flughafen soll folgen. Nicht nur den Einzelhandel, auch den Zustellmarkt will der Online-Shoppingriese umkrempeln.

Der Amazon-Chef will ganz Amerika in den nächsten Jahren mit Service- und Logistikzentren überziehen. dpa

Jeff Bezos

Der Amazon-Chef will ganz Amerika in den nächsten Jahren mit Service- und Logistikzentren überziehen.

SeattleAmazon ist innerhalb von 20 Jahren vom Online-Buchhändler zum weltgrößten Internet-Kaufhaus aufgestiegen - doch Konzernchef Jeff Bezos hat noch lange nicht genug. Sein Unternehmen dringt mit Hightech-Supermärkten in den stationären Einzelhandel vor und baut, ohne großes Aufsehen zu machen, ein Imperium der Lieferlogistik auf. US-Shoppingriesen wie Walmart und Target zittern, auch Zustelldienste wie UPS und Fedex müssen bangen.

Denn beim Bezos-Masterplan wird geklotzt: Ganz Amerika will der Amazon-Boss in den nächsten Jahren mit Service- und Logistikzentren überziehen. So sollen Bestellungen effizienter und unabhängiger von den etablierten Lieferdiensten abgewickelt werden. Der Personalbedarf für diese Expansionsoffensive ist enorm. „Wir planen, in den nächsten 18 Monaten landesweit 100.000 neue Amazonians einzustellen“, kündigte Bezos jüngst sehr zur Freude des neuen Präsidenten Donald Trump an.

Amazon: Das Rätsel der fehlenden Milliarde

Amazon

Das Rätsel der fehlenden Milliarde

Es sollte das beste Weihnachtsquartal der Geschichte werden, doch am Ende fehlte eine Milliarde Dollar. Amazon hat für seine Quartalszahlen Erklärungen parat, aber die Wall Street zweifelt.

Was auf den ersten Blick nach Größenwahn aussieht, scheint bei näherer Betrachtung durchaus realistisch. Seit 2011 stieg die Zahl der Mitarbeiter bereits von 30.000 auf mehr als 180.000. Amazon sichert sein Turbo-Wachstum seit Jahren mit Milliarden-Investitionen und ist inzwischen eine Weltmarke - nicht nur im Online-Shopping. Ob bei Internet-TV oder Cloud-Diensten, dem hochprofitablen Geschäft mit Rechenleistung aus dem Netz: Bezos strebt die Führung an.

Die am Donnerstagabend veröffentlichten Jahreszahlen für 2016 zeigen, welche Dominanz Amazon im Kernsegment bereits erreicht hat. Die Erlöse legten um über ein Viertel auf 136 Milliarden Dollar zu, der Gewinn stieg von 596 Millionen auf 2,4 Milliarden Dollar. Nachdem die hohen Ausgaben des ehrgeizigen Chefs lange Zeit für Verluste gesorgt hatten, schaffte Amazon zum Jahresende das siebte Quartal in Folge schwarze Zahlen. Das gefällt auch den Anlegern – die Aktie steht im Jahresvergleich mit über 50 Prozent im Plus.

Doch Bezos will mehr. Die offizielle Sprachregelung bei Amazon verbietet zwar jegliche Kampfansagen an die klassischen Zustelldienste wie UPS, Fedex oder auch die Deutsche-Post-Tochter DHL. Bei der Telefonkonferenz mit Analysten am Anschluss an die Bilanzvorlage betonte das Management erneut die Verbundenheit mit den Logistikpartnern und vermied den Eindruck eines direkten Wettbewerbs. Doch die Ambitionen, eine eigene Lieferinfrastruktur aufzubauen, lassen sich nicht von der Hand weisen.

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