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08.04.2014

16:11 Uhr

Fehlender Umschlag

JadeWeserPort wird zum Problemhafen

Terminalbetreiber Eurogate kann den Umsatz erneut steigern. Doch der JadeWeserPort in Wilhelmshaven bleibt das Sorgenkind des Unternehmens. Der Umschlag bleibt hinter den Erwartungen zurück.

Der JadeWeserPort in Wilhelmshaven kann auch die schweren Ozeanriesen abfertigen. dpa

Der JadeWeserPort in Wilhelmshaven kann auch die schweren Ozeanriesen abfertigen.

BremenFehlender Verkehr im Tiefwasserhafen JadeWeserPort hat das Geschäft des Bremer Terminalbetreibers Eurogate im vergangenen Jahr belastet. Der Umsatz des Unternehmens wuchs mit 0,5 Prozent nur leicht auf 657,2 Millionen Euro, der operative Gewinn (EBITDA) legte um 1,7 Prozent zu. Einmaleffekte aus Unternehmensverkäufen sorgten zwar unter dem Strich für ein Plus von 13,3 Prozent beim Jahresüberschuss, für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen aber deshalb mit einem leicht rückläufigen Ergebnis. Den Umschlag steigerte die Gruppe 2013 um 7,3 Prozent auf den Rekordwert von 14,2 Millionen Standardcontainern.

Sorgenkind des Unternehmens ist weiter das 2012 eröffnete Containerterminal in Wilhelmshaven. Dort blieb der Umschlag 2013 mit gut 76 000 Standardcontainern (TEU) weit hinter den Erwartungen zurück. Ab der zweiten Jahreshälfte erwartet der Vorsitzende der Gruppengeschäftsführung, Emanuel Schiffer, aber weitere Linien mit Riesen-Containerschiffen im JadeWeserPort - und damit deutlich steigenden Umschlag.

Ein Teil der knapp 400 Mitarbeiter an dem Standort soll vorübergehend auch in Bremerhaven und Hamburg eingesetzt werden. Nach einem Jahr Kurzarbeit einigten sich Unternehmen und Mitarbeiter auf einen Beschäftigungssicherungsvertrag. Bis Ende März 2015 gibt es in Wilhelmshaven keine betriebsbedingten Kündigungen, dafür verzichten die Mitarbeiter auf 15 Prozent ihres Gehalts.

Die größten Reedereien der Welt

Platz 10

OOCL – 104 Schiffe

Die Orient Overseas Container Line wurde 1947 in Shanghai durch den Unternehmer Tung Chao Yung unter dem Namen „Orient Overseas Line“ gegründet. Noch im selben Jahr begann Tung regelmäßiger Routen nach Nordamerika und Europa zu etablieren. Auf der Flucht vor den Kommunisten siedelte Tung mit seinem 1949 nach Hongkong um. 1969 wurde das Unternehmen zur „Orient Overseas Container Line“ und transportierte als erste asiatische Reederei regelmäßig Containerfracht über den Pazifik. Von 1979 bis 1989 stand mit dem Öltanker Seawise Giant das bis heute größte jemals (nicht an einem Stück) gebaute Schiff im Dienst der Flotte.

Quelle: Alphaliner, Stand 06. Januar 2016

Platz 9

CSCL - 124 Schiffe

Die China Shipping Container Lines (CSCL) gehören zu den jüngsten Reedereien der Containerschifffahrt und gehört zur China Shipping Group. Seit 1997 expandiert die chinesische Reederei massiv – und steuert alleine in China über 40 Häfen an.

Platz 8

Hamburg Süd – 134 Schiffe

Es ist ein Unternehmen mit Tradition: Hamburg Süd ging 1871 aus dem Zusammenschluss von elf Hamburger Handelsgesellschaften hervor. Heute gehört die Reederei zum Oetker-Konzern. Im März 2015 übernahm sie den chilenischen Konkurrenten CCNI.

Platz 7

PIL – 147 Schiffe

Mit der Küstenschifffahrt und kleinen Liniendiensten von Singapur in die Häfen Südostasiens begann 1967 die Erfolgsgeschichte der Pacific International Lines. In den folgenden Jahrzehnten dehnte die Reederei ihr Containerliniennetz von Asien nach Europa und schließlich in die ganze Welt aus. Bis heute ist PIL ein Familienunternehmen.

Platz 6

Cosco - 169 Schiffe

Die China Ocean Shipping Company wurde in Europa bekannt, weil die Reederei in der Finanzkrise 50 Prozent der Anteile am Hafen in Piräus übernommen hat. In der Containerschifffahrt haben die Chinesen ihr weltweites Netz in den vergangenen Jahren sukzessive ausgebaut.

Platz 5

Hapag-Lloyd - 172 Schiffe

Hapag-Lloyd ging 1970 aus der Fusion von Hapag und Norddeutschem Lloyd hervor. 2014 übernahm der Konzern den chilenischen Konkurrenten CSAV, um im Wettbewerb der Großen mithalten zu können. Muttergesellschaft ist der Tui-Konzern.

Platz 4

Evergreen - 192 Schiffe

Anders als der Name vermuten lässt, kommt die Reederei Evergreen aus China, genauer: aus Taipeh. Zum Konzern gehören die Uniglory Marine aus Taiwan, die Evergreen Marine UK (vorher: Hatsu Marine) aus Großbritannien und die Lloyd Triestino (einst Österreichischer Lloyd, seit 2006 Italia Marittima). Darüber hinaus hält die Reederei Beteiligungen an der Fluggesellschaft Eva Air und an der Hotelkette Evergreen Laurel.

Platz 3

CMA CGM - 461 Schiffe

Aus Compagnie Générale Maritime (CGM) und der Compagnie Maritime d'Affrètement (CMA) entstand 1999 die größte Reederei Frankreichs, die auch weltweit in der Top drei landet. Mit der CMA CGM Marco Polo betreibt das Unternehmen eines der größten Containerschiffe der Welt, an Bord ist Platz für über 16.000 Container.

Platz 2

MSC - 487 Schiffe

Eine der größten Reedereien der Welt kommt ausgerechnet aus der Schweiz. Die Mediterranean Shipping Company (MSC) aus Genf wuchs jahrelang rasant durch den Kauf gebrauchter Containerschiffe, bestellt mittlerweile aber auch neue Schiffe. Wichtigster Umschlagplatz ist der Hafen in Antwerpen, weltweit steuert die Reederei 270 Häfen an.

Platz 1

APM-Maersk - 585 Schiffe

Das größte Containerimperium der Welt wird von Kopenhagen aus gesteuert. Seit 1904 sind die Dänen im Frachtgeschäft tätig und unterhalten mittlerweile Niederlassungen in 135 Ländern. Neben der Containerschifffahrt gehört auch die Öl- und Gasförderung zum Geschäft von Maersk.

In Bremerhaven ging der Umschlag 2013 um 4,7 Prozent auf rund 5,8 Millionen TEU zurück, in Hamburg stieg er um 7,9 Prozent auf gut 1,95 Millionen TEU. In Deutschland insgesamt betrug das Minus bei Eurogate 1,2 Prozent. „Ich glaube, dass Deutschland in diesem Jahr auch wieder wachsen wird“, sagte Schiffer. Erfolgreich entwickelten sich die Terminals in Italien mit einem Plus von 11,2 Prozent auf knapp 5,06 Millionen Standardboxen. Als „Star des Jahres“ bezeichnete Schiffer das Terminal in Marokko. Der Umschlag dort stieg um 84,4 Prozent auf mehr als eine Million TEU.

Im ersten Quartal 2014 legte der Containerumschlag in Hamburg um knapp ein Drittel zu, in Wilhelmshaven wuchs der Wert um 174,3 Prozent zu - allerdings auf niedrigem Niveau. Bremerhaven verzeichnete einen leichten Rückgang um 0,6 Prozent. Gründe für die Unterschiedliche Entwicklung in Hamburg und Bremerhaven seien Veränderungen bei den Linienverkehren. Bremerhaven hatte nach 2008 allerdings auch schneller als andere Terminals das Vorkrisenniveau wieder erreicht.

Die Zahl der Beschäftigten im internationalen Eurogate-Netzwerk stieg 2013 um 126 auf 7781, davon 4464 in Deutschland.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

08.04.2014, 19:07 Uhr

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