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06.01.2004

20:10 Uhr

Ferienflieger lehnt Forderung ab

Bewaffnete Flugbegleiter ärgern Thomas Cook

Die US-Regierung verlangt im Fall einer Terrorwarnung den Einsatz bewaffnete Flugbegleiter - so genannter „Sky Marshals“. Das stößt bei Piloten und Fluggesellschaften auf harsche Kritik. Thomas Cook droht gar mit der Streichung von Flügen.

HB LONDON. Die britische Pilotenvereinigung hat gegen die Entscheidung der Londoner Regierung protestiert, auf bestimmten Flügen bewaffnete Flugbegleiter („Sky Marshals“) einzusetzen. Der britische Verkehrsminister Alistair Darling bezeichnete dies am Dienstag im Unterhaus jedoch als einen „verantwortlichen und angemessenen Schritt“.

Die Pilotenvereinigung BALPA, die über 8000 der 9200 britischen Piloten vertritt, kritisierte dagegen, Schusswaffen an Bord eines Flugzeugs seien in jedem Fall ein zusätzliches Sicherheitsrisiko. Sie könnten mehr schaden als nützen.

Die Fluggesellschaft Thomas Cook kündigte an, sie werde keine „Sky Marshals“ akzeptieren und jeden Flug, dem ein solcher Begleiter zugeteilt werde, absagen. Mit anderen Gesellschaften, darunter British Airways, verhandelt BALPA noch über einen Kompromiss. Um den Piloten entgegenzukommen, versicherte Darling, der Flugkapitän werde in jedem Fall immer das Kommando an Bord haben. Er bestritt, dass sich die Regierung von Premierminister Tony Blair auf Druck der USA zum Einsatz der „Sky Marshals“ entschlossen habe. Dieser Schritt sei seit über einem Jahr mit den Pilotenverbänden diskutiert worden, sagte er.

Die deutsche Fluggesellschaft Thomas Cook schloss den Einsatz so genannter Sky Marshals generell aus. „Thomas Cook hält weiter an seiner Politik fest, einen Flug abzusagen, falls Sky Marshals mitfliegen sollen“, erklärte das Unternehmen am Dienstag. Thomas Cook fliegt von Großbritannien nach Orlando in Florida und durchquert außerdem auf Karibik-Flügen den US-Luftraum.

South African Airways erklärte ebenfalls, das Unternehmen werde die US-Forderung vorläufig nicht erfüllen. Die Fluggesellschaft bietet 28 Flugverbindungen pro Woche nach Atlanta und New York an. Die USA hatten verlangt, auf Flügen mit verdächtigen Passagieren bewaffnete Flugbegleiter an Bord zu nehmen. Andernfalls sollten die betroffenen Flugzeuge nicht in den USA landen dürfen.

In den vergangenen Wochen waren aus Furcht vor Anschlägen mehrere internationale Flüge in die Vereinigten Staaten abgesagt worden. Bei der Lufthansa sind seit langem auf ausgewählten Flügen Sky Marshals an Bord.

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