Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.01.2015

09:14 Uhr

Fernbus-Anbieter gehackt

Schlammschlacht bei Flixbus

ExklusivDie Fusion mit Meinfernbus läuft, doch Flixbus hat derzeit andere Sorgen: Das Unternehmen wurde offenbar gehackt, Bustickets konnten tagelang nicht verkauft werden. Ein Ex-Geschäftspartner wurde durchsucht.

Geschäft wächst weiter

Doppeldecker: MeinFernbus und Flixbus schließen sich zusammen

Geschäft wächst weiter: Doppeldecker: MeinFernbus und Flixbus schließen sich zusammen

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

DüsseldorfDas führende Fernbusunternehmen Flixbus ist offenbar Opfer eines Hackerangriffs geworden. Wie das Handelsblatt (Donnerstagausgabe) berichtet, geht die Staatsanwaltschaft Hamburg diesem Verdacht nach. In Ermittlungsunterlagen, die dem Handelsblatt vorliegen, heißt es, Flixbus-Daten seien gelöscht, beschädigt oder verändert worden.

Mehrere Tage lang sei die Onlinebuchung der Bustickets nicht möglich gewesen. Es sei ein Schaden von über 100.000 Euro entstanden. Den möglichen Hackerangriff kommentiert Flixbus zurückhaltend. „Zu diesen Ermittlungen können wir uns nicht weitergehend äußern.“

Ins Visier der Fahnder ist Handelsblatt-Recherchen zufolge der Chef der Hamburger Softwarefirma Hreos gerückt. Der Angriff sei von IP-Adressen erfolgt, die zum Tatzeitpunkt seiner Firma zugeordnet waren, schreiben die Ermittler. Am Dienstag durchsuchten deshalb Beamte seine Geschäftsräume.

Der Durchsuchte beteuert seine Unschuld. Sein Anwalt zeigt sich von dem Vorgehen bestürzt. „In dem Durchsuchungsbeschluss findet sich kein einziges Beweismittel. Ich habe dagegen Beschwerde eingelegt. Ich rüge insbesondere, dass sich kein Wort darüber findet, woraus der notwendige Anfangsverdacht abgeleitet wird“, sagt der Anwalt.

Der Hreos-Chef befindet sich seinerseits derzeit in einer anderen juristischen Auseinandersetzung mit Flixbus. Es geht um die Software hinter der Online-Plattform. Der Entwickler, der für Flixbus Software programmiert hatte, fühlt sich um sein geistiges Eigentum gebracht. Er hat vor dem Landgericht Hamburg deshalb eine einstweilige Verfügung beantragt. Flixbus widerspricht den Vorwürfen. Hreos sei zwar tatsächlich ein ehemaliger Dienstleister. „Die Geschäftsbeziehung besteht allerdings nicht mehr, alle Verträge hierzu sind seit einiger Zeit gekündigt. Alle nötigen Rechte an der Buchungsplattform liegen bei Flixbus“, heißt es aus dem Unternehmen.

Für Flixbus kommt die Schlammschlacht zur Unzeit. Das Unternehmen hat mit der Fusion mit Meinfernbus eigentlich genug zu tun.

Den vollständigen Bericht zum möglichen Hackerangriff auf Flixbus finden Sie als Digitalpass-Kunde hier zum Download.

Von

bog

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×