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25.12.2014

15:25 Uhr

Fernbusse

Trotz Preiskrieg Richtung Gewinnzone

In nur zwei Jahren haben sich Fernbusse als Alternative zur Bahn etabliert, nicht zuletzt wegen der jüngsten Streiks. Der Preiskampf hat einige Anbieter zur Aufgabe gezwungen. Die Überlebenden fahren erste Gewinne ein.

Von der Bahn in den Bus: Viele Kunden steigen um und es werden jährlich mehr. dpa

Von der Bahn in den Bus: Viele Kunden steigen um und es werden jährlich mehr.

FrankfurtMillionen Fahrgäste, ein immer dichteres Netz und trotz sinkender Ticketpreise die Aussicht auf erste Gewinne: Zwei Jahre nach Freigabe der Lizenzen haben sich die Fernbusse in Deutschland etabliert. Zwischen 15 und 20 Millionen Menschen und damit doppelt so viele wie im Vorjahr haben im fast abgelaufenen Jahr 2014 das neue Verkehrsmittel benutzt, schätzt der Verkehrsexperte Christoph Gipp vom Berliner Marktforschungsinstitut Iges.

In der noch jungen Branche herrscht laut Gipp ein heftiger Preiskrieg um den Kunden: Der Normalpreis pro Kilometer sei seit Jahresbeginn 2013 um 14 Prozent auf 8,6 Cent gefallen, im Angebot gebe es die Tickets auch schon mal für 4 Cent den Kilometer. Der Verkehrsclub VCD ermittelte in einer Stichprobe Durchschnittspreise von unter 6 Euro von Nürnberg nach München oder knapp 17 Euro von Hamburg nach Köln. Die Bahn verlangt üblicherweise ein Vielfaches.

Das harte Rennen hat im zurückliegenden Jahr mehrere Opfer gefordert. Der ohnehin krisengeschüttelte ADAC hat das spät geschlossene Bus-Bündnis mit der Deutschen Post bereits wieder verlassen und der Offenbacher Pionierbetrieb Deinbus schleuderte in die Insolvenz, hält aber vorerst den Betrieb aufrecht.

Mit einer düsteren Prophezeiung verabschiedete sich im Oktober der britische Bus-Gigant National mit seiner Tochter city2city aus dem deutschen Markt. „Wir gehen davon aus, dass wir das erste, aber sicherlich nicht das letzte Unternehmen sind, das den Betrieb einstellen wird.“

Der Marktführer „MeinFernbus“, der fast die Hälfte des Angebots auf die Straße bringt, hat nach eigenen Angaben die Gewinnzone bereits erreicht, aber noch keine genauen Zahlen genannt. Flixbus mit dem zweitgrößten Netz will im kommenden Jahr die ersten schwarzen Zahlen schreiben und die Busunternehmen der Deutschen Bahn sind nach eigenen Angaben schon heute profitabel.

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

29.12.2014, 10:28 Uhr

Meine Erfahrung zum Beginn der Fernbusse: Werbepreis nur, wenn man 6 Monate vorher bucht. Rückfahrt am selben Tag nicht möglich und nicht buchbar! Seitdem nicht mehr informiert!

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