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25.04.2011

17:44 Uhr

Fernbusverkehr

Bahn droht mit Streichung von ICE-Strecken

Im Mai soll der Fernbusverkehr liberalisiert werden - wenn das bisherige Bahn-Monopol fällt, könnte das den Konzern empfindlich treffen. Vorstandsmitglied Ulrich Homburg droht mit Konsequenzen für das ICE-Streckennetz.

Die Bundesregierung will das Fernbus-Netz liberalisieren - die Bahn droht mit weniger ICE-Verbindungen. Quelle: dpa

Die Bundesregierung will das Fernbus-Netz liberalisieren - die Bahn droht mit weniger ICE-Verbindungen.

Berlin. Die Liberalisierung des Markts für Fernbusse könnte nach Angaben der Deutschen Bahn zu einer Ausdünnung des ICE-Netzes führen. „Wenn etwa Strecken dann nur noch unwirtschaftlich betrieben werden können, werden wir möglicherweise handeln müssen“, sagte der Bahn-Vorstand für Personenverkehr, Ulrich Homburg, der „Financial Times Deutschland“. „Das könnte im schwächer ausgelasteten Randnetz der Fall sein.“

Dazu zählen ICE-Bahnhöfe, die nicht auf der Nord-Süd-Achse Hamburg-Frankfurt-München oder auf dem Bogen Berlin-Rhein/Ruhr-Stuttgart-München liegen. „Jeder Euro Umsatz, den wir hier an den Fernbus verlieren, kostet auch schon fast einen Euro operativen Gewinn“, sagte Homburg. „Es kann zu einer Ausdünnung des ICE-Netzes führen - muss es aber nicht.“ Die Bahn müsse es schaffen, auch bei den Fernbussen Marktführer zu sein. Er strebe einen Marktanteil um die 50 Prozent an, sagte Homburg. Nach einer Anlaufphase solle der Umsatz im dreistelligen Millionenbereich liegen.

Das Bundeskabinett will Ende Mai die Fernbus-Liberalisierung beschließen, zum Jahresende soll sie in Kraft treten. Die Fernzüge werden bisher durch ein Gesetz vor preisgünstigeren Bus-Angeboten geschützt. Die FTD zitiert Prognosen der Bahn, wonach Züge auf manchen Strecken 20 Prozent der Fahrgäste an den Bus verlieren könnten. Deshalb sollen ICE-Stopps in Städten wie Leipzig, Erfurt oder Flensburg gefährdet sein.

Von

rtr

Kommentare (3)

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derbahnliebhaber

25.04.2011, 20:50 Uhr

Faszinierende Argumentation eines ehemaligen Staatsbetriebs mit garantierter Daseins-Berechtigung. Bei drohender Konkurrenz nicht mit besserem Service, Leistung oder Preis reagieren, sondern einfach den Dienst einstellen. Das lob ich mir an der Bahn, am besten ganz den Betrieb einstellen, Management austauschen, umstrukturieren und neu organisieren.

Das spottet doch jeder Beschreibung, wenn die Bahn Angst vor Busverkehr hat... den sie auch selber durchführt. Könnte sein, dass das jemand besser und günstiger betreibt ...au weija.

RoadRunner

25.04.2011, 21:27 Uhr

die Regierung muss sich langsam entscheiden ob wir mehr Verkehr auf die Schiene oder die Strasse verlagern.
LKW sowie Busse werden durch den PKW Verkehr subventioniert.
Es sollte gundsaetzlich mehr Gueter- und Personenverkehr auf die Schiene verlagert werden.

Account gelöscht!

25.04.2011, 21:44 Uhr

Ist doch klar warum Die Bahn dagegen ist.
Sie verlieren ihr Monopol, können so also auch nicht mehr die Preise nach Lust und Laune ändern und verlieren somit Millionen Euro an Umsatz.
Und das Die Bahn sich auf ein Gesetz beruft, das verabschiedet wurde,als die Bahn noch staatlich war, ist sowieso unter aller Sau.
Dann sollen die werten Vorstandsmitglieder die Preise dem Geldbeutel des Kunden anpassen, denn die wollen reisen und der Konzern will Gewinne. Würden sie die Monopolstellung nicht so ausnutzen, dann würden auch mehr Leute die Dienstleistung der Bahn nutzen.

Zudem find ich es unverschämt der Regierung mit Streichungen von ICE Strecken zu drohen, denn die Subventionen die dort reinflossen sind denen egal...
Das ist wohl mittlerweile selbstverständlich.

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