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14.02.2015

10:15 Uhr

Fifty Shades of Grey

Sex sells – auch im Baumarkt

Zum Kinostart von „Fifty Shades of Grey“ verdoppeln Erotikhändler ihre Lagerbestände. „Aber alles ganz niedlich“, verspricht der Chef der Beate Uhse AG. Auch Firmen aus anderen Branchen springen auf den Zug auf.

Weltpremiere in Berlin

50 Shades of Grey: Das sagen die Kritiker

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Berlin/ FlensburgSollten sich plötzlich mehr Kunden für Kabelbinder, Klebeband und Seile interessieren - die britische Baumarktkette B&Q ist vorbereitet. Vor dem Filmstart von „Fifty Shades of Grey“ hat das Unternehmen seine rund 20.000 Mitarbeiter aufgefordert, sich mit den Büchern von Autorin E.L. James und der Bestseller-Verfilmung zu beschäftigen.

Ziel: Sollten Kunden nach Produkten fragen, die nicht nur bei Reparaturarbeiten, sondern auch bei Sado-Maso-Sex zu Einsatz kommen können, sollen sie sensibel reagieren, berichtete die Londoner Tageszeitung „Daily Telegraph“.

Was die Kollegen in England machen, ist Florian Preuß ziemlich egal. „Bei unseren Kunden besteht kein Interesse - wir haben uns da auch rückversichert“, sagt der Sprecher der Baumarktkette Hornbach. Auch seine Kollegen erwarten keinen Kabelbinder-Boom durch die Sado-Maso-Romanze über die Studentin Anastasia Steel, die vom erfolgreichen Unternehmer Christian Grey in die SM-Welt eingeführt wird. „Das alles ist nicht mehr als ein ausgezeichnetes Marketing des Films“, meint Preuß.

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Der Film „Fifty Shades of Grey“ startet auf der Berlinale. 100 Millionen Mal wurde die Buchvorlage um Sadomaso und Dominanz verkauft. Der Erfolg beruht auf einem digitalen Phänomen: einer Empfehlungswelle im Netz.

Marketing, das woanders perfekt funktioniert. Die großen Sex-Shop-Ketten haben „Fifty Shades of Grey“-Produktreihen im Programm. „Das gibt sicher Rückenwind“, sagte Serge van der Hooft, Vorstandsvorsitzender der Beate Uhse AG, der Deutschen Presse-Agentur. Beate Uhse habe die Bestseller-Verfilmung im In- und Ausland gemeinsam mit Kinos beworben und die Lagerbestände für einige Produktgruppen ausgeweitet. „Aber alles ganz niedlich“, sagte van der Hooft, der aus den Niederlanden kommt.

Die Handschellen sind mit rosa Plüsch versehen, die Peitschen mit Herzchen bedruckt. Das Unternehmen Beate Uhse hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt und setzt nicht mehr auf Männer als Kunden, sondern auf Frauen. „Als das Buch herauskam, lag der Anteil der weiblichen Kunden noch bei 50 Prozent, heute sind es über 70 Prozent“, sagte van der Hooft.

Das Unternehmenslogo von Beate Uhse ist inzwischen in einem rosa Farbton gehalten, in einer verspielten Schrift mit Schnörkeln und Schleifchen und einem Herz in der Mitte. Sexshops in schäbigen Bahnhofsgegenden gehören der Vergangenheit an. Im Programm dominieren Dessous und Sex-Spielzeuge.

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