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25.06.2014

17:17 Uhr

Filiale in Hamburg-Altona

Ikea drängt es in die Innenstadt

Mitten in der Hamburger Innenstadt steht künftig ein Ikea. Die Möbelkette will den Kunden dadurch wieder näher kommen. Was als Pilotprojekt gilt, gibt es in ähnlicher Form bereits in Essen – mit Problemen.

Ikea eröffnet in Hamburg eine Filiale in der Innenstadt. dpa

Ikea eröffnet in Hamburg eine Filiale in der Innenstadt.

HamburgVon der grünen Wiese in die Fußgängerzone: Ikea eröffnet in Hamburg-Altona seine – nach eigenen Angaben – erste Innenstadt-Filiale. Das schwedische Möbelhaus, bekannt vor allem durch seine riesigen blau-gelben Verkaufshallen an der Autobahn, folgt damit dem Trend, dass immer mehr Kunden lieber in der Nähe und dafür öfter einkaufen gehen, als mit dem Auto weit zu fahren. „Das ist ein absolutes Pilotprojekt für uns. Wir möchten nah bei den Menschen sein“, sagte Expansionschef Johannes Ferber am Mittwoch. Nun kann Ikea Passanten mit großen, dekorierten Schaufenstern ins Geschäft locken. Und schon im Erdgeschoss gibt es Accessoires wie die obligatorischen 30 Teelichter für 1,99 Euro, ohne dass die Kunden durch die ganze Möbelausstellung laufen müssen.

Mit 18.000 Quadratmetern Verkaufsfläche ist die neue Filiale rund 20 Prozent kleiner als das normale Ikea-Einrichtungshaus, hat mit 80 Millionen Euro aber rund 60 Prozent mehr gekostet. Für den Neubau in der Altonaer Fußgängerzone wurde ein leerstehendes Einkaufszentrum abgerissen. Die Mehrheit der Altonaer hatte dem per Bürgerentscheid zugestimmt. „Wir gehen davon aus, dass jeder zweite Besucher mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt“, sagte der Leiter der neuen Filiale Christian Mollerus. Mit Lastentaxen oder ausleihbaren Fahrradanhängern bekämen die Kunden ihre Waren auch nach Hause.

Die größten Möbelhersteller

Schaffrath

Platz 10: Schaffrath

Umsatz: 335 Millionen Euro (Vorjahr: 340 Mio.)

Mitarbeiter: 1.200

Mit seinen 29 Häusern in Nordrhein-Westfalen schafft es Schaffrath gerade noch unter die Top Ten. Dabei gibt es nicht nur Komplett-Einrichtungshäuser, sondern auch spezielle Küchenmärkte, Naturholzmöbel-Fachgeschäfte, Young-Stores, Elektrofachmärkte und eine Mega-Küchen-Fachmarkt.

Otto

Platz 9: Otto

Umsatz: 680 Millionen Euro (Vorjahr: 700 Mio.; abweichendes Geschäftsjahr: 1.3. - 28.2.)

Mitarbeiter: 53.103

Der Versandhändler aus Hamburg gehört zu den sogenannten Universalversendern, die neben Kleidung auch Haushaltswaren und Möbel verkaufen. Für diese Sparte hat Otto - neben seinem Online-Angebot - einen eigenen "wohntrend"-Katalog im Angebot.

Dänisches Bettenlager

Platz 8: Dänisches Bettenlager

Umsatz: 878 Millionen Euro (für das Jahr 2010/11; 2009/10: 858 Millionen Euro für Deutschland)

Mitarbeiter: 7.600 (insgesamt)

Das zum Jysk-Konzern gehörige Dänische Bettenlager betreibt allein in Deutschland 846 seiner insgesamt 1.042 Filialen. Die weiteren zentrale Standorte befinden sich in Österreich, Schweiz, Frankreich, Italien und Spanien. Neben dem Kerngeschäft - der Schlafzimmeraustattung - werden mittlerweile auch Büro-, Wohn- und Badezimmermöbel angeboten.

Segmüller

Platz 7: Segmüller

Umsatz: ca. 1.050 Millionen Euro (im Jahr 2011; 2010: 1.050 Millionen Euro)

Mitarbeiter: über 4.000

Neben den sieben Segmüller-Filialen gehören dem Unternehmen fünf weitere Küchenhäuser, vier Möbel Maxx-Filialen, drei Mega Stores und drei Babyland-Filialen. Segmüller betreibt Möbelhäuser vornehmlich im süddeutschen Raum.

Poco

Platz 6: Poco-Domäne

Umsatz: 1.080 Millionen Euro (im Jahr 2011; 2010: 945 Millionen Euro)

Mitarbeiter: 6.800

Seit dem Zusammenschluß im Jahr 2008 sind die die Discounter Poco, Domäne und Möbelix in der Poco-Domäne Holding zusammengefasst. Poco-Domäne betreibt 96 Märkte bundesweit. Im Jahr 2011 erlangte der Konzern zusätzliche Bekanntheit durch eine Werbekampagne mit der TV-Blondine Daniela Katzenberger.

Roller

Platz 5: Roller / Tejo (Tessner-Gruppe)

Umsatz: 1.200 Millionen Euro (im Jahr 2010/11; 2009/10: 1.160 Millionen Euro)

Mitarbeiter: über 5.500

Allein Roller betreibt in Deutschland 101 Märkte, darüberhinaus gehören zu Tejo 17 weitere SB-Lagerverkäufe, vier Einrichtunghäuser und drei Einrichtungs-Shopping-Center. Auch der Medea Küchenfachmarkt ist ein Teil der Tessner-Gruppe.

Porta

Platz 4: Porta

Umsatz: 1.250 Millionen Euro (im Jahr 2011; 2010: 1.200 Millionen Euro)

Mitarbeiter: 6.500

Den Umsatz bringen insgesamt 121 Möbelhäuser namens Porta, Happy Porta, Möbel Boss und Möbel Hausmann zusammen.

XXL Lutz

Platz 3: XXXLutz

Umsatz: 2.900 Millionen Euro (im Jahr 2011; 2010: 2.700 Millionen Euro)

Mitarbeiter: insgesamt 18.500

Die österreichische Möbelhauskette XXXLutz betreibt allein in Deutschland 13 Filialen unter dem Namen XXXLutz, insgesamt 40 weitere unter dem Namen XXXL und Mömax.

Höffner

Platz 2: Höffner

Umsatz: ca. 1.980 Millionen Euro (im Jahr 2011; 2010: 1.950 Millionen Euro)

Mitarbeiter: ca. 8.000

Trotz eines guten Ergebnisses liegt die Höffner-Gruppe, zu der auch Möbel Kraft und Möbel Sconto gehört, auf Platz 2 weit hinter dem Spitzenreiter der Möbelhäuser.

Ikea

Platz 1: Ikea

Umsatz: 3.650 Millionen Euro (im Jahr 2010/11; 2009/10: 3.480 Millionen Euro)

Mitarbeiter: 14.447 (in Deutschland; Weltweit: 131.000)

Unangefochtener Branchenprimus ist und bleibt Ikea. Die Schweden betreiben allein in Deutschland 46 Möbelhäuser und etliche weitere sind in Planung. Der mittlerweile aus den Niederlanden operierende multinationale Konzern hat neben Einrichtungsgegenständen auch komplette Fertighäuser im Sortiment.

Ganz neu ist die Idee aber nicht. Auch in Essen betreibt Ikea bereits eine Filiale mitten in der Innenstadt, nur wenige Schritte entfernt von der Fußgängerzone. Dort betreibt das schwedische Möbelhaus eine Fläche von etwa 13.000 Quadratmetern, will aber bald umziehen – weil der Laden zu klein geworden ist und die Kunden lieber in konkurrierende Filialen mit größerer Auswahl gefahren sind. Nun will Ikea raus aus der Filiale mitten in der Innenstadt und in den nördlichen Krupp-Gürtel ziehen.

Eine ähnliche Situation für Hamburg fürchtet das Unternehmen nicht, da die Filialen in Essen und in Altona nicht vergleichbar seien. „Wir haben das Konzept für die Filiale in Altona komplett umgestellt“, erklärt eine Unternehmenssprecherin auf Nachfrage von Handelsblatt Online. Statt zwei Etagen gibt es in Altona zum Beispiel acht Etagen, man sei „in die Höhe“ gegangen. Zudem ziehe man auch in Essen nicht ganz aus der Stadt raus, sondern lediglich 500 Meter weiter.

Der neue Ikea ist die 48. Filiale der Schweden in Deutschland. Weltweit betreibt der Konzern 356 Einrichtungshäuser in 44 Ländern. Im vergangenen Geschäftsjahr kletterte der Umsatz um drei Prozent auf rund 28 Milliarden Euro, vier Milliarden davon machte Ikea in Deutschland. 2020 will der Konzern die Marke von 50 Milliarden Euro Umsatz knacken.

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