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27.02.2014

15:17 Uhr

Finanzmakler

MLP steuert nach Gewinnrückgang um

Bisher ist MLP für den Vertrieb von Kranken- und Lebensversicherungen bekannt. Doch das könnte sich ändern, denn die Erlöse aus diesen Geschäften schrumpfen. MLP will nun durch Zukäufe auf ein neues Geschäftsfeld setzen.

Die MLP-Unternehmenszentrale in Wiesloch: Im laufenden Jahr peilt der Finanzdienstleister in einem „Basisszenario“ einen Betriebsgewinn von 65 Millionen Euro an. dpa

Die MLP-Unternehmenszentrale in Wiesloch: Im laufenden Jahr peilt der Finanzdienstleister in einem „Basisszenario“ einen Betriebsgewinn von 65 Millionen Euro an.

FrankfurtMLP steuert angesichts starker Rückgänge beim Vertrieb von Lebens- und Krankenversicherungen massiv um. Der Finanz- und Versicherungsmakler will sein Angebot im Immobiliengeschäft deutlich ausbauen und zudem verstärkt um Unternehmer werben. Um Mittelständlern künftig mehr Sachversicherungen verkaufen zu können, hat MLP-Chef Uwe Schroeder-Wildberg auch kleinere Übernahmen im Visier. „Um hier zügig voranzukommen, ziehen wir eine Akquisition konkret in Betracht,“ sagte der Vorstandschef am Donnerstag auf der Bilanzkonferenz des Konzerns in Frankfurt. Auch die Tochter Feri, die unter anderem Fonds bewertet und Profi-Anleger berät, führe Gespräche über mögliche Zukäufe.

Die auf Hochschulabgänger und Wohlhabende spezialisierte Firma leidet seit Jahren darunter, dass ihre Kunden angesichts niedriger Zinsen immer seltener Lebensversicherungen abschließen. Auch der Absatz von Krankenversicherungs-Policen - dem zweiten wichtigen Standbein von MLP - ging 2013 deutlich zurück. Insgesamt schrumpften die Erlöse deshalb um zwölf Prozent auf 501 Millionen Euro, der Betriebsgewinn (Ebit) sogar um gut die Hälfte auf 33 Millionen Euro. Die Dividende soll auf 16 Cent pro Aktie halbiert werden.

Im laufenden Jahr peilt MLP in einem „Basisszenario“ einen Betriebsgewinn von 65 Millionen Euro an. Abhängig von der Entwicklung der Märkte könne dieser Wert jedoch auch auf 50 Millionen Euro fallen oder auf 75 Millionen Euro steigen. Wenn sich diese Prognose als zu optimistisch erweisen sollte, müsste MLP die Kosten weiter drücken, deutete Schroeder-Wildberg an. „Sollte es nötig sein, wissen wir, was zu tun ist.“

An der Börse kamen Zahlen und Ausblick nicht gut an. Die MLP-Aktie verlor gut drei Prozent auf 5,11 Euro und gehörte damit zu den größten Verlierern im Kleinstwerteindex SDax. Damit es in Zukunft wieder aufwärtsgeht, will Schroeder-Wildberg nun verstärkt beim Hauskauf mitmischen.

„Künftig werden wir unsere Kunden nicht nur in der Finanzierung begleiten, sondern ihnen sowohl für die Eigen- als auch für die Fremdnutzung Immobilienangebote unterbreiten“, sagte Schroeder-Wildberg. MLP reagiere damit auf den Trend, dass angesichts niedriger Zinsen immer mehr Menschen Wohnungen kaufen.

Von

rtr

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