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14.11.2012

14:36 Uhr

Finanzmakler

Sparkurs katapultiert MLP-Gewinn in die Höhe

Der Sparkurs von Finanz- und Versicherungsmakler MLP zeigt Wirkung. Neben höheren Gesamterlösen konnte das Unternehmen im dritten Quartal auch wegen mehr Policen-Vermittlungen seinen Überschuss verfünffachen.

Die Unternehmenszentrale des Finanzdienstleisters Marschollek, Lautenschläger und Partner AG (MLP) in Wiesloch. dpa

Die Unternehmenszentrale des Finanzdienstleisters Marschollek, Lautenschläger und Partner AG (MLP) in Wiesloch.

StuttgartDer Tritt auf die Kostenbremse hat dem Finanz- und Versicherungsmakler MLP einen Gewinnsprung beschert und lässt das seit langem angestrebte Renditeziel in greifbare Nähe rücken. Im dritten Quartal warf die Vermittlung von Versicherungspolicen und Finanzdienstleistungen bei dem auf die Beratung von Hochschulabsolventen spezialisierten Makler einen Nachsteuergewinn von 8,3 Millionen Euro ab - das ist fünf mal so viel wie vor Jahresfrist. „Wir sind zuversichtlich, bei den für dieses Jahr geplanten Kosteneinsparungen um 24 Millionen Euro eine Punktlandung zu erzielen“, sagte Vorstandschef Uwe Schroeder-Wildberg bei der Vorlage des Zwischenberichts am Mittwoch. Der angestrebte Sprung der Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern auf 15 Prozent bis Jahresende liege damit „in Reichweite“, sei aber „nicht im Spaziergang“ zu erreichen.

Denn für MLP hat im Oktober die wichtigste Geschäftszeit begonnen. Gewöhnlich holt der mit Finanzvermittlern wie AWD, OVB oder DVAG konkurrierende Makler im Schlussquartal die Hälfte seines operativen Gewinns herein: Viele Kunden zeichnen vor Jahresende neue Policen, was MLP hohe Provisionen einträgt. Ab dem Jahresbeginn 2013 werden vor allem für Männer viele Versicherungen teurer, da die Assekuranzen ihre Tarife künftig geschlechtsneutral kalkulieren müssen.

Um mehr Schwung zu bringen in die seit der Finanzkrise 2008 flaue Vermittlung von Altersvorsorge- und Sachversicherungs-Policen sowie Hypotheken und Finanzierungen, hatte MLP im vergangenen Jahr die Ausgaben bei Personal und Verwaltung zusammengestrichen und in Vertrieb und Informationstechnik investiert. Die zunächst dafür angefallenen Kosten - etwa für Abfindungen - drückten die operative Marge im vergangenen Jahr auf magere 3,5 Prozent und damit auf den tiefsten Stand seit mindestens sieben Jahren. Im dritten Quartal des Jahres kletterte die Rentabilität deutlich auf 9,1 von 2,5 Prozent, da MLP operativ mit 11,1 Millionen Euro 71 Prozent mehr als vor Jahresfrist verdiente.

Die Kunden agierten wegen der rückläufigen Konjunktur und der Diskussionen um die europäische Schuldenkrise weiterhin zurückhaltend, bekräftigte Vorstandschef Schroeder-Wildberg seine gedämpften Erwartungen. Von der Verunsicherung profitiert MLP zum Teil in seiner zum zweiten Standbein ausgebauten Sparte Vermögensverwaltung, da viele der gut 808.000 Kunden ihr Geld dort kurzfristig anlegen und parken. Zuletzt verspürte MLP zudem im Vermittlungsgeschäft einen Aufwärtstrend: Die Erlöse stiegen im dritten Quartal auf den höchsten Stand seit vier Jahren. An der Börse fand dies Anklang: Gegen den schwächeren Trend legte der MLP-Kurs um 1,8 Prozent auf 5,11 Euro zu.

Von

rtr

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