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27.08.2015

14:22 Uhr

Fire Phone gefloppt

Amazon streicht Smartphone-Entwicklung zusammen

Vor einem Jahr stieg Amazon mit viel Aufwand ins Smartphone-Geschäft ein. Doch das Fire Phone wurde zu einem teuren Flop. Nun scheint der Online-Händler die Lust an der Handy-Entwicklung verloren zu haben.

Das erste eigene Smartphone von Amazon wurde zu einem großen Flop. ap

Amazon Fire Phone

Das erste eigene Smartphone von Amazon wurde zu einem großen Flop.

SeattleDer weltgrößte Einzelhändler Amazon setzt nach dem Flop seines Smartphones Fire Phone laut einem Zeitungsbericht den Rotstift in der Geräte-Sparte an. In den vergangenen Wochen seien Dutzende Entwickler entlassen worden, die in Amazons kalifornischem Hardware-Labor Lab126 am Fire Phone gearbeitet hätten, schrieb das „Wall Street Journal“ am Donnerstag. Es seien die ersten Entlassungen in der etwa 3000 Mitarbeiter starken Einrichtung gewesen, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Im Lab126 werden unter anderem die Kindle-Lesegeräte und -Tablets sowie andere Amazon-Technik entwickelt.

Das Fire Phone sollte mit ungewöhnlichen Funktionen gegen teure Spitzen-Smartphones wie Apples iPhone antreten. Unter anderem kann es über die Kamera diverse Artikel erkennen, die sich dann mit wenigen Klicks bei Amazon bestellen lassen. Die Entwickler steckten auch viel Mühe in einen Bildschirm, der einen dreidimensionalen Effekt ohne Spezialbrille bieten soll. Das Fire Phone blieb jedoch ein Ladenhüter und Amazon musste nach einer radikalen Preissenkung 170 Millionen Dollar auf nicht verkaufte Geräte abschreiben.

Auch insgesamt trete der Konzern bei der Hardware-Entwicklung nun auf die Bremse, berichtete das „Wall Street Journal“ weiter. Projekte wie ein großer Tablet-Computer mit einer Bildschirm-Diagonale von 14 Zoll (rund 35,6 cm) oder ein Stift, der handschriftliche Notizen in digitale Einkaufslisten umwandelt, seien auf Eis gelegt worden. Weiterhin gearbeitet werde dagegen an einem Computer für die Küche, der auch als Zentrale für einen vernetzten Haushalt agieren solle.

Amazon in Zahlen

Umsatz

88,99 Milliarden Dollar (2013: 74,45 Milliarden Dollar)

Ergebnis

241 Millionen Dollar Verlust (2013: 274 Millionen Dollar Gewinn)

Mitarbeiter

Rund 154.100 fest und zeitweise angestellte Beschäftigte. Die Zahl schwankt im Jahresverlauf deutlich mit Ausschlägen vor allem zum Weihnachtsgeschäft.

Märkte

62,33 Prozent der Erlöse machte Amazon 2014 im Heimatmarkt USA (Anteil 2013: 59,8 Prozent). In Deutschland gab es nach Umrechnung in US-Währung einen Jahresumsatz von 11,9 Milliarden Dollar (2013: 10,535 Milliarden Dollar).

Steuern

Amazon stellte 2014 laut Jahresbericht 167 Millionen Dollar für die Einkommensteuer zurück (2013: 161 Millionen Dollar)

Von

dpa

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