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27.08.2015

17:13 Uhr

Fisherman's Friend

„Sind sie zu bunt, bist du zu braun“

VonFlorian Kolf

Mit einer scharfen Aktion auf Facebook kämpft der Hersteller von Minzpastillen für Toleranz und gegen Fremdenhass. Dabei wird Fisherman's Friend von einer Lawine der Zustimmung überrollt.

Auf Facebook hat  Fisherman's Friend eine Kampagne für mehr Toleranz gestartet. Screenshot

Mehr Vielfalt für Deutschland

Auf Facebook hat Fisherman's Friend eine Kampagne für mehr Toleranz gestartet.

DüsseldorfAuf den Hass, den Rechtsradikale den Flüchtlingen in vielen Orten Deutschlands entgegen schreien, haben zahlreiche Prominente und Politiker mit drastischer Wortwahl geantwortet. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat die Fremdenfeinde „Pack“ genannt, die TV-Moderatoren Joko und Klaas haben sie als „erbärmliche Trottel“ bezeichnet.

Doch der Pastillen-Hersteller Fisherman's Friend hat jetzt gezeigt, dass man mit Witz noch viel mehr erreichen kann. In einer Facebook-Kampagne, erdacht von der Werbeagentur Scholz & Friends, setzen sie den dumpfen Parolen der selbsternannten Patrioten einen pfiffigen Slogan entgegen: „Sind sie zu bunt, bist du zu braun“ – angelehnt an den eigenen Werbeclaim „Sind sie zu stark, bist du zu schwach“.

Illustriert wird die Aktion mit Fisherman's-Friend-Packungen, die in allen Regenbogenfarben gestreift sind. Sie tragen die Aufschrift: „Toleranz – mehr Vielfalt für Deutschland“.

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Heiko Maas ist irritiert. Fotos bestimmter Körperteile werden von Facebook unverzüglich gelöscht. Doch bei Fremdenhass gibt sich der Konzern lethargisch. Facebook appeliert lediglich an Nutzer Hassreden zu unterlassen.

Die Resonanz war überwältigend und hat das Unternehmen selber überrascht, wie es auf Nachfrage zugab. Nach wenigen Stunden schon war der Post mehr als 4500 Mal geteilt und hatte rund 15.000 Likes. Im Facebook-Statement schreibt Fisherman's Friend, dass sie „schockiert“ und „fassungslos“ waren angesichts der aktuellen Ereignisse in Deutschland.

„Mit unserem Post wollen wir ein Statement gegen Fremdenhass und Gewalt setzen. Fisherman’s Friend steht für einen offenen und toleranten Umgang mit ALLEN Menschen – egal welcher Herkunft“, erklärt das Unternehmen die Aktion.

Neben den üblichen Vorwürfen, das Thema würde mit der Aktion für Werbung missbraucht, gibt es Tausende von zustimmenden und begeisterten Kommentaren. „Richtig Klasse, dass ein Unternehmen nicht scheut ein paar extreme Kunden zu verlieren und sich klar positioniert“, schreibt einer, „Hut ab für eure vorbildhafte Aktion“, ein anderer.

Kommentare (17)

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Herr Robert Treisel

27.08.2015, 17:45 Uhr

Billige und niveaulose Aktion. Die Beschimpfung von Wählern und Kunden scheint die neue Mode zu sein.
Was tut die Firma Fisherman konkret für diese sogenannten Flüchtlinge? Es wäre interessant mal eine konkrete Zahl der gespendeten Euros zu hören. Oder die Zahl der in den Gebäuden der Firma aufgenommenen Flüchtlingen bzw. Asylanten.
Meine Aktion: ab sofort keine Fishermans mehr.

N. Stieglitz

27.08.2015, 17:45 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Herr Erwin Schabrunski

27.08.2015, 17:46 Uhr

Ausgezeichnet!

So würden auch 12 jährige reagieren.

Je mehr solcher Faxen umso mehr Hass. Das hat Gesicht!

Bis der Kessel platzt.

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