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26.11.2015

12:07 Uhr

Fitness First

Wenn niemand eine Muckibude kaufen will

VonChristoph Kapalschinski

Seit einem Jahr ist Fitness First auf der Suche nach einem Käufer für sein Deutschland-Geschäft. Allerdings ist das Interesse an Sportstudios auf dem stark umkämpften Fitnessmarkt überaus verhalten. Warum nur?

Der Fitness-Markt gilt als hart umkämpft. obs

Fitness First

Der Fitness-Markt gilt als hart umkämpft.

HamburgFitness boomt. Bewegung und Sport sind längst zum Lifestyle geworden. Da sollte es einfach sein, Investoren für eine Fitnessstudio-Kette zu finden, sollte man meinen. Tatsächlich ist jedoch der Finanzinvestor Oaktree mit seiner Suche nach einem Käufer für die deutschen Fitness-First-Studios vorerst gescheitert. Der Verkaufsprozess ruhe derzeit, sagt eine Sprecherin der Fitnesskette dem Handelsblatt.

Vor gut einem Jahr hatte Oaktree laut Medienberichten Informationen über die drittgrößte deutsche Kette an mögliche Interessenten verschickt. Verkauft werden sollte nur die deutsche Tochter der internationalen Kette. Damals hieß es, der Sanierungsprozess der deutschen Studios sei bereits weit genug fortgeschritten. Der Erlös sollte unter anderem der Sanierung anderer Landesgesellschaften zugutekommen. Oaktree kommentiert seine Geschäfte grundsätzlich nicht.

Allerdings steht der deutsche Fitness-Markt unter hohem Preisdruck. Ständig eröffnen neue Studios, und vor allem Marktführer McFit macht Druck auf die Preise. Die Kette eröffnete – zusätzlich zu ihren 167 deutschen Filialen – neun noch günstigere „Functional“-Fitnessstudios der neuen Tochter-Marke High5, weitere fünf sind konkret angekündigt. Solche Studios benötigen weniger teure Geräte, haben stattdessen mehr Hanteln oder Klimmzugstangen im Angebot.

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Der Aktienkurs von Asics ist Anfang der Woche eingebrochen. Ein neuer Superschuh für die Langstrecke soll die Japaner nun wieder zurück in die Spur bringen – und die Investoren besänftigen. Gut 250 Euro kostet ein Paar.

Das setzt vor allem Anbieter unter Druck, die höhere Kosten haben, weil sie anders als Fitness First Wellnessbereiche betreiben und Kurse anbieten. So sank laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte der durchschnittliche Monatsbeitrag in deutschen Fitnessstudios im Jahr 2014 um 4,8 Prozent auf 44,88 Euro. „Eine weitere Eintrittswelle von neuen Discountangeboten ist in den letzten Jahren im Markt zu beobachten“, schreiben die Berater.

So ist die Essener Kette FitX, erst 2009 gegründet, mit Preisen ab 15 Euro besonders expansionsstark und kommt bereits auf 37 Standorte. Auf der anderen Seite meldete etwa die Kette Holmes Place – preislich als Luxusanbieter positioniert – in den vergangenen Jahren in Deutschland Verluste. Begründet werden diese im Bundesanzeiger mit hohen Kosten und Preisdruck.

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