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24.06.2015

15:03 Uhr

Flagge der US-Konföderierten

Deutsche Händler gehen von der Fahne

VonFlorian Kolf

Das Massaker von Charleston hat eine hitzige Diskussion um die Südstaaten-Flagge ausgelöst, mit der der Attentäter posiert hatte. Ist sie ein Symbol für Rassismus? Deutsche Händler geraten unter Zugzwang.

Demonstranten in Los Angeles forderten am Dienstag, die Flagge der Konföderierten nicht mehr vom dem Kapitol von South Carolina zu zeigen. AFP

Südstaaten-Flagge in Flammen

Demonstranten in Los Angeles forderten am Dienstag, die Flagge der Konföderierten nicht mehr vom dem Kapitol von South Carolina zu zeigen.

DüsseldorfDie Aufregung um die frühere Flagge der US-Südstaaten nach dem Massaker in einer Kirche in South Carolina erreicht jetzt auch deutsche Flaggenhersteller. „Wir überlegen, die Fahne bei uns aus dem Programm zu nehmen“, sagt Thomas Ruge, Inhaber von Flaggen Online, dem Handelsblatt. Die Flagge werde in Deutschland hauptsächlich von Mitgliedern von Motorradclubs gekauft.

In Verruf geraten war die Flagge in den USA, nachdem der 21-Jährige Dylann Roof in einer Kirche in Charleston in South Carolina neun Schwarze erschossen hatte. Der Attentäter hatte zuvor auf Bildern mit der Südstaaten-Flagge posiert. Dies hat in den USA eine heftige Diskussion ausgelöst, ob die Fahne ein Symbol für Rassismus sei und deswegen verboten werden solle. Der rassistische Ku-Klux-Klan und rechtsradikale Gruppen nutzen die Flagge bei Aufmärschen, mit der Afroamerikaner auch nach Abschaffung der Sklaverei im Jahr 1865 eingeschüchtert werden sollten.

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150 Jahre nach Abschaffung der Sklaverei ringt die amerikanische Gesellschaft mit tief verwurzeltem Rassismus. Nun konzentriert sich der Streit auf eine rotblaue Flagge. Und Obama nimmt gar das N-Wort in den Mund.

Das Massaker, bei dem sechs Frauen und drei Männer im Alter von 26 bis 87 Jahren starben, hat in den USA neue Ängste über rassistisch motivierte Angriffe geschürt. Es folgt auf Todesfälle mehrerer unbewaffneter Afroamerikaner durch die Hand weißer Polizisten.

Zahlreiche Händler und Onlineseiten in den USA haben schon reagiert. So haben Ebay, und die Supermarktketten Wal-Mart und Sears bereits erklärt, dass sie den Verkauf der Fahne einstellen werden. Auch Amazon plant nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg, die Flagge aus ihrem Webstore zu verbannen.

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In Deutschland wird die Diskussion weniger emotional geführt – schon weil die Südstaatenflagge hier kaum nachgefragt wird. „Wir verkaufen vielleicht höchstens jeden dritten Monat eine“, sagte Flaggen-Online-Inhaber Ruge. Auch bei Flaggen Kössinger im bayerischen Schierling sieht man die Diskussion eher gelassen. „Bei uns wurde die Flagge noch nie stark nachgefragt – und das hat sich jetzt auch nicht geändert“, sagt eine Sprecherin. Deshalb sei auch bisher nicht geplant, die Flagge aus dem Programm zu nehmen.

Auch Flaggen Online hat bereits Erfahrung mit Symbolen für Rassismus. So hatte eine Filmproduktionsgesellschaft bei dem Unternehmen Hakenkreuz-Flaggen für einen Film über das „Dritte Reich“ bestellt. Inhaber Ruge hatte die Entscheidung den Näherinnen überlassen. Nachdem diese sich weigerten, die Fahnen zu nähen, lehnte er den Auftrag ab.

Kommentare (4)

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Frau Ursula Neumann

24.06.2015, 15:31 Uhr

Also wenn die Südstaatenfahne kein Symbol für Rassismus ist - was denn dann?

Herr Hansi Reinhard

24.06.2015, 16:00 Uhr

Früher der Rassenwahn, heute der Rassismuswahn.

Herr richard roehl

24.06.2015, 16:07 Uhr

Die Konföderiertenflagge ist sicher in Deutschland, mehr noch als in den USA ein Outlaw/Rebellen-Symbol denn ein Rassismussymbol. Mir ist nicht bekannt das diese in Nazikreisen z.B verwendet wird. Aber die Deutschen sind ja die ersten die bei jedem Politcal Correctness pawlowschen Reflex mitmachen. Wenn demnächst ein relgiöser Spinner im Namen des Kreuzes um sich ballert, wird ja wohl auch nicht die katholische Kirche verboten oder selbiges in den Gerichtssäälen abgehängt, obwohl es zu wünschen wäre

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