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13.06.2014

07:38 Uhr

Fleischlose Kost

Discounter locken mit Veggiemaus

Viele Deutsche haben die Lust auf Fleisch verloren. Der Einzelhandel reagiert: Soja-Schnitzel und vegane Bolognese haben Einzug in die Supermärkte gehalten. Ausgerechnet eine Billigkette übernimmt eine Vorreiterrolle.

Fruchtgummis für Vegetarier: Die Gelantine macht den Unterschied. PR

Fruchtgummis für Vegetarier: Die Gelantine macht den Unterschied.

DüsseldorfDer deutsche Lebensmittelhandel entdeckt die Vegetarier als attraktive Zielgruppe. Waren Soja-Schnitzel, Wurstaufschnitt ohne Fleisch und veganes Fruchtgummi lange Zeit vor allem in Naturkostläden zu finden, so haben sie sich inzwischen zumindest einen kleinen Platz in den Regalen und Tiefkühltruhen „normaler“ Supermärkte erobert. Und das Werben der Händler um Vegetarier, Flexitarier (Wenig-Fleisch-Esser) und Veganer dürfte in Zukunft noch zunehmen.

Eine Vorreiterrolle übernimmt dabei zurzeit der Discounter Aldi Süd. Er kündigte kürzlich an, künftig das vom Vegetarierbund Deutschland vergebene V-Label zur Kennzeichnung fleischloser Produkte einzuführen und so Vegetariern und Veganern auf den ersten Blick eine Orientierungshilfe beim Einkauf zu geben.

Warum Fleischessen schädlich ist

Dürfen wir töten?

Schweine haben ein höheres Schmerzempfinden als zum Beispiel Hunde. Dennoch mutet die Massentierhaltung und vor allem die industrielle Schlachtung den Tieren entsetzliche Schmerzen zu. Dürfen wir Menschen andere Lebewesen so behandeln? Noch muss das jeder Mensch für sich selbst entscheiden, aber die Tierschutzgesetze werden allmählich strenger.

Fleischkonsum mehrt den Welthunger

Rund 840 Millionen Menschen leiden weltweit unter Hunger. Dabei fressen in der heutigen Massentierhaltung Nutztiere Unmengen an Getreide. Dabei sind zum Beispiel Rinder darauf geeicht, Gras zu fressen, was Menschen unmöglich ist. Doch die Produktionsmethoden kippen den eigentlich so idealen Ausgleich um.

Vegetarier leben gesünder?

Vegetarier leben länger und gesünder, da sie wenige Fette zu sich nehmen. Bäuerlein will diese klassische Aussage entlarven: So würden Vegetarier keineswegs gesünder leben als Fleischesser. Alles ist eine Frage der Menge, das gelte für den Verzehr von pflanzlichen Produkten aber genauso wie für den von Fleisch.

Fleischproduktion ist klimaschädlich

Kühe rülpsen Unmengen an Methan aus, ein sehr schädliches Klimagas. Der Anteil der Viehzucht am Gesamtausstoß an Treibhausgasen liegt bei 18 Prozent, wie die Welternährungs-Organisation FAO errechnete. Das ist deutlich mehr als zum Beispiel der Verkehr, also alle Autos, Schiffe und Flugzeuge zusammen.

Die Umweltschäden sind erheblich

Außerdem verbraucht die Produktion von Fleisch enorm viel Wasser. Dazu kommen die Gülleseen, die vor allem in Nord- und Südamerika zu erheblichen Umweltverschmutzungen beitragen. Es geht nicht nur um Ammoniak-Gase. In den Exkrementen sind Rückstände von Medikamenten enthalten.

Im ersten Schritt umfasst das Angebot zwar nur 18 Produkte vom „Bio Veggie-Wienerle“ bis zum Fruchtgummi-Mix „Veggiemaus“. Doch sollen weitere Produkte aus den Bereichen Tiefkühlung, Fertiggerichte, Feinkost und Backwaren in den kommenden Monaten folgen.

Für Stephanie Stragies vom Vegetarierbund Deutschland (Vebu) ist die Aktion des Discounters „fast schon eine Grundsatzentscheidung“. Sie ist überzeugt: „Wenn Aldi jetzt anfängt, ziehen die anderen großen Lebensmittelhändler bald nach.“ Es gehe darum, das Einkaufen für Veggies einfacher zu machen, so dass sie etwa bei Fertigprodukten nicht mehr die ganzen Zutatenlisten lesen müssten, sondern einfach zugreifen könnten.

Auch Christian Böttcher vom Bundesverband des deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) sieht vegetarische Produkte im Aufwind: „Das Thema ist in aller Munde. Es wird hier sicher Wachstum geben.“ Bereits in den vergangenen Jahren stieg die Nachfrage nach vegetarischen Produkten kräftig, während die Umsätze im Lebensmittelhandel insgesamt stagnierten.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

13.06.2014, 09:32 Uhr

Generell eine gute Entscheidung. Am Wichtigsten wäre es wirklich, dass es eine eindeutige Kennzeichung gibt. In den USA bereits seit langem verfügbar. Man sieht auf einen Blick ob Vegan oder Vegetarisch.
Das bedeutet zwar nicht, dass damit das Produkt automatisch gesund ist, aber wenigstens weiss man sofort, es enthält kein Fleisch, keine Milch, keine Eier usw.

Gewohnheiten ändern dauert nun mal seine Zeit. Ich selbst lebe seit fast 40 Jahren Fleischlos, meine Kinder sind auch alle Vegetarier und Veganer. Aber andere in der Verwandtschaft gibt es nicht. Obwohl man sich immer wieder wundert, wie gesund wir sind und wie krank der Rest der Sippe ist. Nicht einmal Krankheit reicht aus, um Gewohnheiten zu ändern. Eigentlich schade.

Wie letztens im Fernsehn gezeigt, verbessert schon 4 Wochen vegan die Blutwerte und die Fitness extrem und umgekehrt 4 Wochen Fleisch statt vegan verschlechtert diese Punkte ebenso drastisch. Solche direkten Tests sind eindrucksvoller als jede Menge Studien wo man letztlich nicht wirklich weiss, was die Teilnehmer alles essen.

Es macht Mut, dass viele jüngere Menschen anfangen, sich Gedanken zu machen. Auf Dauer ist ein Umdenken notwendig, wenn dieser Planet bzw. die Menschen überleben wollen. Das heute 30% der Menschen 70% der Ackerflächen und des Trinkwasser beanspruchen, nur damit sie ihr tägliches Fleisch auf den Tisch bekommen, wird immer mehr zu einem Problem. Wenn nur 15% weitere Fleischesser hinzukommen, weil immer noch suggeriert wird, das sei Wohlstand, wird bald kein Land mehr da sein, um die restlichen Menschen zu ernähren.
Zusätzlich verschwindet jährlich Unmenge an Ackerland durch Erosion und auch unser Wasser ist begrenzt. Erdölquellen kann man neue finden. Ackerland kann nur entstehen indem Wälder vernichtet werden mit extremen Folgen für das Klima.
Daher ist Umdenken notwendig. Es geht auch ohne oder mit viel weniger Fleisch

Account gelöscht!

13.06.2014, 14:56 Uhr

"...verbessert schon 4 Wochen vegan die Blutwerte und die Fitness extrem und umgekehrt 4 Wochen Fleisch statt vegan verschlechtert diese Punkte ebenso drastisch."
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Fernsehen ist geduldig.
Was vegane Ernährung mit Fitness zu tun hat, erschließt sich mir überhaupt nicht. Ich esse völlig normal mit wechselnden Anteilen Fleisch (interessanterweise steigt bei schwerer, körperlicher Belastung mein Hunger darauf) und dürfte entschieden fitter sein, als der durchschnittliche(!) Vegetarier/Veganer: Ein 12...15km-Marsch ist für mich was zum Aufwärmen (das mache ich täglich), ggf. 30 km pro Tag und mehr kein Problem. Ruhepuls so was um die 65, zuletzt einen Arzt gesehen vor über 30 Jahren. Entscheidend ist der Lebenswandel: Viel frische Luft, Bewegung (ich habe z.B. mehrere Hunde) und Sport, kein Nikotin, sehr maßvoll bis kein Alkohol.

Der Mensch ist und bleibt biologisch/physiologisch ein Omnivore, daran ändert auch der Zeitgeist nichts. Übrigens ist es m.W. um den Vitamin B12-Haushalt von Veganern nicht gerade gut bestellt und Kinder würde ich so gleich gar nicht ernähren. Ich halte das für leichtfertig, wenn nicht ein enormer Aufwand inkl. Supplementierung (vulgo Pillen genannt) getrieben wird.
Zitat:
"Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung zum Beispiel hält eine vegane Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit, *sowie im gesamten Kindesalter*, für nicht geeignet!"
aus http://www.apotheken-umschau.de/Ernaehrung/Vegetarier-Mythen-und-was-wirklich-stimmt-185177.html

Ich sag's mal so: Soll jeder essen, was er will. Mir geht nur der Missionierungseifer mancher Vegetarier, insbesondere aber mancher Veganer auf den Senkel. Wenn sich solche Leute mit überdeutlich demonstriertem Ekel und Worten wie "Leichenteile essen" und "Tiermörder" an einem anderen Tisch setzen (Mensa!), dann ist das Maß voll. Das zeugt von Intoleranz und schlechtem Benehmen!
Ich könne anderen ihren Salat und Getreidebrei, verlange aber im Gegenzug, daß mich in Ruhe mein Steak (englisch) essen läßt.

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