Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.08.2016

15:37 Uhr

Flixbus nach Postbus-Kauf

„Wir schauen uns weitere Unternehmen an“

Rund 80 Prozent des Marktes sind dem Fernbusunternehmen Flixbus scheinbar nicht genug. Nach der Postbus-Übernahme ist Geschäftsführer Schwämmlein noch nicht zufrieden. Man habe weitere Konkurrenten im Blick.

Was steht als nächstes auf der Flixbus-Agenda? Reuters

Flixbus

Was steht als nächstes auf der Flixbus-Agenda?

DüsseldorfNach der Übernahme des Konkurrenten Postbus plant Marktführer Flixbus weitere Zukäufe in der Fernbusbranche. „Wir schauen uns weitere Unternehmen in Europa an“, sagte Geschäftsführer André Schwämmlein der „Wirtschaftswoche“ laut Vorabbericht vom Donnerstag. Die Ausgangslage sei für sein Unternehmen günstig. „Wir sind die einzigen, die flächendeckend so ein großes Netz und Angebot in Europa haben.“

Die Deutsche Post hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass sie ihre Fernbussparte an Flixbus verkauft. Als Grund nannte sie den hohen Kostendruck durch Billigtickets. Nach der Übernahme kontrolliert Flixbus etwa 80 Prozent des Fernbusmarktes.

Auch für den Marktführer ist das Geschäft bislang von Verlusten geprägt. „Unser Ziel ist die Profitabilität im deutschsprachigen Raum über das Gesamtjahr“, sagte Schwämmlein der „Wirtschaftswoche“. Daneben ist Flixbus unter anderem auch in Frankreich, Italien und den Niederlanden aktiv, wo es sich laut Schwämmlein ebenfalls als Marktführer sieht.

Flixbus schnappt sich Postbus: Ende der Billigtour

Flixbus schnappt sich Postbus

Ende der Billigtour

Weil dem Kartellamt vorerst die Hände gebunden sind, kann Quasi-Monopolist Flixbus künftig die Preise von Fernbus-Reisen in Deutschland fast im Alleingang bestimmen – zum großen Nachteil für die Kunden. Ein Kommentar.

Von der Postbus-Übernahme durch Flixbus erwarten Verbraucherschützer Nachteile für die Kunden. „Das hat negative Auswirkungen in Form von steigenden Ticketpreisen und in Form eines geringeren Angebots“, sagte Marion Jungbluth von der Arbeitsgemeinschaft Verbraucherzentralen in Berlin der „Süddeutschen Zeitung“ vom Donnerstag. Jede Form von Marktmacht und fehlendem Wettbewerb sei schlecht für die Verbraucher.

Auch der Grünen-Verkehrsexperte Matthias Gastel ist der Ansicht, die Übernahme „verheißt für die Fahrgäste nichts Gutes“. Weniger Wettbewerb führe zu weniger Innovationen und schlechterem Service, sagte er der Zeitung. „Ohnehin absehbare Ticketpreissteigerungen sind nun zu einem früheren Zeitpunkt zu erwarten.“

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×