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12.12.2011

00:00 Uhr

Flucht in Gold und Silber

Juweliere freuen sich über willige Käufer

VonRegine Palm

Der Umsatz der Juweliergeschäfte wird in diesem Jahr erneut steigen. Die Branche profitiert von der anhaltenden Flucht in Sachwerte. Bei Uhren übersteigt die Nachfrage in Europa sogar das Angebot.

Ein herzförmiger Diamant: Das Weihnachtsgeschäft mit Schmuck läuft auf vollen Touren. ap

Ein herzförmiger Diamant: Das Weihnachtsgeschäft mit Schmuck läuft auf vollen Touren.

DüsseldorfHoher Goldpreis und ungelöste Schuldenkrise schrecken deutsche Schmuckkäufer nicht ab. Ganz im Gegenteil: Die Branche freut sich erneut über steigende Umsätze. Und noch läuft das Weihnachtsgeschäft auf vollen Touren, es ist die wichtigste Zeit des Jahres für Juweliere.

"Die Flucht in Sachwerte kommt der Branche stark zugute", sagt Joachim Dünkelmann, Geschäftsführer des Bundesverbands der Juweliere, Schmuck- und Uhrenfachgeschäfte (BJV). Für das gesamte Jahr rechnet die Branche in Deutschland mit einem Umsatzwachstum zwischen vier und acht Prozent. Die genaue Zahl hängt vor allem vom Weihnachtsgeschäft ab, auf das mehr als 30 Prozent des Umsatzes entfallen.

Der Umsatzanstieg beruht darauf, dass mehr Schmuck gekauft wurde, und das bei steigenden Edelmetallpreisen. Anfang September kostete eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) 1 920 Dollar - so viel wie nie zuvor. Zuletzt war sie mit über 1 710 Dollar noch gut 300 Dollar mehr wert als zum Jahresanfang. Diesen Preisanstieg gaben die Juweliere an ihre Kunden weiter. "Die gestiegenen Materialkosten wurden auf die Produkte umgelegt", sagt Dünkelmann. Entsprechend steigen deshalb auch die Umsätze der Schmuckverkäufer.

Die deutschen Käufer wurden also durch die hohen Goldpreise nicht abgeschreckt, sondern sogar angezogen. Das Edelmetall gilt in finanziell oder wirtschaftlich turbulenten Zeiten immer noch als ein "sicherer Hafen", der für Werterhalt steht. Dies zeigen auch die wachsenden Umsätze des Goldhandelshauses Pro Aurum. Im vergangenen Jahr hatte die Gruppe knapp 680 Millionen Euro umgesetzt. "Im Jahr 2011 werden wir die Umsatzmilliarde erreichen", sagt der Geschäftsführer Mirko Schmidt.

Ein ausgeprägtes Weihnachtsgeschäft verzeichnet das Handelshaus nicht. Doch gebe es mehr Anfragen und Aufträge von Freiberuflern und Mittelständlern. Diese hätten nun einen Überblick über den Jahresgewinn und wollten einen Teil davon in Edelmetalle anlegen. "Neu ist in diesem Jahr, dass viele Firmen bei uns für ihre Mitarbeiter Gold- und Silbermünzen bestellen, quasi als Alternative für das Weihnachtsgeld", meint Schmidt.

Anders als Goldmünzen oder Barres ist Schmuck für die Geldanlage aber kaum geeignet. "Uhren und Schmuck sind keine Geldanlagen", bestätigt der BJV-Geschäftsführer Dünkelmann, "doch die Wertbeständigkeit bleibt erhalten."

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