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20.10.2015

13:52 Uhr

Flüge nach Russland gestrichen

Lufthansa auf den Spuren von Air Berlin

Die Lufthansa folgt Konkurrenten wie Air Berlin oder Easyjet und dünnt ihren Russland-Flugplan aus. Gerade einmal 63 Flüge wöchentlich bleiben übrig. Und das, obwohl es auf dem russischen Markt auch Chancen gibt.

Ab der kommenden Woche bleiben gerade einmal 63 Russland-Flüge pro Woche zum Flughafen Moskau Domodedowo und nach Sankt Petersburg. dpa

Lufthansa am Flughafen Frankfurt

Ab der kommenden Woche bleiben gerade einmal 63 Russland-Flüge pro Woche zum Flughafen Moskau Domodedowo und nach Sankt Petersburg.

FrankfurtDie Rezession in Russland macht zunehmend die Flugverbindungen aus West- und Nordeuropa nach Russland unprofitabel. Zuletzt haben mit der Lufthansa und der skandinavischen SAS wichtige europäische Fluggesellschaften die Strecken nach Russland in ihren Flugplänen ausgedünnt. Sie folgen damit dem Vorbild der Billigfluggesellschaften wie Easyjet.

So hat die Lufthansa mit dem Moskauer Wnukowo-Flughafen, der Stadt Samara an der Wolga und Nischni Nowgorod östlich von Moskau drei bedeutende Ziele im Lande vom Winterflugplan genommen, der ab der kommenden Woche gelten wird. Es bleibt dann bei gerade einmal 63 Flügen in der Woche zum Flughafen Moskau Domodedowo und nach Sankt Petersburg. Vor vier Jahren lag die Zahl der Russland-Flüge bei der Lufthansa noch bei wöchentlich 153 Verbindungen in neun Städten. Auch die Töchter AUA und Swiss streichen weiter die Russlandverbindungen zusammen.

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Der jüngste Flugplan von SAS sieht die Streichung der Verbindung Kopenhagen-Moskau ab März kommenden Jahres vor. Dann wird auch Easyjet den Flug von London Gatwick in die russische Hauptstadt aufgeben. Air Berlin hat in der letzten Woche das Ende für die Verbindungen von Düsseldorf und Berlin nach Moskau und von Berlin in die russische Ostsee-Enklave Kaliningrad angekündigt.

Ausländische Fluggesellschaften ziehen sich wegen der ersten Rezession in Russland seit dem Jahr 2009 aus einem Markt zurück, der geprägt ist von der rund 25-prozentigen Rubelabwertung zum Euro und den im elften Folgemonat sinkenden Löhnen. Auch die vom Westen verhängten Wirtschaftssanktionen nach der Annektion der Schwarzmeerhalbinsel Krim belasten den Handel zwischen Russland und Westeuropa. Verschärfte Einreisebedingungen tragen dazu bei.

Meilen-Tipps für Vielflieger

Prämienmeilen

Es gibt Prämienmeilen und Statusmeilen. Prämienmeilen sind eine Art Währung. Damit kann man später Flüge bezahlen, oder man kann sie für Sachprämien einsetzen wie Teegläser oder eine Sporttasche. Prämienmeilen können Teilnehmer überall sammeln. In Läden, mit Zeitungsabonnements, bei Autovermietern oder in Hotelketten. Und natürlich auch beim Fliegen.

Statusmeilen

Statusmeilen dagegen gibt es nur beim Fliegen. Wer genügend Meilen zusammen hat, schafft es in den Silber-, Gold- oder Platinstatus. Bei der Lufthansa heißt der höchste Status „Hon-Circle“. Der Status verschafft in der Regel Zutritt zu Lounges, gewährt Freigepäck oder eine schnellere Abfertigung am Schalter.

Was sich bei Prämienmeilen lohnt

Beim Sammeln von Prämienmeilen lohnt es sich meist nicht, einen teuren Pullover zu kaufen, nur damit ein paar Meilen herausspringen. Günstiger ist schon ein Zeitungsabonnement. Da können ein paar Hundert Euro den Programmteilnehmer rasch einem Businessclass-Flug näher bringen.

Was sich bei Statusmeilen lohnt

Vielen Fluggästen kommt es vor allem auf Statusmeilen an. Hier raten Profis zum Beispiel, einen Fernflug ab Mailand oder Amsterdam zu planen. Das senkt die Kosten und erhöht häufig die Meilenzahl. Oft bieten Airlines in Aktionen für einen Flug die mehrfachen Meilen. Auf solche Angebote machen spezielle Newsletter aufmerksam. Vorsicht bei der Buchungsklasse P der Lufthansa. Sie gehört zur Businessclass, bietet aber weniger Meilen als der teuerste Economy-Flug.

Gut zu wissen

„Die günstigste Art, Meilen einzulösen, ist fast immer ein Prämienflug in der Business- oder First Class“, sagt Wolfgang Riegert vom Reiseportal „Vornesitzen.de“. Der Gegenwert für eine eingelöste Meile kann locker bis zu vier Cent betragen. Economyclass-Flüge als Prämie lohnen sich selten. Die Gebühren der Prämienflüge sind so hoch, dass es oft günstigere Flüge auf dem freien Markt gibt. Die Gebühren mit Meilen zu bezahlen ist ebenfalls zu teuer. Upgrades in die Businessclass sind nicht von allen Economy-Buchungsklassen aus möglich; umbuchen kann teuer werden. Wesentlich mehr machen Sammler aus ihren Meilen, wenn sie Schnäppchenflüge nutzen.

Der Absatz von Flugtickets ist schwach, obwohl der Zusammenbruch der zweitgrößten russischen Fluggesellschaft Transaero Airlines die Kapazitäten im Markt erheblich verringert hat. Nachdem Marktführer Aeroflot einen Kauf abgelehnt hat, stellte Transaero den Ticketverkauf vollständig ein. Für den 15. Dezember wird das Aus für die Gesellschaft erwartet.

Alleine als Folge des Marktaustritts von Transaero wird ein Preisschub für internationale Verbindungen von und nach Russland von 25 Prozent erwartet, denn in vielen Fällen sinkt der Wettbewerb oder die Konkurrenz fällt vollständig aus, wie die Flugsuchmaschine Aviasales.ru berechnet hat. Aeroflot wird demnach am meisten profitieren.

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