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26.01.2015

09:00 Uhr

Flug-Zwischenfälle

Mehr Beinahe-Zusammenstöße in der Luft

Die Zahl der Flug-Zwischenfälle stieg im vergangenen Jahr auf ein Fünf-Jahres-Hoch. Es kam viel häufiger zu Beinahe-Zusammenstößen von Flugzeugen. Die Grünen warnen: Die Sicherheit dürfe nicht auf der Strecke bleiben.

Maschine im Landeanflug auf Frankfurt: Deutlich mehr Beinahe-Zusammenstöße 2014. dpa

Maschine im Landeanflug auf Frankfurt: Deutlich mehr Beinahe-Zusammenstöße 2014.

SaarbrückenDie Zahl der Zwischenfälle im Flugverkehr ist 2014 einem Zeitungsbericht zufolge auf den höchsten Stand seit fünf Jahren gestiegen. Es habe unter anderem eine deutliche Zunahme bei Beinahe-Zusammenstößen gegeben, also der kritischen Annäherung zweier Flugzeuge, berichtet die Saarbrücker Zeitung (Montagsausgabe). Zudem hätten die Probleme durch Vogelschlag deutlich zugenommen.

Die Zeitung beruft sich auf eine Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage der Grünen. Den Angaben zufolge verzeichnete das Luftfahrtbundesamt im vergangenen Jahr 2483 Zwischenfälle über den Wolken, 404 mehr als 2013. Im Jahr 2010 waren es lediglich 1497 gemeldete Störungen.

Unter anderem stieg die Zahl der Beinahe-Unfälle („near miss“) von 163 im Jahr 2013 auf 208 in 2014. Bei Problemen durch Vogelschlag gab es sogar einen Anstieg von 107 auf 413. Demgegenüber sank die Zahl der von deutschen Luftfahrtunternehmen gemeldeten Laserattacken im vergangenen Jahr leicht auf 303. Im Jahr 2013 waren es noch 322.

Schwarzes Jahr für die zivile Luftfahrt

Schwarzes Jahr

Bei Luftfahrtkatastrophen waren in diesem Jahr zuvor bereits mehr als 700 Menschen ums Leben gekommen. Damit starben allein in den ersten sieben Monaten dieses Jahres mehr als drei Mal so viele Menschen bei Flugzeugunglücken wie im gesamten Jahr 2013. Laut der Europäischen Agentur für Flugsicherheit in Köln war 2013 aber auch ein besonders sicheres Jahr: Bei 17 Unfällen starben insgesamt 224 Menschen. Zwischen 2003 und 2012 starben bei Flugzeugunglücken demnach im Schnitt jährlich 703.

Quelle: AFP

8. März

Die schwarze Serie beginnt am 8. März: Eine Boeing 777 der Fluggesellschaft Malaysia Airlines verschwindet 50 Minuten nach dem Start in Kuala Lumpur Richtung Peking von den Radarschirmen. An Bord von Flug MH370 sind 227 Passagiere und zwölf Besatzungsmitglieder. Trotz einer gigantischen Suchaktion fehlt bis heute jede Spur von der Maschine. Vermutet wird, dass sie in den Indischen Ozean stürzte.

17. Juli

Rund vier Monate später trifft es erneut Malaysia Airlines: Am 17. Juli stürzt über der umkämpften Ostukraine eine Boeing 777 mit 298 Menschen an Bord ab. Die Maschine war auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur. Vermutet wird, dass das Flugzeug von einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen wurde. Die ukrainische Regierung und die prorussischen Rebellen in der Ostukraine machen sich gegenseitig dafür verantwortlich.

23. Juli

Sechs Tage nach dem Crash der Malaysia-Airlines-Boeing kommen in Taiwan 48 Menschen ums Leben, als ein Passagierflugzeug der TransAsia Airways bei stürmischem Wetter nach einem missglückten Landemanöver abstürzt. Zehn der 58 Insassen überleben das Unglück.

24. Juli

Nur einen Tag später verschwindet eine Maschine der algerischen Fluggesellschaft Air Algérie auf dem Weg von Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou nach Algier. Das Wrack der McDonnell Douglas 83 wird in Mali entdeckt. Von 118 Menschen an Bord überlebt keiner das Unglück. Paris vermutet schlechtes Wetter als Unglücksursache.

28. Dezember

Acht Monate nach dem Verschwinden von Flug MH370 bricht erneut jeder Kontakt zu einem malaysischen Passagierflugzeug ab. Ein Flugzeug der Air Asia mit 162 Menschen an Bord verschwand auf dem Weg von der indonesischen Insel Java nach Singapur von den Radarschirmen. Zuvor hatte der Pilot des Airbus A320-200 die indonesische Luftverkehrskontrolle wegen schlechten Wetters um eine Änderung der Flugroute gebeten. Wenige Tage später werden Leichen und Trümmerteile entdeckt.

Nach Ansicht der Grünen ist die Zunahme der Störfälle auch eine Folge des schärfer werdenden Wettbewerbs am Himmel. Der Sicherheit dürfe nicht auf der Strecke bleiben, „wenn es darum geht, die Passagiere und Besatzungen zu schützen und sicher von A nach B zu bringen“, sagte der tourismuspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Markus Tressel, der Zeitung.

Von

afp

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