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22.08.2011

18:10 Uhr

Flugangebot schrumpft

Konkurrenten wollen Air-Berlin-Strecken nicht

Nach der angekündigten Streichung zeigt die Konkurrenz bisher nur geringes Interesse an den häufig defizitären Strecken von Air Berlin. Somit wird es in Zukunft wohl ein deutlich geringeres Flugangebot geben.

Andere Fluglinien haben wenig Interesse an den aufgegebenen Strecken von Air Berlin. Reuters

Andere Fluglinien haben wenig Interesse an den aufgegebenen Strecken von Air Berlin.

FrankfurtFlugreisende in Deutschland müssen sich nach Air Berlins Rückzug von vielen Strecken auf ein deutlich geringeres Flugangebot einstellen. Nach der angekündigten Streichung von 7500 Verbindungen zeigte die Konkurrenz bisher nur geringes Interesse an den häufig defizitären Strecken von Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft. Marktführer Lufthansa prüfe derzeit lediglich die Möglichkeiten, den eigenen Flugplan auszuweiten, sagte eine Sprecherin am Montag. Entschieden sei noch nichts.

Etwas weiter ist Germanwings: Die Lufthansa-Tochter will am Flughafen Köln/Bonn mehrere Strecken anbieten, die bislang vom Konkurrenten bedient worden sind. „Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden wir zwei Strecken nach Marokko, also nach Nador und Tanger, sowie die Verbindungen nach Tunis und nach Neapel und Palermo ins Germanwings-Streckennetz aufnehmen, die Lücke dort also schließen“, sagte Germanwings-Chef Thomas Winkelmann dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Samstagausgabe). Er sei davon überzeugt, dass man mit diesen Strecken Geld verdienen könne.

Der Ferienflieger Condor will bis Dienstagabend entscheiden, auf welchen Air-Berlin-Strecken sich eigene Verbindungen lohnten, kündigte ein Sprecher an.

Ryanair nimmt nach früheren Angaben im Winter zwei zusätzliche Verbindung ins spanische Alicante auf - Strecken, die Air Berlin aufgeben wolle. Weitere Verbindungen könnten noch dazukommen. „Wir schauen uns an, was Air Berlin streicht“, sagte ein Ryanair-Sprecherin. Allerdings fliegt die Billig-Airline viele der von Air Berlin angesteuerten Großflughäfen wie Düsseldorf oder Hamburg gar nicht an, sondern konzentriert sich auf abseits gelegene Regionalflughäfen mit niedrigen Gebühren.

Die defizitäre Air Berlin hatte in der Vorwoche Einschnitte im Streckennetz und eine Verkleinerung seiner Flotte angekündigt. Noch dieses Jahr sollen 7500 und 2012 sogar doppelt so viele Flüge gestrichen werden. Unrentable Verbindungen wie die von Frankfurt nach Hamburg oder von Stuttgart nach St. Petersburg sollen wegfallen. Zudem räumt Air-Berlin-Gründer Joachim Hunold nach dem Scheitern seines teuren Expansionskurses den Chefsessel. Der ehemalige Bahn-Chef Hartmut Mehdorn soll die Fluggesellschaft nun aus der Krise steuern.

Die Air-Berlin-Aktie ging nach dem heftigen Einbruch in der vergangen Woche bereits auf Erholungskurs. Sie legte am Montag über 13 Prozent auf 2,78 Euro zu.

Von

rtr

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