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12.11.2015

09:47 Uhr

Flugbegleiter-Streik

Lufthansa geht in Berufung

933 Flüge hat die Lufthansa für Donnerstag gestrichen. Laut Arbeitsgericht dürfen die Flugbegleiter bis einschließlich Freitag streiken. Nun legte die Airline Berufung ein. Der Streik kommt den Konzern teuer zu stehen.

Leere am Flughafen: Die Flugbegleiter der Lufthansa streiken seit der vergangenen Woche. ap

Lufthansa-Schalter in Frankfurt

Leere am Flughafen: Die Flugbegleiter der Lufthansa streiken seit der vergangenen Woche.

FrankfurtDer Streik der Lufthansa-Flugbegleiter trifft die Kunden der Fluglinie am Donnerstag erneut hart. Die Gewerkschaft Ufo ruft weiter zum Streik auf Kurz-, Mittel- und Langstrecken auf. Die Lufthansa strich vorsorglich 933 Flüge, 107.000 Passagiere sind davon betroffen.

Seit Beginn des Ausstands am vergangenen Freitag hat die Airline bis einschließlich Mittwoch mehr als 3700 Flüge absagen müssen. Betroffen waren bisher rund 443.000 Reisende.

In der Sache gibt es so gut wie keine Bewegung. Die Versuche des Dax-Konzerns, den längsten Ausstand in der Unternehmensgeschichte durch die Arbeitsgerichte stoppen zu lassen, blieben bislang folgenlos.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr bekräftigte seinen harten Kurs gegen die Gewerkschaften, denen in den Jahren zuvor zu häufig nachgegeben worden sei. Zugleich ließ Spohr weitere Verhandlungsbereitschaft erkennen.

Der Chef der Flugbegleitergewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies, rechnet allerdings nicht damit, dass es noch während des Streiks Verhandlungen geben könnte. Zu der am Dienstag von ihm ins Spiel gebrachten Schlichtung kam es nicht. Lufthansa hielt der Ufo vor, bei den angedachten Gesprächen auch Themen besprechen zu wollen, die ausschließlich in die unternehmerische Entscheidungsbefugnis fielen.

Vor Gericht jedenfalls blieb die Gegenwehr der Lufthansa bislang erfolglos. Arbeitsgerichte in Düsseldorf und Darmstadt wiesen Anträge auf einstweilige Verfügungen zurück, Ufo darf demnach bis einschließlich Freitag weiter streiken.

Die Entscheidung in Düsseldorf will das Unternehmen nun vom dortigen Landesarbeitsgericht stoppen lassen. Die Lufthansa habe Berufung eingelegt, sagte ein Lufthansa-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur am frühen Donnerstagmorgen. Dem Gericht zufolge soll die Verhandlung am Donnerstagnachmittag um 15.30 Uhr beginnen. Sollte der Ausstand wie geplant bis Freitag um Mitternacht fortgesetzt werden, wäre er der längste in der Unternehmensgeschichte.

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Mit ihren Streiks haben die Flugbegleiter die Hälfte aller geplanten Lufthansa-Flüge am Montag gestoppt. Im Interview verteidigt UFO-Chef Nicoley Baublies aber die Streik-Strategie seiner Gewerkschaft.

Lufthansa bekräftigte den harten Kurs gegen die Gewerkschaften, denen in den Jahren zuvor zu häufig nachgegeben worden sei. Nun sei die Gewerkschaft Ufo am Zug. „Wir haben der Ufo ein gutes Angebot gemacht, was es für unsere Flugbegleiter ermöglicht, die Altersvorsorge zu erhöhen“, sagte Personalvorstand Bettina Volkens. Lufthansa habe sich auf die Gewerkschaft zubewegt, verbesserte Angebote gemacht und auch die Schlichtung angeboten. Dies habe Ufo bisher aber abgelehnt.

Volkens bekräftigte, dass die Lufthansa lösungsbereit sei. „Am Ende wird es Kompromisse geben“, sagte sie. „Wir sind optimistisch, dass es klappt.“ Es gehe letztlich aber darum, dass die Lufthansa ihre Kosten senke und damit auch in der Zukunft wettbewerbsfähig bleibe.

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Der Chef der Flugbegleitergewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies, rechnet allerdings nicht damit, dass es noch während des Streiks Verhandlungen geben könnte. Zu der am Dienstag von ihm ins Spiel gebrachten Schlichtung kam es nicht. Lufthansa hielt der Ufo vor, bei den angedachten Gesprächen auch Themen besprechen zu wollen, die ausschließlich in die unternehmerische Entscheidungsbefugnis fielen.

Nach Angaben des Lufthansa-Vorstandsmitglieds Bettina Volkens liegt der durch den Streik entstandene finanzielle Schaden für das Unternehmen „schon jetzt in einem deutlichen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich“. „Leider müssen wir diesen Konflikt aushalten für eine erfolgreiche Zukunft der Lufthansa – ganz besonders auch für unsere Mitarbeiter“, sagte sie der „Bild“-Zeitung.

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