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06.09.2014

11:40 Uhr

Flugbetrieb aufgenommen

Lufthansa fliegt nach Streik (fast) wieder planmäßig

Sechs Stunden lang streikten die Piloten der Lufthansa. Nun ist der reguläre Flugbetrieb wieder angelaufen. Wer jedoch nach Italien möchte, der hat immer noch ein Problem. An der Lufthansa liegt das allerdings nicht.

Vorläufiges Streikende: Der Pilotenstreik ist vorbei, der Flugbetrieb wieder vollständig angelaufen. dpa

Vorläufiges Streikende: Der Pilotenstreik ist vorbei, der Flugbetrieb wieder vollständig angelaufen.

Frankfurt/MainNach dem sechsstündigen Streik der Lufthansa-Piloten am Freitagabend läuft der Flugbetrieb am Frankfurter Flughafen wieder planmäßig. „Die Gäste, die gestern nicht wegkamen, können heute fliegen“, sagte ein Lufthansa-Sprecher am Samstag. Allerdings musste die Airline am Samstag 12 Flüge von und nach Italien streichen: Die italienischen Fluglotsen streiken. Ansonsten laufe der Flugbetrieb wieder reibungslos, betonte die Lufthansa.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte am Freitag von 17.00 bis 23.00 Uhr Kurz- und Mittelstreckenflüge bestreikt, die in Frankfurt starten. Insgesamt waren durch den Ausstand 218 Kurz- und Mittelstreckenflüge ausgefallen, 26 000 Passagiere waren an Deutschlands größtem Airport von den Streichungen betroffen. Zum Start ins Wochenende mussten damit Tausende Lufthansa-Passagiere Reisen umplanen oder absagen.

„Der Streik war ein voller Erfolg“, sagte Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg am Samstag. Durch die Flugausfälle sei wirtschaftlicher Druck auf das Unternehmen entstanden. „Das war das Ziel der Streikmaßnahmen.“ Nach ersten Schätzungen der Lufthansa dürften durch den Arbeitskampf Kosten von „einigen Millionen Euro“ entstanden sein.

Das sind die größten Airlines der Welt

Platz 10

Air China ist die zweitgrößte Fluggesellschaft der Volksrepublik – und die einzige zivile Linie, der es erlaubt ist, die chinesische Nationalflagge auf ihren Flugzeugen anzubringen.
Passagiere 2014: 54,58 Millionen

Platz 9

Die Lufthansa ist die größte deutsche Fluggesellschaft und befördert den Großteil ihrer Passagiere auf internationalen Flügen.
Passagiere 2014: 59,85 Millionen

Platz 8

Easyjet aus Großbritannien ist nach Ryanair die zweitgrößte Billigfluggesellschaft der Welt.
Passagiere 2014: 62,31 Millionen

Platz 7

China Eastern Airlines hat seine Basis in Shanghai, fliegt trotz des Namens nicht nur Ziele im Osten des Landes an, sondern ist sowohl in ganz China als auch internationale unterwegs.
Passagiere 2014: 66,17 Millionen

Platz 6

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair liegt im weltweiten Ranking auf Platz 6, in Europa ist aber keine Airline größer als das Unternehmen aus Dublin. Interessant: Ryanair bietet ausschließlich internationale Flüge an.
Passagiere 2014: 86,37 Millionen

Platz 5

American Airlines mit Sitz in Texas ist eine der ältesten Fluglinien der Welt, sie wurde bereits 1930 gegründet.
Passagiere 2014: 87,83 Millionen

Platz 4

Noch ein wenig älter ist United Airlines, ebenfalls aus den USA. Die Unternehmensgeschichte geht bis ins Jahr 1926 zurück.
Passagiere 2014: 90,44 Millionen

Platz 3

China Southern Airlines ist die größte Fluggesellschaft Asiens. Den Großteil ihrer Passagiere befördert die Airline auf Flügen innerhalb Chinas.
Passagiere 2014: 100,68 Millionen

Platz 2

Southwest Airlines aus den USA ist eine Billigfluggesellschaft mit Sitz in Dallas. 1967 gegründet, ist das Unternehmen Pionier des Billigflugsegments. Sie bietet fast ausschließlich Flüge innerhalb der USA an.
Passagiere 2014: 129,09 Millionen

Platz 1

Delta Air Lines gehört zu den drei verbliebenen traditionsreichen Linienfluggesellschaften in den USA. Ganz knapp verweist das Unternehmen die Southwest Airlines auf Rang zwei.
Passagiere 2014: 129,43 Millionen

Quelle: IATA

Die Lufthansa hatte die Mehrzahl der Fluggäste nach eigenen Angaben bereits am Donnerstag mit über 29 000 SMS und 4500 Emails über die Auswirkungen informiert. „Durch frühzeitiges Umbuchen konnten rund 5000 Fluggäste über die Drehkreuze der Lufthansa-Gruppe in München, Zürich, Wien und Brüssel geflogen werden“, berichtete die Airline am Samstag. Zudem hätten 750 Menschen ihr Flugticket in eine Bahnfahrkarte umgewandelt. So sei nicht einmal die Hälfte der vorsorglich angemieteten 2200 Hotelzimmer im Rhein-Main-Gebiet genutzt worden.

Hintergrund ist der seit längerem schwelende Tarifkonflikt. Dabei geht es um die Übergangsversorgung, die Lufthansa-Piloten in ihrem Vorruhestand erhalten. Im Schnitt gehen Lufthansa-Kapitäne derzeit mit knapp 59 Jahren in den vom Unternehmen bezahlten Vorruhestand. Lufthansa will das durchschnittliche Eintrittsalter schrittweise auf 61 Jahre erhöhen. Beide Seiten hatten sich gegenseitig für das Scheitern der bisherigen Verhandlungen verantwortlich gemacht.

Derzeit scheint eine Einigung in dem Tarifkonflikt ferner denn je. „Wir warten jetzt auf eine Reaktion des Lufthansa-Managements“, sagte Handwerg am Samstag: „Aber wir haben nicht mehr sehr viel Geduld.“ Auch die Lufthansa hat momentan wenig Hoffnung auf ein baldiges Ende der Auseinandersetzung mit den Piloten: „Ein Tarifkonflikt wurde noch nie von einem Streik gelöst“, sagte ein Sprecher am Samstag. Somit müssen sich Passagiere wohl auf weitere Flugausfälle einstellen. Handwerg betonte: „Es kann jederzeit wieder zu Streiks kommen.“

Von

dpa

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